Filmforum Archiv
Um marginalisierten Roma-Jugendlichen eine Perspektive für ihre Zukunft zu bieten, gründete János Orsós, selbst Rom, in einem ungarischen Dorf das buddhistische Ambedkar-Gymnasium. Der zornige Buddha erzählt von den kräftezehrenden Bemühungen des Lehrers und seines Mitstreiters Tibor Derdák, den verarmten Jugendlichen durch Bildung und Spiritualität zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen und sie im Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung zu stärken.
Vorbild ist der durch den Sozialreformer Bhimrao Ramji Ambedkar inspirierte Aufbruch der Dalits, der als „Unberührbare“ gebrandmarkten Bevölkerungsgruppe in Indien, dem Ursprungsland der Roma und des Buddhismus.
In ihrem Kampf stoßen Orsós und Derdák immer wieder auf Widerstände: Ablehnung und Anfeindungen seitens der ungarischen Dorfgemeinschaft, eine erstarkende nationalistisch-rassistische Politik, Finanzkürzungen und Schließungen von Schulen und nicht zuletzt resignierende Roma-Eltern und -Schüler/ innen.
Preis für den besten Dokumentarfilm, Fünf Seen Filmfestival 2016
Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit dem vorarlberg museum im Rahmen der aktuellen Ausstellung Romane Thana. Mit dem Kinoticket zu diesem Film erhalten Sie einen ermäßigten Eintritt in die Ausstellung um 7 Euro.
Mit 7 Göttinnenpräsentiert Pan Nalin, der mit seinem Film Samsaraeinen Welterfolg feierte, ein mitreißendes „weibliches Buddy-Movie“. Was zunächst wie die indische Antwort auf Filme wie Brautalarm aussehen mag, entwickelt sich zu einer wilden Achterbahnfahrt der Emotionen und zu einem starken und bewegenden Statement, das nicht nur „gleiches Recht für alle“ einfordert, sondern auch für die Kraft von Freundschaft und Zusammenhalt und das Festhalten an eigenen Überzeugungen steht.
In den Fokus seines Films rückt Pan Nalin dabei sieben junge Frauen, die althergebrachte Traditionen und Gesellschaftsstrukturen herausfordern und angreifen und jenseits aller Klischees und Vorurteile ein neues und modernes Indien im Aufbruch repräsentieren. (Thimfilm)
„Die Mischung aus Frauen-Buddy-Film, Emanzipationsmelodram und Thriller – alles umrahmt von viel Musik – bietet trotz einiger Irritationen ein spannendes Kinoerlebnis. Insgesamt ist das mehrfach preisgekrönte Drama ein sehenswertes Beispiel für einen Ensemblefilm mit alternativem und sogar kämpferischem Bollywood-Charme.“ (programmkino.de)
Filmfest Rom 2015: BNL Publikumspreis
Unter der heißen Sonne und inmitten der schweißtreibenden Nächte eines ewigen Sommers bereiten sich Kalia und ihre Kolleg*innen der bunt zusammengewürfelten Truppe an Hotelanimateur*innen auf den Höhepunkt der Tourismussaison vor. Zwischen Bingo-Sessions, Bühnenperformances und berauschenden Clubnächten brechen sich Dynamiken Bahn, die Kalias Kampf im Dazwischen von Rampenlicht und Schattendasein offenbaren. Die Nächte werden gewalttätig – und die Ausgelassenheit weicht dem Exzess. (filmgarten)
„Animal blickt mit unnachgiebiger Ausdauer in den Maschinenraum der Unterhaltung. (...) Ein feinfühliges Porträt einer Welt, die wir alle bereisen, ohne sie wirklich zu kennen.“ (kino-zeit.de)
„Voodoo Jürgens hat eine wunderbar-intime Szene mit der phänomenalen Hauptdarstellerin Dimitra Vlagopoulou.“ (Der Standard)
Locarno 2023, Beste Schauspielerin
Thessaloniki Film Festival 2023, Bester Film – Goldener Alexander, Beste Schauspielerin
Michael Stone fliegt nach Cincinnati, wo er eine Motivationsrede
halten soll. Der Abend im Hotel ist einsam. Er nimmt Kontakt auf zu einer verflossenen Liebschaft, die er jahrelang nicht gesehen hat. Der Treff in der Hotelbar ist ein Reinfall, aber Michael lernt dort zwei weibliche Fans aus der Provinz kennen, die nur wegen ihm in die Stadt gereist sind. Er nimmt die unscheinbare Bella mit auf sein Zimmer – und verliebt sich wider Erwarten in die unsichere Frau. Doch am nächsten Morgen sieht alles wieder anders aus...
Unterstützt von dem Animationsspezialisten Duke Johnson gelingt dem genialen Drehbuchautor Charlie Kaufman („Being John Malkovich“) bei seiner zweiten Regiearbeit ein Stop-Motion-Film, wie es noch keinen gab. Mit Hilfe einer Kickstarter-Kampagne finanziert, nutzt diese bittersüße Komödie die distanzierenden Mittel der Animation, um ganz erwachsen eine Studie von Einsamkeit und der Suche nach Liebe in einer feindseligen Welt zu erzählen, die vom ersten bis zum letzten Moment faszinierend und hinreißend ist.
„Anomalisa ist wunderschön, herzzerreißend und letztlich unvergesslich.“(Variety)
Filmfestival Venedig 2015, Grand Special Jury Prize und Future Film Festival Digital Award
Die selbstbewusste Anora, eine junge Stripperin aus Brooklyn, erhält die Chance auf einen Ausstieg, als sie Ivan, den Sohn eines Oligarchen, kennenlernt und ihn kurze Zeit später spontan in Las Vegas heiratet. Als die Nachricht Russland erreicht, ist ihr Traum von einer besseren Zukunft jedoch in Gefahr: Ivans Eltern reisen nach New York, um die Ehe zu annullieren.
Von den schummrigen Sex-Clubs voll unerfüllter Träume bis zu den luxuriösen Appartements russischer Milliardäre: Anora ist eine wilde Odyssee durch die Gegensätze der Gegenwart und kontrastreichen Genres, zwischen denen die Außenseiter des Lebens ihren persönlichen Silberstreif am Horizont entdecken.
Regisseur Sean Baker (The Florida Project) erzählt eine bewegende Geschichte voller Lebenslust und pointiertem Humor.
„(...) ein unglaublich energiegeladenes und gnadenlos unterhaltsames Cinderella-Update für Erwachsene, bei dem die ganze Tragik des Geschehens erst nach atemlosen 130 Minuten in der allerletzten, plötzlich ganz ruhigen Szene des Films einschlägt wie ein Baseballschläger.“ (filmstarts.de)
Cannes Film Festival 2024: Goldene Palme, Bester Film
Eintritt frei! Silent Cinema: Funk-Kopfhörer-Kino im Honolulu Garden / Kopfhörer vor Ort Du kannst aber auch deine eigenen Stecker-Kopfhörer und eine Decke mitbringen
AT 2021 I 92 min I R: Hannes Starz
Niko, Anna, Jools und Ilias sind um die dreißig, vom Erwachsenwerden halten sie aber nichts. Die vier lassen sich durch die Wiener Musik-Subkultur treiben, arbeiten in einschlägigen Lokalen, besuchen Konzerte, feiern viel, nehmen Drogen, spielen Off-Theater, gehen Skateboarden und betreiben mehr schlecht als recht eine Band. Nach einem Selbstmordversuch landet Schlagzeuger Niko im Rollstuhl. Wirklich aus den Fugen gerät das postadoleszente Leben im Dämmerlicht jedoch erst, als er am Ende einer Partynacht auf der Donauinsel verschwindet und sein Rollstuhl im Wasser liegt. Ein Film über Freundschaft und das Ringen mit dem Erwachsenwerden.
„In seiner klapprigen Machart entspricht der Film den filigranen frühen Liedern des verstorbenen US-Pop-Sonderlings Daniel Johnston, dem er gewidmet ist. Einen interessanten Kontrast dazu bildet die prominente Besetzung, etwa mit dem Wiener Musiker Voodoo Jürgens sowie Tinka Fürst, der coolen Jungen aus dem Kölner 'Tatort'.
DIAGONALE 2021 – Bestes Sounddesign
Eine Kooperation mit der stattcooperative und dem Honolulu Hotel
Ein Jahr im Leben von Tom und Gerri. Beide um die sechzig und seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Ein Jahr voller Alltag und Gartenarbeit, Abendessen, Grillpartys, Freundes- und Familienkrisen. Statt sich gepflegter Langeweile und zermürbenden Krankheiten und Gebrechen hinzugeben, legen die Senioren bei Mike Leigh einen unverdrossenen Optimismus an den Tag, der auch die Nöte ihrer Freunde und Familienmitglieder überstrahlt und allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder hoffnungsvolle und komische Wendungen zeigt.
Mit Charme und Herzenswärme und seinem besonderen Gespür für die Komik und Tragik des Alltäglichen lässt Mike Leigh den Vorruhestand optimistische Funken schlagen und zeigt seine beiden Helden als Paradebeispiel für eine ganze Generation unternehmungslustiger und tatkräftiger Menschen in fortgeschrittenen Jahren. Berührend und gleichzeitig humorvoll feiert ANOTHER YEAR das kleine Glück einer intakten Familie in der tiefsten englischen Vorstadttristesse.
„Man möchte auf die Knie fallen vor diesen Darstellern.“ (Die Zeit)
„Leighs Film strahlt eine Wärme aus, von der man noch lange zehrt, nachdem man das Kino verlassen hat.“ (spiegel.de)
In Anselm zeichnet Wim Wenders das Porträt eines der innovativsten und bedeutendsten bildenden Künstler unserer Zeit: Anselm Kiefer. Gedreht in 3D und in einer Auflösung von 6K erlaubt der Film seinem Publikum eine filmische Reise durch das Werk eines Künstlers, dessen Kunst die menschliche Existenz und die zyklische Natur der Geschichte erforscht, inspiriert von Literatur und Poesie, Geschichte, Philosophie, Wissenschaft, Mythologie und Religion.
Mehr als zwei Jahre lang folgte Wenders den Spuren Kiefers und verknüpft in seinem Film die Lebensstationen und Schaffensorte einer mehr als fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere zwischen Kiefers Heimatland Deutschland und Frankreich, seiner heutigen kreativen Heimat.
„(...) eine virtuos inszenierte und visuell großartige Dokumentation über den bekannten Künstler Anselm Kiefer. Weniger das Verständnis der Person ist, was Wim Wenders antreibt, sondern die Auseinandersetzung mit seinem Werk und den Themen.“ (outnow.ch)
„Der Film zeigt uns Anselm Kiefers Werk in seiner ganzen Gigantik.“ (The Guardian)
Medienpartnerschaft mit der Berufsvereinigung bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs
Der in Berlin studierenden Israelin Noa fällt die Decke auf den Kopf. Ihr deutscher Freund geht auf Konzerttournee und ihr Antrag auf ein Stipendium für eine Arbeit über unübersetzbare Wörter wird abgelehnt. Noa besucht ihre Familie in Israel. Doch statt sich aufzulösen, wachsen ihre Probleme dort exponenziell: lost in translation. Anderswospielt in straighter Plot-Entwicklung bilingual auf der Klaviatur von Heimat und Fremde und bezieht auch das komplizierte Verhältnis zwischen Israel und Deutschland mit ein. Man kann nichts übersetzen, heißt es einmal, nicht Haus, nicht Eltern, nicht Liebe.
Die israelische Filmemacherin Ester Amrami lebt seit zehn Jahren in Berlin. Anderswoist ihr Spielfilmdebüt. Das zentrale Thema des Filmes ist das Gefühl der Heimatlosigkeit, das die Regisseurin aus eigener Erfahrung bestens kennt. Überhaupt scheint die Protagonistin ein Alter Ego der Regisseurin und Autorin zu sein.
Der Film hatte seine Premiere auf der Berlinale 2014 und wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit der FrauenFilmTagen in Wien.
Rubens ist ein beliebter und sorgloser Schwimmlehrer, bis er eines Tages von einer Mutter beschuldigt wird, ihren Sohn zärtlich berührt zu haben. Die Anschuldigungen werden verbreitet und beschleunigt durch moderne Kommunikationsmittel.
Carolina Jabor hat einen ungemein packenden, brennend aktuellen und wichtigen Spielfilm gestaltet, der uns erkennen lässt, dass sich Wahrheit nicht per elektronischer Kommunikation vermittelt. Sie erzählt diese Geschichte mit dem brasilianischen Filmstar Daniel de Oliveira in der Hauptrolle bravourös und so, dass wir selber als Beobachtende unsere Einschätzung immer wieder in Frage stellen und uns damit in der Situation befinden, Urteile zu fällen, für die wir genaugenommen zu wenig Anhaltspunkte haben, aber eben doch Indizien.
„Beklemmend aktuell: Das brasilianische Filmdrama Liquid Truth erzählt, wie Facebook und WhatsApp den Verdacht auf einen sexuellen Übergriff in eine Hexenjagd verwandeln. Liquid Truth wird nie reißerisch, das Drama hält den Zweifel an der Redlichkeit seiner Figuren gekonnt in der Schwebe.“ (SRF)
Rio De Janeiro International Filmfestival 2017: Bestes Drehbuch, Publikumspreis, Bester Schauspieler, Bester Nebendarsteller
Paris in den frühen 1970er Jahren. Gilles lässt sich von der politisch aufgeladenen und kreativen Aufbruchstimmung mitreißen und engagiert sich mit seinen Freunden für eine neue Gesellschaftsordnung. Dabei verliebt er sich in Christine, die für die gleiche Sache kämpft wie er. Mit der Zeit erkennt Gilles, dass die Zeit gekommen ist, seinem Leben eine Richtung zu geben. Er sucht seinen eigenen Weg – hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Christine, seinen Freunden, seinen politischen Überzeugungen und seinen ganz persönlichen Träumen. Es sind bewegte Zeiten, und er muss klare Entscheidungen treffen, um den richtigen Platz im Leben zu finden…
„Die wilde Zeit ist die Geschichte einer Generation nach 1968, einer Generation, deren Hoffnungen und Träume sich nicht unmittelbar aus den Ereignissen des Pariser Mai speisen, sondern die auf der Suche nach einem eigenen, neuen Mai ist. Im Politischen wie im Persönlichen eine not yet lost generation, schwankend zwischen ihrem kleinen Glück, ihrer Musik, einer Reise und einer Liebschaft.“ (Viennale)
Filmfestival Venedig 2012: Silberner Löwe für das Beste Drehbuch, Preis der Fondazione Mimmo Rotella
Clara, 65, verwitwet, ehemals Musikkritikerin, ist die letzte verbliebene Bewohnerin eines in den 1940ern erbauten Wohnblocks mit Blick auf den Strand von Recife. Ebendort nun will eine Immobilienfirma einen gesichtslosen Komplex hochziehen und sie vertreiben. Clara aber ist stur und stolz und weigert sich, ihren Erinnerungsraum ohne Not aufzugeben. Aquarius gestaltet jenen, unsere Gegenwart prägenden Konflikt zwischen Traditions- und Geschichtsbewusstsein auf der einen Seite und beschleunigtem Vergessen und kultureller Entwurzelung auf der anderen. Mit Sônia Braga, nicht wegzudenkender Ikone des brasilianischen Kinos, in der Hauptrolle, die eine geradezu magnetische Präsenz entfaltet.
Man darf den Wohnungskampf in Aquarius auf zweifache Weise verstehen: als inneren Ausdruck einer Frau, die in den verblassten Aufbruch der intellektuellen Schicht Brasiliens noch einmal viel Farbe und Bewegung bringt. Und als schimmerndes Bild eines Landes, in dem sich die Hoffnungen auf mehr soziale Gerechtigkeit nicht unbedingt realisiert haben.
Aquariusvon Kleber Mendonça Filho feierte seine Premiere im Mai 2016 im Rahmen des Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele von Cannes.




































































