Filmforum Archiv
Die perfekte Kandidatin
SA, DE 2019 | 101 min | OmU | R: Haifaa Al-Mansour
Weil ihr Cousin, von dem sie sich Hilfe verspricht, nur Kandidaten für die Stadtrats-Wahl empfängt, erklärt sich die saudi-arabische Ärztin kurzerhand zur Kandidatin. Hinter der bürokratischen Willkür entdeckt Maryam die große Chance, Probleme bei der Arbeit selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotz der überall lauernden Restriktionen werden ihre Auftritte mutiger und ihre Forderungen radikaler.
Regisseurin Haifaa al Mansour (Das Mädchen Wadjda) erzählt in Die perfekte Kandidatin mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann.
In Kooperation mit dem Verein Amazone und dem Frauenmuseum Hittisau
Vielleicht lieber morgen
US 2012 | 106 min | OmU | Regie und Buch: Stephen...
Charlie ist gerade auf die High School gekommen und schlägt sich mit alterstypischen Problemen herum. Als er die lebenslustigen Geschwister Sam und Patrick kennenlernt und bisher unbekannte Gefühle für Sam entwickelt, ist die Verwirrung komplett. Aber selbst die erste große Liebe, wilde Parties, Drogen und Stress innerhalb der Familie trüben seinen Blick auf die Welt nicht – er beobachtet sein Umfeld genau, macht sich Gedanken über seine Mitmenschen und versucht, seine eigene Rolle zu finden in dem, was wir Leben nennen.
In Briefen an einen „Freund“, die so berührend wie erhellend, so komisch wie traurig sind, erzählt Charlie von einem Jahr, das sein Leben für immer prägen wird. Und von einem Geheimnis, das ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist… Eine tief berührende Geschichte über Freundschaft, Liebe und die Frage, was das alles eigentlich zu bedeuten hat.
„Vielleicht lieber morgen“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Briefromans, der auch unter dem Titel „Das also ist mein Leben“ bekannt ist. Autor Stephen Chbosky übernahm für den Film selbst die Regie und vereint vor der Kamera Logan Lerman, Ezra Miller („We Need to Talk about Kevin“) und „Harry Potter“-Star Emma Watson. Produziert wurde der Film von Mr. Mudd, der Produktionsfirma hinter „Juno“.
„sympathisch zeitlos“ (der Standard)
„Emma Watson wirbelt die Gefühle und Hormone eines sensiblen Schülers mit traumatischer Vergangenheit durcheinander. Erwachsenwerden war schon lange nicht mehr so charmant.“ (Stern)
Luke ist Motorradstuntman und ein wortkarger Einzelgänger. Seinen Lebensunterhalt verdient er auf einem Jahrmarkt, mit dem er von Stadt zu Stadt zieht. Avery Cross ist ein ehrgeiziger Kleinstadtpolizist, der versucht, sich durch einen rasanten Aufstieg auf der Karriereleiter von seinen familiären Probleme abzulenken – koste es, was es wolle.
Als Luke eines Tages seinen One-Night-Stand Romina wieder trifft, erfährt er, dass er Vater geworden ist. Luke beschließt, Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen – auf seine Art: Mit Hilfe des Hinterwäldler-Mechanikers Robin beginnt er Banken auszurauben und setzt dabei auf sein fahrerisches Können. Bei den Überfällen geht er immer dreister vor, bis eines Tages ein Coup schief läuft und Luke sich in ein Haus flüchten muss, in dem er von Avery Cross gestellt wird...
"… zwischen dem Mainstreamkino der Attraktionen und der Sparsamkeit des Arthousefilms steuert Cianfrance einen angenehm unorthodoxen visuellen Kurs. Da gibt es gleich zu Anfang eine spektakuläre, lange Einstellung, die quer über den Jahrmarkt und dort in eine krachende Motorradshow führt. Da finden Verfolgungsjagden in dampfenden Wäldern statt, flackern bedrohliche Szenen in hektischer, durchlöcherter Montage über die Leinwand." (Die Zeit)
In einer nahen Zukunft, in der der technologische Fortschritt unaufhaltsam ist und die Natur nur noch eine vergangene Ära darstellt, teilen sich Rachel und Alvy den Wunsch, Eltern zu werden. Das Glück des Paares wird jedoch auf die Probe gestellt, als Rachel einen begehrten Platz im modernen Geburtszentrum der Boom-Company ergattert. Dieser ermöglicht es, auf unkomplizierte Weise ein Baby künstlich auszutragen, ohne die Karriere zu unterbrechen oder die Strapazen einer natürlichen Schwangerschaft zu erleben.
„Eine kluge filmische Reflexion – und ein Ausblick auf die Zeit, wenn ChatGPT das Kind erzieht.“ (filmgazette)
Sundance Film Festival 2023: Alfred P. Sloan Feature Film Prize
Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann
US 2020 | 82 min | OmU | R: Jerry Rothwell
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Naoki Higashida und gibt Einblicke in ein intensives und überwältigendes, aber ebenso sinnliches und bisher eher unentdecktes Universum. Higashidas bringt uns die Welt des Autismus näher, die er selbst mit 13 Jahren dokumentiert hat – mit intimen Porträts von bemerkenswerten jungen Menschen aus aller Welt, die sein berührendes Schicksal teilen.
Regisseur Jerry Rothwell war es ein Anliegen, das Publikum mit seinem Film zu ermutigten, Autismus von innen heraus zu begreifen und zu erkennen, dass es andere Weisen gibt, die Welt wahrzunehmen. Ihm ist damit eine unvergleichliche Kinoerfahrung gelungen.
„Die beachtenswerte Doku The Reason I Jump erforscht die Sinneswahrnehmung und Empfindungen autistisch erkrankter Jugendlicher. Sie gibt Menschen eine Stimme, die auf ihre ganz eigene Art mit der Welt kommunizieren.“ (cineman)
Der Film gewann sowohl beim Sundance Festival wie auch bei den British Independent Film Awards und den Festivals von Valladolid und Denver den Preis
für den Besten Dokumentarfilm
In Kooperation mit Integration Vorarlberg, Verein Autistenhilfe Vorarlberg
Wer in Oxford in den elitären Riot Clubaufgenommen werden will, braucht das gewisse Etwas: den Charme, das Elternhaus und das nötige Kleingeld. Hier trifft sich die künftige Elite der Gesellschaft. Als die exklusive Runde neue Mitglieder sucht, fällt die Wahl auf die Studienanfänger Miles (Max Irons) und Alistair (Sam Claflin). Für Alistair ist das keine Überraschung, war doch schon sein großer Bruder Präsident des legendären Zirkels. Auch der eher bodenständige Miles zögert nicht lange, obwohl seine Freundin Lauren (Holliday Grainger) seine arroganten neuen Freunde nicht ausstehen kann. Höhepunkt des Jahres ist das traditionelle Dinner in einem abgelegenen Pub, ein Exzess, der für gewöhnlich schlimm endet. Doch wozu seine neuen Freunde wirklich in der Lage sind, ahnt Miles erst, als die Situation völlig außer Kontrolle gerät und er vor einer furchtbaren Entscheidung steht …
Verwöhnt, reich, sexy und durch und durch verdorben! Nach ihrer liebevollen Verneigung vor den Sixties in An Educationwirft die dänische Regisseurin Lone Scherfig erneut einen Blick auf die britische Gesellschaft!
Karl-Tizian-Platz vor dem Kunsthaus | Eintritt frei | freie Platzwahl | ohne Reservierung
US 2001 | OmU | 110 Min | R: Wes Anderson
»The Royal Tenenbaums ist eine witzige, berührende und brillant stilisierte Studie über Melancholie und Wiedergutmachung.« (filmcasino.at)
Mit der Scheidung ihrer Eltern (Gene Hackman und Anjelica Huston) bricht für die verwöhnten erwachsenen Kinder der Tenenbaums eine Welt zusammen. Kultfilm mit legendärer Besetzung (Ben Stiller, Luke Wilson, Gwyneth Paltrow) und ikonischen Figuren.
Das Salz der Erde
FR, BR 2014 | 110 min | OmU | R: Wim Wenders, Juliano...
Der aus Brasilienstammende Fotograf Sebastião Salgado dokumentierte in den vergangenen 40 Jahren die Spuren unserer Menschheitsgeschichte auf allen Kontinenten. Als sozialdokumentarischer Fotografwurde er Zeuge von internationalen Konflikten, Vertreibung, Krieg, Hunger und Leid. Dies hielt er mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos in Bildreportagen und Fotobänden wie „Workers – Arbeiter. Zur Archäologie des Industriezeitalters“, „Migranten“ oder „Afrika“ fest. Salgado erkrankte seelisch an dem Gesehenen und widmete sich fortan mit seinem Fotoprojekt „Genesis“ den paradiesischen, von Menschen unberührten Orten der Erde. Damit kehrt er an den Ursprung allen Lebens zurück und offenbart eine Hommagean die Schönheit unseres Planeten.
Der Film zeigt das Leben und die Arbeit von Sebastião Salgado aus der Perspektive von zwei Regisseuren: zum einen aus der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der den Vater oftmals bei seinen Reisen mit der Filmkamera begleitete, zum anderen aus der Sicht des Filmemachers Wim Wenders, der selbst Fotograf ist.
„Wim Wenders’ neuer Dokumentarfilm porträtiert einen außergewöhnlichen Künstler auf berührende Art und Weise. […] Durch eine eindrucksvolle und einzigartige Technik bringt Wenders die Geschichten zu den Bildern auf die Leinwand und gewährt dem Publikum einen Einblick in die Welt des Fotografen.“ (outnow.ch)
„Im Fluss der Bilder macht der Film sinnlich erfahrbar, wie weit sich der Mensch im Zuge der Naturbeherrschung von sich selbst entfernt hat, wie die Formen der Ausbeutung einander bedingen. Das ergibt am Ende mehr als eine Künstlerbiografie. Es ist eine eigene ästhetisch-politische Intervention.“ (epd-film)
Das Salz der Erde
FR, BR 2014 | 110 min| R: Wim Wenders, Juliano Ribeiro...
Der aus Brasilien stammende Fotograf Sebastião Salgado dokumentierte in den vergangenen 40 Jahren die Spuren unserer Mensch-heitsgeschichte auf allen Kontinenten. Als sozialdokumentarischer Fotograf wurde er Zeuge von internationalen Konflikten, Vertreibung, Krieg, Hunger und Leid. Dies hielt er mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos in Bildreportagen und Fotobänden wie Workers – Arbeiter. Zur Archäologie des Industriezeitalters, Migrantenoder Afrikafest. Salgado erkrankte seelisch an dem Gesehenen und widmete sich fortan mit seinem Fotoprojekt Genesisden paradiesischen, von Menschen unberührten Orten der Erde.
Der Film zeigt das Leben und die Arbeit von Sebastião Salgado aus der Perspektive von zwei Regisseuren: zum einen aus der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der den Vater oftmals bei seinen Reisen mit der Filmkamera begleitete, zum anderen aus der Sicht des Filmemachers Wim Wenders, der selbst Fotograf ist. (outnow.ch)
Schon mit 16 Jahren ist Ali Boulala an der Spitze der Skateboard-Welt angekommen: Das schwedische Wunderkind schnappt sich ein Sponsoring von Flip Skateboards, das ihn auf dem Höhepunkt des Skate-Wahns der 90er Jahre nach LA bringt. Er verbringt seine Tage damit, an neuen Tricks für DIY-Videos zu feilen und hängt mit einer Gruppe frühreifer Teenage-Profis ab, die ihn für sein Charisma und seinen punkigen Stil feiern. Aber die Freuden des ausgelassenen Tourlebens fordern ihren Tribut und führen zu einem tragischen Unfall, der Alis Leben für immer verändern wird.
„Der Dokumentarfilm lässt zunächst die wilden Jahre einer ungestümen Jugend aufleben, erzählt im zweiten Teil aber auf berührend-persönliche Weise vom Absturz und der mühsamen Rückkehr ins Leben. Eine gelungene Mischung, die souverän mit unterschiedlichen Elementen und Stilen umzugehen weiß.“ (filmdienst)
In Kooperation mit Yama Skateboards
Einführung in den Film von Alexander Kramer und Verlosung von Skate Goodies!
Tempo Documentary Award 2023
Medienpartnerschaft mit dem Jugendservice Bregenz, YAMA, Pipeline Brettsportkultur
Das geheime Leben der Worte
ES 2005 | 111 min | OmU | R u B: Isabel Coixet
Ein einsamer rauer Fleck, irgendwo im Graublau des Atlantiks. Eine Ölbohrinsel, auf der ein schwerer Unfall passiert ist. Eine mysteriöse Frau kommt hierher, wo sonst nur Männer arbeiten. Hanna ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat als Krankenschwester angeheuert, soll einen Verletzten versorgen.
Josef hat bei der Explosion schwerste Verbrennungen erlitten. Er ist vorübergehend erblindet. Während er das Gespräch sucht, bringt sie kaum ein Wort über die Lippen. Und doch entwickelt sich eine einzigartige Intimität zwischen den beiden, eine Verbindung voller Geheimnisse, Sehnsüchte, Trauer, Schmerz und Freude. Eine Begegnung, die beider Leben verändern wird.
„Das geheime Leben der Worte ist ein Film über das Gewicht der Vergangenheit, über die Stärke des Schweigens, aber auch über die Macht des Sprechens. Und nicht zuletzt über die heilende Kraft der Liebe.“ (filmz.de)
Goya Awards 2006: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch
Isabel Coixets Film The Secret Life of Words verwandelte der tschechische Komponist Miroslav Srnka in eine Oper. Make no noise wird am 17. und 19. August als österreichische Erstaufführung bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt. Der Komponist wird nach dem Film für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung. Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit den Bregenzer Festspielen.
Vom Ende einer Geschichte
GB 2017 | 108 min | OmU | R: Ritesh Batra
Tony Webster (Jim Broadbent) ist glücklich geschieden und lebt ein zurückgezogenes, ereignisloses Leben. Vor vielen Jahren waren er und die schöne Studentin Veronica ein Paar, bis sie sich damals überraschend für seinen besten Freund Adrian entschied. Was nach dessen Selbstmord aus seiner großen Liebe wurde, hat er nie herausgefunden.
Doch die unerwartete Erbschaft von Adrians Tagebuch, das sich im Besitz von Veronicas Mutter Sarah (Emily Mortimer) befand, stellt plötzlich sein ganzes Leben auf den Kopf und weckt ungeahnte Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biografie. Als er sich nach all den Jahren mit Veronica (Charlotte Rampling) trifft, erhofft er sich Aufklärung über das, was damals tatsächlich geschah. Und je tiefer Tony in seiner Vergangenheit gräbt, desto mehr beginnt er, sein bisheriges Leben infrage zu stellen…
(film.at)
„Ritesh Batra erweckt den vermeintlich unverfilmbaren Roman „Vom Ende einer Geschichte“ zum Leben. Das Ergebnis ist ein stark gespieltes, clever erzähltes Drama, das trotz einiger Holprigkeiten mitreißt und berührt.” (Wessels-Filmkritik)
Palm Springs Filmfestival 2017, Gewinner - Directors to watch