Filmforum Archiv
Teheran, Anfang der 1970er Jahre. Mit viel Mut, Entschlossenheit und einer ordentlichen Portion Humor kämpft Hibat mit seiner Frau Fereshteh und anderen Gleichgesinnten erst gegen das brutale Schah-Regime, dann gegen die Schergen des Ayatollah Khomeini. Als der politische Druck zu groß wird, bleibt ihnen nur die Flucht ins Ausland. Mit ihrem einjährigen Sohn Nouchi machen sich Hibat und Fereshteh auf den Weg über die Türkei nach Frankreich und landen in den sozialen Ghettos der Pariser Banlieue. Was zunächst als vorübergehende Lösung geplant ist, wird für die Familie zu einem Neuanfang.
Dabei ist die Formel „nur wir Drei gemeinsam“ nicht nur das Credo ihres Familienglücks, sondern auch der beste Beweis, dass alles möglich ist, wenn man zusammenhält. (Thimfilm)
„Grandios! Eine wunderbare Komödie, ein warmherziger Familienfilm.“ (programmkino.de)
Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen Tokyo 2015
Richard Linklaters mitreißende Hommage an ein ikonisches Werk der Filmgeschichte war ein Publikums- und Kritikerliebling der Internationalen Filmfestspiele in Cannes 2025. Außer Atem gehört zweifellos zu den großen Filmklassikern. Doch was ist die Geschichte dahinter? Nouvelle Vague wirft einen Blick auf die Dreharbeiten von Jean-Luc Godards bahnbrechendem Krimidrama – mit viel Liebe zum Detail, zahlreichen Verweisen und Humor.
In der Hauptrolle glänzt Guillaume Marbeck als Regisseur, der so ziemlich mit allen Regeln des Filmbusiness bricht. Besonders amüsant sind die Scharmützel mit seiner US-Hauptdarstellerin Jean Seeberg, die seinen unorthodoxen Methoden wenig abgewinnt. Großartig an ihrer Seite Aubry Dullin als Jean-Paul-Belmondo, für den Nouvelle Vague den internationalen Durchbruch brachte. Der Clou an der Sache: der Kult-Regisseur und große Cineast Richard Linklater hat seinen Film im Stil seines Vorbilds gedreht, in Schwarz-Weiß, im Format 1:1,37, mit viel Humor und dem unwiderstehlichen Esprit der frühen Sixties.
„Frech, gewitzt, voller Charme.“ (Der Standard)
Oscars 2026:Auf der Shortlist für Beste Kamera
Golden Globes 2026: Nominierung für Bester Film – Musical/Comedy
Medienpartner: Volkshochschule Lindau (Bodensee)
Eine kleine Stadt in Irland. Der Fensterputzer John zieht seinen vierjährigen Sohn Michael alleine auf, seit die Mutter die Familie kurz nach der Geburt verlassen hat. Ihr Leben ist bestimmt von den täglichen Notwendigkeiten und Ritualen, geprägt von der tiefen Liebe zwischen Vater und Sohn. Was Michael nicht weiß: John hat Krebs. Ihm bleiben nur noch wenige Monate. Die will er nutzen, um eine neue Familie für Michael zu suchen, eine perfekte Familie. Aber wie kann er seinem Sohn erklären, warum sie so viele merkwürdige Menschen besuchen? Kennt er seinen Sohn gut genug, um zu wissen, was der braucht? Langsam beginnt John zu begreifen, dass er keine Entscheidung für die Zukunft treffen muss, sondern eine für die Gegenwart. Gemeinsam mit Michael. (filmladen)
„Ein subtiles Drama, das durch seinen poetischen Realismus und das authentische Zusammenspiel der Protagonisten tief berührt. Unaufdringlich und ohne falsche Sentimentalität erzählt der Film vom Tode her eine Geschichte über das augenblickliche Glück des Lebens.“ (filmdienst)
Venedig 2020: Jurypreis des Premio Bisato d’Oro
Warschauer Filmfestival 2020: Publikumspreis
Pula Film Festival 2021: Bester Film, Publikumspreis
Valladolid Film Festival 2021: Publikumspreis
Nr. 7zeigt den faszinierenden Mikrokosmos eines „ganz normalen“ Wiener Mietshauses in der Leopoldstadt und eröffnet Einblicke in die Privatsphäre von Menschen völlig unterschiedlicher kultureller, sozialer oder religiöser Herkunft. Michael Schindegger lernt Russisch mit einem Mitbewohner und bringt diesem Deutsch bei, begegnet seinen jüdischen Nachbarn, besucht den koscheren Straßenimbiss, beobachtet das Laubhüttenfest am Dach des Wohnhauses. Und nebenbei bereitet er seine Hochzeit in Rumänien vor und packt die Kisten für seinen Umzug. Und weil jedem Abschied ein neuer Anfang innewohnt, will der junge Filmemacher vorher noch rasch die andern Parteien im Haus besser kennenlernen – am besten gleich mit der Kamera!
Mit geschulterter Kamera erkundet Michael Schindegger Wohnhaus Nr. 7, einen Leopoldstätter Mikrokosmos, der 30 Jahre sein Zuhause war. Ein heiter gestimmter, hinreißender Film. (film.at)
Auf den Straßen liefern sich Demonstranten immer wütendere Schlachten mit der Polizei, lange wird sie die Gewalt nicht mehr eindämmen können. In einem edlen Anwesen in einem Reichenviertel von Mexiko-Stadt will man von der eskalierenden Aggression draußen vor den Toren nichts wissen. Hier feiert die gehobene Gesellschaft ein rauschendes Fest, als gäbe es kein Morgen mehr: die Hochzeit von Marianne und ihrem Ehemann. Unterbrochen wird die ausgelassene Stimmung von einem getreuen Angestellten. Er bittet Marianne so verzweifelt um Hilfe, dass sie die eigene Feier verlässt und sich mit ihm mitten hinein begibt in das unberechenbare Chaos auf den Straßen. So erlebt sie nicht mit, wie die Hochzeitsparty mit ihren Gästen gestürmt wird. Jetzt entlädt sich der Zorn, eine schonungslose Treibjagd beginnt, das Militär schreitet ein. Niemand ist mehr sicher. Und Marianne steckt mittendrin.
Mit Nuevo Orden ist dem gefeierten mexikanischen Filmemacher Michel Franco ein schonungsloser und radikaler Endzeit-Thriller gelungen, der die Finger ebenso präzise wie konsequent in die Wunden der modernen Gesellschaft legt.
Filmfestival Venedig 2020, Leoncino d’Oro Agiscuola Award (Preis der Jugendjury) und Silberner Löwe (Preis der Jury)
Filmfestspiele Stockholm 2020, Impact Award
Online Film Critics Society Awards 2021, Best Non-U.S. Release
„Summer in the City“ … was macht man an einem drückend heißen Tag in Berlin, wenn man ein Teenie ohne Plan ist? – Im Prinzip hat man zwei Möglichkeiten: Abhängen und chillen, oder jede Menge Mumpitz machen, am besten alles, was einem so gerade durch den Kopf schießt.
Ramona und Nico, die Protagonistinnen von Sorina Gajewskis Coming-of-Age-Film Nulpen wählen die zweite Option, die sie auf eine Irrfahrt durch das vor Hitze förmlich glühende Berlin und zu jeder Menge schräger Begegnungen führt. Nulpen zeigt Berlin durch die Augen der „Generation Z“ und verweigert die Antwort auf jede Menge Fragen, die wir gar nicht gestellt haben. Kleiner Film – ganz groß, denn die Komödie ist extrem witzig, unterhaltsam und frisch. (programmkino.de)
„Ein witziges, wunderbar flirrendes Generationenporträt – und gleichzeitig ein ganz besonderer Berliner Sommerfilm.“ (filmstarts.de)
Medienpartner: Verein Amazone
Ein Mann erschießt seine Schwester auf offener Straße. Arglos hat sie ihn mit einer Kaffeetasse in der Hand zur Bushaltestelle begleitet. Nur wenige hundert Meter entfernt in der Wohnung der Frau schläft ihr fünfjähriger Sohn, sie wollte ihn nur kurz allein lassen. Der Junge wird von diesem Tag an niemanden mehr um sich haben, den er kennt. Die Schüsse in Berlin Tempelhof töten in dieser Nacht eine Frau, zerstören aber auch die Leben vieler anderer Menschen und erschüttern unser Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Der Ehrenmord an Hatun Sürücü gehörte zu den aufwühlendsten Verbrechen in der jüngeren Geschichte Deutschlands. Der Mord auf offener Straße machte Schlagzeilen, der Prozess gegen drei der Brüder sorgte dafür, dass das Thema „Ehrenmord“ eine zuvor nie gekannte Öffentlichkeit erlangte. Und er blieb kein Einzelfall: eine Studie des Bundeskriminalamtes geht von einem Dutzend Tötungsdelikten in Deutschland jährlich aus, die „im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände“ verübt werden, um Frauen für ihren (westlichen) Lebenswandel zu bestrafen.
Deutscher Filmpreis 2019, nominiert für die beste Kamara
In Kooperation mit aha, Mädchenzentrum Amazone und dem Jugendservice Bregenz
Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Das Leningrader Kirow-Ballett begeistert die Pariser Zuschauer, aber ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew. Attraktiv, rebellisch und neugierig, lässt er sich vom kulturellen Leben der Stadt mitreißen. Begleitet von der Chilenin Clara Saint streift er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt, sehr zum Missfallen der KGB-Spione, die ihm folgen. Doch Nurejew genießt den Geschmack der Freiheit und beschließt, in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Ein höchst riskantes Katz- und Mausspiel mit dem sowjetischen Geheimdienst beginnt. (aus: alamodefilm.de; spielfilm.de)
„Mit seiner dritten Regiearbeit gelingt Ralph Fiennes das faszinierende Porträt eines Ausnahmekünstlers und zugleich eine mit viel Sixties-Zeitkolorit angereicherte Ode an das Ideal der (westlichen) Freiheit.” (filmstarts.de)
Tokyo Int. Film Fesitval 2018, Special Achievement Award | Außerdem zeigen wir mit Das melancholische Mädchen, Parasite und Synonyme die Siegerfilme des Max-Ophüls-Preises, der Filmfestpiele in Cannes und der Berlinale.
In Kooperation mit tangissimo | tanzufer | netzwerkTanz
Nachdem der zurückgezogen lebende Seligman die übel zugerichtete Joe in einer Gasse gefunden und mit nach Hausegenommen hat, erzähltihm die selbsternannteNymphomanin von ihremoffenenUmgangmit Sex. Nach und nachoffenbartsich die Geschichte einerFrau, die nachdemVerlust des geliebtenVatersnachLiebe und Geborgenheitsucht, sichjedochausMisstrauen und Angst vorGefühlen in eineabwärtsführendeSpiralesexuellerAusschweifungenbegibt. Nochstärkerals der ersteTeilhandeltNymph()maniac Vol. II von Schuld und Depression: JeglichersexuellerEmpfindungenberaubt, machtsich Joe auf die SuchenachimmerextremerenkörperlichenErfahrungen und wirddabeiimmerstärkeran den Rand der Gesellschaftgetrieben. In Nymph()maniac breitet Lars von Trier nichtnureineindividuelleKrankheitsgeschichteaus, sondernentwirftzugleicheingestochenscharfesPanoptikumeinerpornografisiertenGegenwart. (leokino.at)
Provokativer und düstererals der ersteTeilschließt Lars von Trier seinerzählerisches Experiment auf treffende Weise ab, die zunächstschockieren mag, aberfolgerichtigist. (programmkino.de)
An einem kalten Winterabend findet der charmante, ältere Junggeselle Seligman eine halb bewusstlose, zusammengeschlagene Frau in einer Seitenstraße. Er nimmt sie zu sich nach Hause mit und pflegt sie. Als Joe wieder zu sich kommt, fragt Seligman, was denn passiert sei. Da erzählt Joe munter drauf los und offenbart dem fremden Mann ihre Lebensgeschichte. Eingeteilt in acht Kapitel erzählt die Frau ihren Werdegang, angefangen bei ihrer Geburt, bis zu ihrem 50. Lebensjahr. Ihre eigene Lebensdiagnose als Nymphomanin ist geprägt von erotischen Erlebnissen und tief verborgenen Emotionen und Bedürfnissen.
Brasilien 1977: Während der ausgelassenen Karnevalswoche kehrt Marcelo, ein Mann Mitte vierzig, von São Paulo in die Küstenstadt Recife zurück. Dort hofft er, seinen Sohn wiederzusehen. Doch seine Ankunft bleibt nicht unbemerkt – zwischen feiernden Menschenmengen und allgegenwärtiger Gewalt gerät Marcelo in ein immer dichter werdendes Netz aus Überwachung, Korruption und Misstrauen, aus dem es kein Entkommen gibt. Was als persönliche Reise beginnt, entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel im Schatten der Militärdiktatur. (filmladen)
„Visuell und dramaturgisch in jeder Hinsicht herausragend.“ (The Guardian)
„Virtuos aufgebautes, inhaltlich vielschichtiges und visuell aufregendes Kino, das souverän die Spannung über 158 Minuten aufrecht hält.“ (film-netz.com)
Der Film wurde mittlerweile mit 26 internationalen Filmpreisen ausgezeichnet. Darunter Preise bei den Filmfestspielen in Cannes (Bester Schauspieler, Beste Regie, FIPRESCI-Preis), Chicago, Stockholm und Hamburg.
Medienpartner: Volkshochschule Lindau
Die 77-jährige Tereza lebt in einer kleinen Industriestadt im Amazonasgebiet. Eines Tages erhält sie die offizielle Anweisung der Regierung, in eine Seniorenkolonie in einer entlegenen Gegend zu ziehen. Hier sollen die Alten ihre letzten Jahre „genießen“, während die junge Generation sich voll und ganz auf Produktivität und Wirtschaftswachstum konzentrieren kann. Doch Tereza widersetzt sich. Sie begibt sich auf eine Reise immer weiter hinein in das Amazonasgebiet, durch die Nebenflüsse und den Dschungel. Einen letzten Wunsch will sie sich erfüllen, bevor man ihr die Freiheit nimmt. Einen letzten Wunsch, der Tereza verändern und ihr Leben in eine neue Richtung lenken wird. (polyfilm.at)
„Ein wunderschöner Wasser-Roadmovie, das den Amazonas in eine magische Flucht vom Exil in die Freiheit verwandelt.“ (Hollywood Reporter)
„In naher Zukunft werden alte Menschen als nutzlos in Kolonien weggesperrt. Eine taffe 77-Jährige widersetzt sich. Und so entwickelt sich ein hinreißend „alternativer“ Abenteuerfilm.“ (epd-film)
Berlinale 2025: Silberner Bär (Großer Preis der Jury) und Preis der ökumenischen Jury
Medienpartnerschaft: Volkshochschule Lindau, Verein Amazone
















































































