Filmforum Archiv
Ein Vater und sein Sohn kommen auf einem abgelegenen Rave inmitten der Berge Südmarokkos an. Sie sind auf der Suche nach Mar, ihrer Tochter und Schwester, die vor Monaten auf einer dieser niemals endenden, schlaflosen Partys verschwunden ist. Umgeben von elektronischer Musik und einem rohen, ungewohnten Gefühl von Freiheit, zeigen sie immer wieder ihr Foto herum. Die Hoffnung schwindet, doch sie geben die Suche nicht auf und folgen einer Gruppe von Ravern zu einer letzten Party in der Wüste. Je tiefer sie in die glühende Wildnis vordringen, desto mehr zwingt sie die Reise, sich ihren eigenen Grenzen zu stellen.
Mit Sirât präsentiert der vielfach ausgezeichnete Regisseur Oliver Laxe (Mimosas) seinen bislang radikalsten Film. Er führt seine Figuren und das Publikum auf einen erschütternden Weg zwischen Leben und Tod, zwischen Rausch und Offenbarung. Ein Vater sucht in der Wüste Marokkos nach seiner verschwundenen Tochter – und findet dabei eine tiefere Wahrheit über sich selbst. (polyfilm.at)
Filmfestival Cannes 2025: Preis der Jury, Soundtrack Award, Palm Dog für Pipa
Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona
ES 2021 | 85 min | OmU | R: Neus Ballús
Moha, Valero und Pep leben in Barcelona und arbeiten in einem Installateurbetrieb als Klempner. Moha, der jüngste von ihnen, absolviert gerade eine einwöchige Probezeit. Er soll Pep ablösen, der in Kürze in Rente geht. Trotz seiner Schüchternheit kommt er erstaunlich gut mit den Kunden zurecht – nur Valero hat ein Problem mit ihm. Und das nicht nur, weil er nach all den Jahren ein eingespieltes Team mit Pep ist.
Regisseurin Neus Ballús – deren Vater selbst Installateur ist – erzählt ihre Geschichte mit leisem, hintergründigem Humor und entwaffnender Leichtigkeit. So wie sie ihren Protagonisten von Kunde zu Kunde folgt und wie sich für die drei Klempner die Türen der Barceloneser Wohnungen öffnen, so eröffnet sich dem Zuschauer ein Blick auf die kleinen, tragikomischen Momente des Lebens.
„Ein charmanter, liebevoller und immer sehr leise komischer Film, ein großes Vergnügen und – als gelungene Komödie – eine Rarität im Wettbewerb von Locarno.“ (Sennheisers Filmblog)
Filmfestival Locarno 2021: Bester Schauspieler (Mohamed Mellali und Valero Escolar)
Katalanische Filmpreise 2022: Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller
Filmfestival Valladolid 2021: Publikumspreis, Bester Film
Nach dem Tod von David Fishers Vater findet der Filmemacher dessen Memoiren, welche von der grausamen Zeit erzählen, die Joseph Fisher im Zweiten Weltkrieg miterlebt hat. 2010 beschließt der Regisseur, mit seiner Schwester und zwei Brüdern von Israel nach Österreich zu reisen, um die Schauplätze von damals zu besuchen. Sie kommen nach Gusen, wo ihr Vater in einem Außenlager des KZ Mauthausen inhaftiert war. Konfrontiert mit ihrer eigenen Geschichte und der ihrer Familie, begegnen sich die Geschwister lachend und weinend in einer skurrilen, intimen Situation in den Katakomben des Lagers.
Die zeitgenössische Tänzerin Elena und der Gebärdensprachdolmetscher Dovydas lernen sich in einem Tanzkurs für gehörlose Jugendliche kennen. Vom ersten Moment an herrscht eine starke Anziehungskraft zwischen den beiden. Nachdem sich bald eine innige Beziehung etabliert - und zwar in all ihrer Komplexität - begeben sich Elena und Dovydas auf die Suche nach einer Form von Intimität, die für beide lebbar ist.
Marija Kavtaradzes zweiter Spielfilm webt ein poetisches Filmbild
aus Körpersprachen: Körperlicher Ausdruck, Erkenntnis über eigene Grenzen und eine vorsichtige Erkundung von Asexualität. Das Ergebnis ist ein fesselnder Tanz zwischen Selbst und Anderem.
(stadtkino)
„Mit einer bemerkenswerten Feinfühligkeit erzählt das litauische Liebesdrama von einer Beziehung, in der die gemeinsame Sexualität neu definiert werden muss.“ (Filmfest Hamburg)
Premiere beim Sundance Filmfestival 2023: World Cinema Award
Film Festival Ghent 2023: Explore Award | Arras Film Festival 2023: Youth Jury’s Award
In Kooperation mit der Stadt Bregenz (Fachbereich LGBTIQ+) im Rahmen des Pride Month
Im amerikanischen Westen des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist kaum jemand so sehr fehl am Platz wie Jay Cavendish. Der naive 16-jährige Sohn aus adligem Hause ist auf eigene Faust aus Schottland aufgebrochen, um das Mädchen zu finden, an das er sein Herz verloren hat. Doch obwohl er mit einem Kompass auf seinem Pferd unterwegs ist und nachts mit Revolver in der Hand schläft, ist er überhaupt nicht vorbereitet auf das Abenteuer, das ihn in Colorado erwartet. Da kommt der wortkarge, aber treffsichere Vagabund Silas, der sich ihm als Wegbegleiter Richtung Westen anbietet, gerade recht. Dass der Fremde dabei auf mehr aus ist als auf die 100 Dollar, die er für seine Dienste verlangt, ahnt Jay nicht.
Die Hauptrolle der ebenso bildgewaltigen wie poetischen Geschichte spielt Shootingstar Kodi Smit-McPhee, der mit der Bestseller-Verfilmung The Roadbekannt wurde und zuletzt inPlanet der Affen: Revolutionzu sehen war. Tatkräftige und bisweilen undurchsichtige Unterstützung bekommt er dabei vom Oscar-nominierten Michael Fassbender, der nach Filmen wie Inglourious Basterds, Shame, X-Men, Prometheus und 12 Years a Slaveseine Karriere mit Slow Westum eine faszinierende neue Facette ergänzt.
Sundance Filmfestival 2015, Grand Jury Prize
Manchmal, mit fortschreitendem Alter, rücken Erinnerungen aus der Kindheit stärker ins Bewusstsein als die Erlebnisse des gerade vergangenen Tages. So geht es auch dem alternden Freigeist Konrad Lang, der zusehends alltägliche Dinge vergisst, sich aber immer präziser an seine früheste Kindheit erinnert.
Nicht zuletzt aus diesem Grund zieht es ihn auch zurück in den Schoß der Industriellen-Familie Senn, zu der sich Konrad durch die gemeinsam verbrachte Kindheit mit dem gleichaltrigen Thomas zugehörig fühlt. Thomas' Mutter, das resolute Familienoberhaupt Elvira Senn, gewährt Konrad zwar Unterkunft, reagiert jedoch zunehmend beunruhigt und ablehnend auf Konrads Erinnerungen.
Verwundert beobachtet Simone, die junge Gattin des Familienerben, die wachsende Nervosität der Familienangehörigen. Sie fühlt sich zu dem verwirrten Alten hingezogen, während der Rest der Familie sich kühl distanziert. Als Simone auch noch damit beginnt, das Puzzle aus Konrads Erinnerungen zusammen zu setzen, ahnt sie nicht, dass sie damit einem lebensgefährlichen Geheimnis auf der Spur ist ...
Martin Suters Bestseller SMALL WORLD ist mit fast einer Million verkaufter Exemplare zugleich sein bislang erfolgreichster Roman. Regisseur und Drehbuchautor Bruno Chiche bringt Suters Debüt über Kindheitserinnerungen, komplizierte Familienbeziehungen und Gedächtnisverlust mit großem Staraufgebot auf die Leinwand. (filmz.de)
„Verführerisch gut.“ Der Spiegel
„Europäisches Kino im besten Sinne.“ FAZ
In einer Hütte tief im schneebedeckten Wald treffen sich Frauen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zum gemeinsamen Saunieren. Mit den Hüllen fallen Tabus. Sanfte Stimmen flüstern unausgesprochene Ängste und leidvolle Erkenntnisse in das schützende Dunkel der dampferfüllten Sauna. Aufgefangen vom leisen Zuhören ihrer Gefährtinnen berichten die Frauen von ersten Liebschaften, aber auch von sexuellen Übergriffen und unerträglichen Geburtsschmerzen. Dieses transformative Ritual begleitet Filmemacherin Anna Hints in Smoke Sauna Sisterhood.
Der in seiner Intimität fast mystische Dokumentarfilm zeigt Frauen nicht, wie sie sind, sondern in ihrem Werden, erzählt von jenen Veränderungen, die sich in das Leben und den Körper einer Frau einschreiben. Dank tiefer Empathie und Menschlichkeit gelingt ein ungeschönter und dennoch immer extrem fokussierter Blick ins Innere der Rauchsaunen – einer Tradition, die von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde.
Sundance Film Festival 2023: Directing Award – World Cinema
Nominiert für den europäischen Filmpreis 2023: Beste Doku, Publikumspreis
San Francisco Film Festival 2023: Golden Gate Award – Best Documentary
Medienpartnserschaft: Verein Amazone, IG Geburtskultur a-z
Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall
KR 2022 | 92 min | OmU | R: Hong Sang-soo
Bei einem Ausflug in einen Vorort von Seoul trifft die bekannte Schriftstellerin Junhee zufällig alte Bekannte. Das Wiedersehen mit ihrer Autorenkollegin Sewon, die dort einen kleinen Buchladen betreibt, fällt eher frostig aus: Junhee spürt Sewons Neid auf ihren Erfolg. Der Filmemacher Hyojin hingegen wollte einen von Junhees Romanen verfilmen – und machte kurz vor Beginn des Drehs einen Rückzieher. Schlimmer ist aber, dass Junhee seit einer Weile nichts mehr veröffentlicht hat und in einer Sinn- und Schaffenskrise steckt. Als sie auf einem Spaziergang die bekannte Schauspielerin Kilsoo kennenlernt, die sich in einer ähnlichen Situation befindet, fühlen die beiden sofort eine Verbundenheit. Junhee schlägt Kilsoo schließlich vor, gemeinsam einen Film zu drehen.
Der 27. Spielfilm des koreanischen Kultregisseurs Hong Sang-soo feiert in seinem typischen lakonischen Stil die Schönheit zufälliger Begegnungen. Eine humorvolle Meditation über Wahrhaftigkeit in der Kunst und eine Liebeserklärung an seine Darsteller*innen, die allesamt Größen des koreanischen Kinos sind.
„Von zarter Schönheit“ (perlentaucher)
„Pures Kinoglück“ (filmstarts)
Berlinale 2022: Silberner Bär – Großer Preis der Jury
Ahmet ist der pflichtbewusste Sohn türkischer Einwanderer, ein harter Boxer und fleißiger Soldat, der sich dem „Dienst für Österreich“ verschrieben hat. Im Laufe seines Lebens hat er gelernt, sich an die Erwartungen anderer anzupassen.
Der Wunsch, sich wieder wie er selbst zu fühlen, zwingt Ahmet, einen alten Traum zu verfolgen und sich für den Schauspielunterricht einzuschreiben. Dort wird er ermutigt, sich mit seiner eigenen Verletzlichkeit auseinanderzusetzen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Ahmet hat seit seiner Kindheit nicht mehr geweint. Und je mehr er versucht, aus traditionellen Geschlechterrollen auszubrechen, desto stärker werden die Konflikte mit sich selbst.
„Soldat Ahmet beginnt als Gleichnis über einen in Österreich lebenden türkischen Migranten. Im weiteren Verlauf des Films zeigt sich ein komplexes Porträt eines jungen Mannes, sein Streben nach Zugehörigkeit und die Kraft seiner emotionalen Welt.“ (filmdelights)
This Human World Festival – Austrian Jury Award
Bolzano IFF – Final Touch Award
Diagonale 2021 – Best Sound Design
In Kooperation mit dem Fachbereich Integration der Stadt Bregenz
Man kennt ihn von der Leinwand oder aus der einschlägigen Klatschpresse: Johnny Marco ist ein angesagter junger Hollywood-Star. Er residiert im legendären Hotel Chateau Marmont in L.A. und vertreibt sich die Zeit mit Dingen, die das Leben angenehm machen: schöne Frauen, schnelle Autos, Alkohol und Drogen. Alles, um bloß nicht zu merken, das sein Leben eigentlich ziemlich langweilig ist. Doch da kommt ihn unerwartet Cleo (Elle Fanning), seine elfjährige Tochter aus einer früheren Beziehung, besuchen. Johnny soll sich für einige Zeit um sie kümmern. Die unvermittelte Nähe zu seiner Tochter bringt Johnny nach langer Zeit endlich wieder zum Nachdenken: Mit Cleo füllt wieder etwas Echtes und Ehrliches die Leere in seinem Leben. Doch was wird sein, wenn sie ihn wieder verlassen muss?
1980: Die Erleuchtung kommt nach Talbichl. Die Bhagwan-Anhängerin Amrita zieht mit ihren Kindern Lili und Fabian gemeinsam mit ihrer WG aus Berlin in die bayerische Provinz. Urschrei-Therapie und Vollkornschrot treffen auf Schützenverein und festgefügte Horizonte. Und während Amrita halbnackt indische Mantras auf dem "Stein der Erleuchtung" singt, linst der erzkonservative Nachbar und Bürgermeister von Talbichl fassungslos durch die Hecke. Zu allem Überfluss beginnen die Sannyasins auch noch, ein "Therapiezentrum" im Dorf aufzubauen. Das Misstrauen der Dorfgemeinschaft gegenüber den "Fremden" wächst unaufhaltsam, und ausgerechnet Amritas Tochter Lili gerät zwischen die Fronten. Von den Mitschülern gemieden und ihrer Mutter allein gelassen, wünscht sie sich nichts sehnlicher als eine ganz normale Familie.
Regisseur Marcus H. Rosenmüller (Wer früher stirbt ist länger tot) zeichnet für die Umsetzung des höchst unterhaltsamen Drehbuchs verantwortlich, das auf den Kindheitserinnerungen der Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihres Bruders Georg Gruber, Produzent des Films, beruht. Beide wuchsen in einer Bhagwan-Kommune südlich von München auf.
„Ein grundsympathischer Film“(epd-film)
Musikproduzent Cook (Michael Fassbender) ist eine ebenso erfolgreiche wie exzentrische Lichtgestalt der berüchtigten Musikszene von Austin, Texas. In der Hoffnung auf ihren großen Durchbruch lässt sich die ambitionierte Musikerin Faye (Rooney Mara) auf eine Affäre mit ihm ein, die ihr schnell zum Verhängnis wird, als sie den aufstrebenden Songwriter BV (Ryan Gosling) kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Abseits des Rampenlichts entwickelt sich ein explosives Dreierge-spann, dessen Protagonisten sich zwischen Liebe, Betrug und Sinnlichkeit treiben lassen.
Terrence Malick bleibt seiner assoziativ-poetischen Erzählweise treu und feiert in einem virtuosen Bilderreigen die Liebe und das Leben von zwei Männern und zwei Frauen aus der texanischen Musikszene.












































































