Filmforum Archiv
Mitten auf dem indischen Ozean wird ein Mann (Robert Redford) jäh aus dem Schlaf gerissen. Seine zwölf Meter lange Segelyacht hat einen im offenen Meer treibenden Schiffscontainer gerammt. Sein Navigations-Equipment und sein Funkgerät versagen in der Folge den Dienst und er treibt mitten in einen gewaltigen Sturm hinein. In letzter Minute gelingt es dem Mann, das Leck in seinem Boot notdürftig zu flicken. Er überlebt den Sturm dank seiner seemännischen Intuition und Erfahrung mit knapper Not. Praktisch manövrierunfähig treibt der Mann auf offener See. Seine letzte Hoffnung ist es, von der Strömung in eine der großen Schiffahrtsstrecken getrieben Szu werden. Unter der unerbittlich sengenden Sonne sieht sich der sonst so selbstbewusste und erfahrene Segler mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und kämpft einen verzweifelten Kampf ums Überleben…
Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus im London der Gegenwart. Eines Nachts kommt es zu einer zufälligen Begegnung mit dem mysteriösen Nachbarn Harry, die den Rhythmus seines Lebens durchbricht. Während sich zwischen den beiden eine Beziehung anbahnt, wird Adam von Erinnerungen aus der Vergangenheit heimgesucht. Er findet sich in der Vorstadt wieder, in der er aufgewachsen ist, und in dem Haus seiner Kindheit, in dem seine Eltern zu leben scheinen, genau wie an dem Tag, an dem sie 30 Jahre zuvor gestorben sind.
„Adam, der Endvierziger, der gerade an einem Drehbuch über seine Kindheit im Arbeitervorort scheitert, bekommt die Chance, mit seinen verstorbenen Eltern Gespräche zu führen. Auch über sein Schwulsein, das Adam nochmals auf anderer Ebene mit dem jungen Harry, reflektiert. Ebenso kunstvoll wie zart verknüpft der Film diese zwei Liebesgeschichten.“ (Barbara Kronsfoth, Viennale 2023)
Der Film wurde mit 29 internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.
Eine Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz anlässlich der aktuellen Ausstellung von Anne Imhof. Tipp: Von 13. bis 20. September haben Sie mit der Kinokarte freien Eintritt zur Ausstellung.
Medienpartnerschaft: GoWest (Verein für LGBTQIA+), Stadt Bregenz (Fachbereich LGBTIQ+)
Im Schatten des Orangenbaums
FR, BE 2025 | 145 min | OmU | R: Cherien Dabis
Westjordanland, 1988: Als der junge Noor bei einer Demonstration schwer verletzt wird, beginnt seine Mutter Hanan die bewegende Geschichte ihrer Familie zu erzählen.
Die Erzählung führt zurück ins Jahr 1948, als Noors Großvater Sharif sich weigert, Jaffa zu verlassen, um sein Haus und den Orangenhain zu schützen. Doch Krieg, Vertreibung und Gefangenschaft reißen die Familie auseinander. Sharifs Sohn Salim wächst im Schatten seines Heimatlandes auf, das er nie wirklich kennengelernt hat.
Als Noor Jahrzehnte später gegen israelische Soldaten protestiert, scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Doch im Moment ihres größten Schmerzes treffen Hanan und Salim eine Entscheidung für die Menschlichkeit und geben damit Hoffnung auf Versöhnung.
„ (...) ein gewaltiges Epos über den Verlust von Heimat und menschliche Stärke – und damit ein herausragender Kandidat für die anstehende Oscar-Saison!“ (filmstarts.de)
Sydney Film Festival und Thessaloniki Film Festival 2025: Publikumspreis
San Francisco Film Festival 2025: Golden Gate Award und Publikumspreis
Medienpartner: Volkshochschule Lindau, friedensräume - Villa Lindenhof
Die Geschichte beginnt mit P.A.I.N., einer Gruppe, die die vormals selbst suchtkranke Fotografin Nan Goldin gegründet hat. P.A.I.N. agiert gegen Museen, die sich von der Pharma-Industrie finanzieren lassen, will die Sucht entstigmatisieren und den Suchtopfern helfen. Inspiriert von Act Up organisiert die Gruppe Proteste, um auf die toxische Philanthropie der Sackler-Familie aufmerksam zu machen, deren Unternehmen Purdue Pharma mit seinem Blockbuster-Medikament OxyContin für die Opioid-Epidemie hauptverantwortlich war.
All the Beauty and the Bloodshedist eine epische, emotionale und ineinander verwobene Geschichte über die international bekannte Künstlerin und Aktivistin Nan Goldin, die anhand ihrer bahnbrechenden Fotografien, intimen Interviews sowie seltenen Aufnahmen ihres persönlichen Kampfes gegen die Opioid-Industrie erzählt wird. (Poly)
„Ein großartiger Dokumentarfilm“ (Der Standard)
Filmfestspiele Venedig 2022, Goldener Löwe, Bester Film
Independent Spirit Award 2023, Beter Dokumentarfilm
Oscar Nominierung 2023, Bester Dokumentarfilm und viele weitere Filmpreise
Die Krankenschwester Prabha lebt mit ihrer jüngeren Kollegin und Mitbewohnerin Anu in Mumbai. Prabha hat sich von ihrem Ehemann entfremdet und versucht, ihr vergangenes Leben zu vergessen. Stattdessen stürzt sie sich in die Arbeit. Als Prabha von ihrem Mann ein unerwartetes Geschenk erhält, bringt das ihr Leben gehörig durcheinander. Währenddessen ist die unbeschwerte Anu auf der Suche nach einem Ort in der Stadt, an dem sie mit ihrem Geliebten intim sein kann. Eines Tages begeben sich Prabha und Anu auf einen Ausflug ans Meer. Dort stoßen sie auf einen mystischen Wald. Der Ort ist ein Raum der Freiheit und verhilft den Frauen zur Verwirklichung ihrer Träume. (polyfilm)
„Ein Werk von tiefer Zärtlichkeit“ (Cineman)
„ (...) ein beeindruckendes Debüt, das auch durch ihre dokumentarische Beobachtungsgabe ein sozialrealistisches Porträt des heutigen Mumbais zeigt.“ (filmstarts.de)
Cannes Film Festival 2024: Grand Prix du Festival
Chicago International Film Festival 2024: Silver Hugo, Jury Prize
Medienpartner: Verein Amazone
Eintritt frei! Silent Cinema: Funk-Kopfhörer-Kino im Honolulu Garden / Kopfhörer vor Ort Du kannst aber auch deine eigenen Stecker-Kopfhörer und eine Decke mitbringen
DE 2022 I 89 min I R: Annika Pinske
Clara hat es geschafft. Weg aus der ostdeutschen Provinz führt sie als Dozentin ein unabhängiges Leben in Berlin und macht ihren Doktor in Philosophie. Zwischen ihren beruflichen Ambitionen, einer Affäre mit einem ihrer Studenten und der fordernden Freundschaft zu ihrer Doktormutter Margot bleibt wenig Zeit für die Familie. Als Clara mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter zum 60. Geburtstag ihrer Mutter Inge zurück in die Heimat fährt, wird sie mit ihrem Ideal von einem freien, selbstbestimmten Leben konfrontiert. Wie hoch ist der Preis, den sie dafür zahlen muss?
„Ein sehr schöner Film über Bildungsaufstieg und Zugehörigkeit, Mutterschaft und Emanzipation.“ (Maria Motter fm4)
„Ein Film, der Herz und Atem raubt.“ (Kino-Zeit)
Berlinale 2022 – Panorama Selektion
Eine Kooperation mit der stattcooperative und dem Honolulu Hotel
Alles ist gut – so zumindest der Eindruck, den Janne vermitteln möchte. Aber nichts ist gut. Nicht, seitdem ihr neuer Chef ihr seinen Schwager Martin vorgestellt hat, der am Abend ihres Kennenlernens gegen ihren Willen mit ihr schläft. Danach lässt Janne erst mal alles seinen gewohnten Gang gehen – wenn man die Dinge nicht zum Problem macht, hat man auch keins. Doch ihr Schweigen über den Vorfall weicht nach und nach einer stillen Ohnmacht. Bis Janne ihr Leben und die Liebe zu ihrem Freund Piet langsam entgleiten.
„Aenne Schwarz als eine Frau Mitte 30, die ihr Leben mittels fortwährender Beschwichtigungstaktik absolviert – bis sie implodiert. Regisseurin Trobisch inszeniert das als stille Eskalation. Ein ungewöhnlicher Film mit einer herausragenden Darstellerin.“ (epd-film)
„Sensibel inszeniertes Drama um eine Frau, die kein Opfer sein will und eine Vergewaltigung verschweigt. Souverän und schnörkellos inszeniert, toll gespielt, nur am Ende etwas zu gut gemeint.“ (filmstarts.de)
Locarno Filmfestival 2018, Bester Debütfilm
Filmfest München 2018, FIPRESCI- Preis
Im Frühjahr 1912 lässt sich Alma Mahler, Grande Dame der Wiener Gesellschaft und soeben erst Witwe geworden, auf eine Affäre mit dem „Enfant Terrible“ der Wiener Kunstszene ein, mit Oskar Kokoschka. Es entbrennt eine Leidenschaft, die beide an den Rand der Selbstzerstörung bringt.
Der Film basiert auf dem biografischen Roman Die Windsbraut von Hilde Berger. (film.at)
Ein Spielfilm, der in seiner Inszenierung äußerst fein ist und sich
an dem, was in Übersee gemacht wird, inspiriert, dabei aber seine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit zeigt. (cinema austriaco)
Alptraum Einbürgerung: Erst ballern brutal die Stempelkissen auf die Papiere, dann verabreicht der Beamte Eisbein mit Sauerkraut und schließlich fordert er dich auch noch auf, künftig alle zwei Jahre Urlaub auf Mallorca zu machen - so wie jeder anständige Deutsche. Nein, was da als innerer Film vor den Augen des deutschtürkischen Opa Hüseyin (Vedat Erincin) abläuft, ist natürlich nicht Realität auf deutschen Ämtern. Aber es beschreibt ganz gut, wo beim alten Herrn der Schuh drückt: Um sich sein letztes bisschen Türkenidentität zu retten, fährt er alle Klischees auf, die man so gegen den teutonischen Spießer anbringen kann.
Luitgard Koch von Programmkino.de schreibt in ihrer Kritik von einem „türkischdeutschen Kinohighlight“, einem „leichtfüßigen, aber doch gefühlvollen Porträt über Identität und Integration“ und einer „wohldosierten Mixtur aus Komödie und Tragödie“.
Deutscher Filmpreis 2011: Silber in der Kategorie Bester Film
Deutscher Filmpreis für das Beste Drehbuch
Mariahilfpark Bregenz, nähe Kesselhaus, Eintritt frei! Findet nur bei Schönwetter statt. Wetter-Handy: 0650-2342993 Gerne könnt ihr eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen.
DE 2011 | 101 min | deutsch und türkisch | Regie:...
Alptraum Einbürgerung: Erst ballern brutal die Stempelkissen auf die Papiere, dann verabreicht der Beamte Eisbein mit Sauerkraut und schließlich fordert er dich auch noch auf, künftig alle zwei Jahre Urlaub auf Mallorca zu machen – so wie jeder anständige Deutsche. Nein, was da als innerer Film vor den Augen des deutsch-türkischen Opa Hüseyin (Vedat Erincin) abläuft, ist natürlich nicht Realität auf deutschen Ämtern. Aber es beschreibt ganz gut, wo beim alten Herrn der Schuh drückt: Um sich sein letztes bisschen Türkenidentität zu retten, fährt er alle Klischees auf, die man so gegen den teutonischen Spießer anbringen kann.
Luitgard Koch von Programmkino.de schreibt in ihrer Kritik von einem „türkischdeutschen Kinohighlight“, einem „leichtfüßigen, aber doch gefühlvollen Porträt über Identität und Integration“ und einer „wohldosierten Mixtur aus Komödie und Tragödie“.
Deutscher Filmpreis 2011: Silber in der Kategorie Bester Film
Deutscher Filmpreis für das Beste Drehbuch
Die Alpen sind nicht nur spektakuläre Naturlandschaft im Herzen Europas, sondern Lebensraum für 13 Millionen Menschen in acht Ländern, deren Vielzahl an Sprachen, Dialekten und Lebensweisen die kulturelle Vielfalt dieser einzigartigen Region widerspiegeln.
Robert Schabus begibt sich in seinem Kinodokumentarfilm Alpenland mit großer Empathie und genauem Blick auf eine Reise zu Bergbauernhöfen in Österreich, kleinen Manufakturen im Dorf Premana in Italien oder in bekannte Wintersportzentren wie Méribel in Frankreich und Garmisch-Partenkirchen in Bayern. Die Idylle trägt den Keim zu ihrer Zerstörung in sich. Der Tourismus schafft Arbeitsplätze und frisst die Natur auf, der Verkehr durchschneidet die Alpentäler und der Klimawandel macht sich in den Alpen besonders bemerkbar. Gleichzeitig gibt es Menschen, die von der Tradition geprägt sind, einer rauen Natur seit Jahrhunderten zu trotzen, und die ihren Lebensraum nicht preisgeben wollen.
Im Anschluss an den Film führt Verena Konrad vom vai – Vorarlberger Architektur Institut ein Filmgespräch mit dem Regisseur Robert Schabus.
In Kooperation mit der Bodensee Akademie und dem Vorarlberger Architektur Institut
Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer befasst sich mit den Grundgedanken, die der modernen Bildung zu Grunde liegen und stellt fest, dass auch wenn der Drill heute vielleicht fehlen mag, unser aktuelles Bildungssystem sich noch immer stark aus der Ideenwelt der Industriellen Revolution speist. Nach seiner Ansicht besteht die Aufgabe des Bildungssystems heute wie damals nur darin, Menschen hervorzubringen, die in der arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft gut funktionieren, und eben keine Menschen, die einerseits kreativ und andererseits lösungsorientiert arbeiten können. Schuld daran sei das Konkurrenzdenken, welches von der Wirtschaft auf den Bereich der Bildung übertragen wird und die reine Erfüllung vorgegebener Normen als Bildungsziel mit sich bringt. So kommt er zu dem Fazit, dass die Führer aus Politik und Wirtschaft von heute zwar häufig die besten Schulen oder Universitäten besucht hätten, jedoch in schwierigen Situationen keinerlei Lösungen anzubieten haben.
Kino-Regisseur Erwin Wagenhofer (52) widmet nach den Themen Nahrung We feed the World und Finanzen Let's make Money nun mit Alphabet den Abschlussfilm seiner Trilogie der Bildung. Seine These: Fast alle Neugeborenen sind Genies und hochbegabt, doch Bildung in Schulen lässt Kinder verkümmern, statt sie zu fördern. Er fordert ein radikales Umdenken.
Alphabet ist Erwin Wagenhofers bisher radikalster Film.
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