Filmforum Archiv
Hannah und ihr Mann Ole Nydahl wurden im gegenkulturellen Milieu Kopenhagens sozialisiert: „Wir wussten damals noch nichts über Karma“, sagen sie später. Doch ihre Hochzeitsreise, die sie im Jahr 1968 nach Kathmandu führte, sollte ihr Leben für immer verändern: Dort lernten sie den 16. Karmapa, den ersten bewusst wiedergeborenen Lama Tibets, kennen und wurden seine ersten westlichen Schüler. Die Nydahls sahen im Studium und in der weltweiten Verbreitung der Lehren der tibetischen Karma-Kagyü-Schule ein Lebensprojekt, dem sie sich mit all ihrer Kraft und Energie widmeten – bis zum frühen Krebstod von Hannah (2007), die auch als „Mutter des Buddhismus“ bezeichnet wurde.
Für den Film wurden zahlreiche Interviews mit Verwandten, Mitstrei-tern und Zeitzeugen von Hannah gemacht. Außerdem werteten die Filmemacher privates Film- und Fotomaterial aus und bereisten einige der Länder, in denen die Nydahls tätig waren.
Bei der Vorstellung um 20 Uhr wird eine Person des Produktionsteams im Kino anwesend sein und steht nach dem Film für Fragen zur Verfügung."
Arpa Film Festival, Publikumspreis Bester Dokumentarfilm
Als Hannah Arendt 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher und ihren Freunden.
Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel Eichmann in Jerusalem ihre Artikelserie. Mit ihrer These von der „Banalität des Bösen“ schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet und angefeindet. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart, weniger die Hetzkampagnen, die zahlreiche Medien entfachen. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, „dahin zu denken, wo es weh tut“.
Der Historiker Werner Bundschuh wird nach der Mittwoch-Vorstellung gerne für Gespräche zur Verfügung stehen.
Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch ein Berliner Luxuskaufhaus werden Hanni und Nanni des Diebstahls beschuldigt. Ihre Eltern stecken die Zwillinge nach einem Schulverweis in das abgelegene Internat Lindenhof. Während die ruhige Nanni erste Freundschaften knüpft, eckt die hitzköpfige Hanni oft an, vor allem bei der strengen Konrektorin Mägerlein. Obwohl die leidenschaftliche Hockeyspielerin Hanni das Internat möglichst rasch verlassen will, überredet sie Nanni, im dortigen Hockeyteam mitzuspielen. Als das schwache Lindenhof-Team gegen die Auswahl ihrer alten Schule antritt, müssen die Zwillinge entscheiden, wohin sie gehören.
Die hübsche Eun-yi wird von einer reichen koreanischen Familie als neues Hausmädchen eingestellt. Sie soll sich um die kleine Tochter des Hauses und die mit Zwillingen schwangere Mutter kümmern. Der Hausherr Hoon ist es gewohnt, sich zu nehmen was ihm gefällt. Eines Abends verführt er das neue Hausmädchen und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit ihr.
Im Sang-Soos Remake des gleichnamigen koreanischen Klassikers ist ein facettenreicher Thriller, im Stile Hitchcocks und Chabrols. Gefeierter Wettbewerbsfilm in Cannes 2010 und gleichzeitig einer der erfolgreichsten koreanischen Filme der letzten Jahre, überzeugt Hanyo mit einer exzellenten Besetzung, opulenter Ausstattung und einer betörenden Bildsprache. (Alamode)
„Im Sang-soos sinnliche visuelle Palette und die Gewandheit seines Casts rauben einem den Atem“ (New York Times)
Eine wohlhabende Industriellenfamilie in der französischen Küstenstadt Calais im Jahr 2017. Alle kämpfen mit ihren eigenen Problemen: Der 85-jährige Georges wohnt in einer luxuriösen Villa, ist aber an den Rollstuhl gefesselt. Sein Lebenswille ist nicht mehr wirklich da, seit seine Frau gestorben ist. Georges' Tochter Anne, die ein Bauunternehmen führt, schlägt sich mit Schadensersatzklagen der Opfer eines Baustellen-Unfalls und mit ihrem Sohn Pierre herum, der sein Temperament oft nicht im Griff hat. Annes Partner Lawrence kommt wegen ihres beruflichen Engagements etwas zu kurz. Georges' zweiter Sohn Thomas muss sich derweilen vorübergehend um seine 13-jährige Tochter Eve Laurent kümmern, weil seine Ex-Frau wegen eines Unfalls im Spital liegt. Doch den Draht zum pubertierenden Mädchen findet er nicht. Und auch mit seiner neuen Frau Anaïs, mit der er ein neugeborenes Kind hat, kriselt's. Denn ist er mit seinen Gedanken ganz woanders...
Michael Haneke ist bekannt für seine Filme, die wehtun und so richtig einfahren. Happy End ist für seine Standards fast schon eine seichte Komödie. Trotz der üblichen Haneke-Stilmittel wie der langen Einstellungen und der Abwesenheit von Musik lässt sich dieser Film recht leicht konsumieren. Dadurch wirkt er zunächst zwar etwas banal, doch durch die versteckt Gesellschaftskritik entfaltet er eine überraschend intensive Nachwirkung. (www.outnow.ch)
Seit einer Ewigkeit hat Helle darauf gewartet, dass ihr Workaholic-Ehemann Peter in Rente geht, damit sie ihren Lebensabend gemeinsam verbringen können. Sie möchte mit ihm reisen und die Welt erkunden – doch als Peter nach seinem letzten Arbeitstag nach Hause kommt, nimmt ihr Leben eine überraschende Wendung. Peter hat eine große Überraschung parat: Er möchte eine neue Karriere als Weinimporteur verfolgen und hat bereits all‘ ihre Ersparnisse in ein exklusives Weingut in Österreich investiert. Helle ist davon nicht begeistert. Ein Streit entbrennt, der letztendlich zur Trennung führt. Beide begeben sich auf eine aufregende Entdeckungsreise voller neuer Möglichkeiten, Probleme und Träume… Aber kann man nach 50 Jahren Ehe von vorne anfangen? Und kann man ohne den anderen überhaupt leben?
„Happy Ending ist eine lustige, freche Geschichte über den Mut, nach fast 50 Jahren Ehe einen Neuanfang zu wagen, wenn alles vorüber zu sein scheint.” (polyfilm)
„Eine originelle Geschichte, motivierte Schauspieler und eine inspirierte Regie, alles gut gewürzt mit Humor – die putzmuntere dänische Seniorenkomödie um eine Trennung nach fast 50 Ehejahren ist ein gutes Beispiel für einen Film, der neben Spaß und Unterhaltung auch eine angemessene Portion Tiefgang bietet.” (Programmkino.de)
Achtung: Mittwoch Deutsche Fassung - Freitag OmU
BE 2011 | 115 min | DF + OmU | Regie: Geoffrey Enthoven
Die Freunde Lars, Philip und Jozef verbindet eine gemeinsame Sehnsucht. Obwohl bereits in ihren Zwanzigern, hatten sie noch niemals Sex - und das soll sich schnellstens ändern! Doch dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist gar nicht so einfach. Lars fesselt eine fortschreitende Krankheit an den Rollstuhl, Philip ist vom Hals abwärts gelähmt und Jozef ist fast komplett blind. Und ihre überfürsorglichen Eltern verbieten ihnen eine sorgfältig als Wein-Tour getarnte Reise in ein Bordell, das auf ihre besonderen Bedürfnisse eingestellt ist. So organisieren sie sich heimlich den nächstbesten Fahrer namens Claude, der sich bald als die Fahrerin Claude herausstellt, und begeben sich auf eigene Faust in einem Kleinbus auf eine Tour, die sie aus ihrer wohlbehüteten belgischen Heimat an die spanische Küste und damit direkt an das Ziel ihrer Träume führen soll...
Spotlight Film in Kooperation mit Integration Vorarlberg, füranand und REIZ –Selbstbestimmt leben
Montreal World Film Festival 2011: Beliebtester Film
Die junge Hagit hat eine leichte geistige Behinderung. Wenn sie nicht ihrem Job in einer Toilettenpapierfabrik nachgeht, lebt sie mit ihrer alleinerziehenden Mutter Sarah zusammen, die ihr früheres Dasein aufgegeben hat, um ganz für ihre Tochter da zu sein. Hagit strebt mittlerweile jedoch nach Unabhängigkeit, was ihre Mutter zwiespältig aufnimmt. Einerseits hegt Sarah weiterhin den Wunsch, ihre Tochter um jeden Preis zu beschützen, auf der anderen Seite steht jedoch die Aussicht, endlich wieder ein eigenes Leben führen zu können.
Als sich eine Beziehung zwischen Hagit und dem Sohn des Fabrikbesitzers anbahnt, hält die junge Frau dies vor ihrer Mutter geheim. Doch die Ankündigung, dass die Fabrik geschlossen werden soll, stellt schließlich die Leben beider Frauen auf den Kopf und gefährdet Hagits aufkeimende Romanze.
„Ein großartiges Debüt des Israeli Nitzan Gilady, der auch das Drehbuch schrieb. Ein Film von tragischer Schönheit, erstklassig fotografiert und in Szene gesetzt, bravourös gespielt von Moran Rosenblatt als Hagit und der berühmten Assi Levi als ihrer Mutter, Roy Assaf als Traumprinz.” (Filmfestspiele Mannheim-Heidelberg)
Jerusalem Film Festival 2015: Bester Erstlingsfilm, Beste Schauspielerin,
Preis der Israelischen Filmakademie 2015: Nominiert in 9 Kategorien, Auszeichnungen: Beste Schauspielerin, Bestes Kostümdesign
Nach 20 Jahren kommt einer der schönsten Filme von Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki (Chihiros Reise, Der Junge und der Reiher) zurück in die Kinos.
Sophie, Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters, lernt durch Zufall den Zauberer Hauro kennen, verliebt sich in ihn und wird daraufhin von einer eifersüchtigen Hexe mit einem Fluch belegt, der sie in eine alte Frau verwandelt. Heimlich wird sie Putzfrau in dem geheimnisvollen wandelnden Schloss des Zauberers, um Hauro näher zu sein.
Die märchenhafte und erneut von wundersamen Fantasie-Kreaturen belebte Story basiert auf dem 1997 in Japan erschienenen Roman Sophie im Schloss des Zauberers (Howl’s Moving Castle) der britischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones. Die Geschichte wurde von Miyazakis Ghibli-Studio einmal mehr mit atemberaubenden Einfällen auf die Leinwand gebannt.
Fantasievoll, detailliert gezeichnet, mit rührender Geschichte um eine junge Frau, die ihren Platz in der Welt finden muss. (film-rezensionen.de)
Oscar 2006 für den besten Animationsfilm und 13 weitere internationale Filmpreise.
Medienpartner: aha Jugendinfo, Jugendservice Bregenz, Vorarlberger Anime und Manga Community
Der Alltag von Hebammen bewegt sich an der Schwelle, wo neues Leben entsteht und manchmal Leben vergeht. Regisseurin Leila Kühni beleuchtet in ihrem Dokumentarfilm das Handwerk der Hebammen und ihre Funktion bei der Geburt. Dabei gibt sie intime Einblicke in den wohl wichtigsten Moment vieler werdender Eltern.
Helena Bellwald begleitet Eltern während der Schwangerschaft, der Hausgeburt und im Wochenbett. Aber auch, wenn Eltern ein Kind verlieren. Lucia Mikeler ist Beleghebamme. Auch sie betreut Paare von der Schwangerschaft bis zum Wochenbett und geht für die Geburt in das Spital. Jeanette Gröbli, Sara Lehner und ihr Team zeigen uns den Spitalsalltag, wo 97 von 100 Geburten in der Schweiz stattfinden. Sie sehen die Frauen zum ersten Mal, wenn sie ins Spital kommen.
Der Film gibt einen intimen Einblick in die natürlichste Sache der Menschheit. Sie fasziniert uns bis heute, einerseits als Wunder, andererseits als hochriskantes medizinisches Ereignis.
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein moderiertes Gespräch mit Regisseurin Leila Kühni und Hebamme Susanne Haunold-Sam statt.
Österreich-Premiere
In Kooperation mit dem Frauenmuseum Hittisau und der IG Geburtskultur a-z
Hedi Schneider steckt fest. Zunächst nur im Fahrstuhl. Sie nimmt es mit Humor, doch irgendwie wirkt ihr Geplauder mit dem Servicemann auch ein klein wenig gezwungen: vielleicht ein erstes Anzeichen, dass ihr scheinbar ganz normales Leben als berufstätige Mutter und Ehefrau gerade ein bisschen aus den Fugen geraten ist…
Regisseurin Sonja Heiss entwirft in ihrer Tragikomödie mit ernster Leichtigkeit und einem Schuss absurden Humors das Bild einer Frau, die gerne „normal“ funktionieren möchte und sich doch verändern muss: um ihr Leben zurückzubekommen.
„Der Schwere der Themen Angststörung und Depression begegnet Regisseurin Sonja Heiss mit großer Leichtigkeit und einem wunderbar musikalischen Film, der mit aufrichtigen Dialogen und entwaffnendem Humor stets den richtigen Ton trifft. Einem Film, der nicht zuletzt durch Laura Tonke, die als Hedi Schneider eine schlicht grandiose schauspielerische Leistung zeigt, zu einer besonderen Kinoerfahrung wird.“ (3Sat closeup)
„Warmherzig und cool, leicht und schwer, witzig und süß – dieser Film macht glücklich.“(Tagesspiegel)
AT, DE 1985 | 100 min | R u B: Wolfram Paulus
Im Kriegswinter 42/43 werden die Bauernhöfe in einem abgelegenen Gebirgstal wiederholt von Hitlers Gestapo durchsucht. Die Razzien gelten Santner, der von der Front desertiert ist. Nur drei Leute im Dorf wissen, wo er sich versteckt, doch einer verrät ihn.
Österreichisches Filminstitut
„Ein asketischer österreichischer Heimatfilm, in dem sich ein Western versteckt. Ein Alpen-b-picture mit Bildern wie von Bresson und Pasolini. […] Paulus hat eine ganz eigene Bildsprache entwickelt, die von dokumentarischen Elementen lebt und diese mit visionärer Gewagtheit stilisiert, ohne dass je etwas Formalistisches entsteht. Heidenlöcher ist deswegen so eindrucksvoll, weil es dem Film gelingt, überreale Bilder zu zeigen, ohne seinen Realismus aufzugeben.“ Die Zeit
Heidenlöcherhat unter anderen den Wiener Filmpreis und den Deutschen Filmpreis erhalten. Wir zeigen den Film in der Veranstaltungsreihe zur Eröffnung des Widerstandsdenkmals in Bregenz.













































































