Filmforum Archiv
Heiligabend in Norwegen. In dem kleinen Dorf Skogli bereiten sich die Menschen auf das Fest der Liebe vor – mal mehr, mal weniger liebevoll, mal vergnüglich und ausgelassen, mal einsam oder lieber gar nicht. Während die einen nach Hause wollen und die anderen sie dort erwarten, wird ein Kind geboren, stirbt ein Reisender, endet eine Affäre und eine junge Liebe beginnt. Es ist der ganz normale Lauf des Lebens. An einem ganz besonderen Abend.HOME FOR CHRISTMAS ist ein modernes Weihnachtsmärchen, in dem Humor und Tragik, Zärtlichkeit und Verzweiflung, Hoffnung und Versöhnung ganz nah beieinander liegen. Nach "Kitchen Stories" und "O'Horten" präsentiert Regisseur Bent Hamer einmal mehr einen Film in der für ihn so typisch lakonischen Art und mit seinem besonderen Blick auf die skurrilen Seiten des menschlichen Zusammenlebens.
In der Unendlichkeit des Meeres hat eine achtköpfige Familie ihr Zuhause gefunden. Seit 25 Jahren segeln der Klimatologe Dario Schwörer und seine Frau Sabine mit ihren Kindern über die Weltmeere. Gemeinsam halten sie Vorträge, fischen mit Schulen Plastik aus dem Meer und entnehmen Wasserproben. Privatsphäre existiert nicht, jedes Crewmitglied muss Verantwortung übernehmen. Doch das Heranwachsen der Kinder bringt neue Herausforderungen und Zweifel. Ein Langzeitporträt über sieben Jahre zwischen den Kontinenten, in dem die konventionellen Normen von Erziehung, Bildung, Heimat und Sicherheit in Frage gestellt werden. Bis ein Sturm die Schwörers zwingt, ihre Lebensentscheidungen und Familienkonstellation zu überdenken.
„Ein Porträt über Selbstbestimmung, Umweltbewusstsein und die enge Verbindung zur Natur und den Ozeanen.“ (Kurier)
Riviera International Film Festival 2025: Bester Dokumentarfilm
Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberg Museum im Rahmen der aktuellen Ausstellung Der atlantische Traum. Franz Plunder – Bootsbauer, Bildhauer, Abenteurer. Mit einer kurzen Einführung von Kurator Markus Barnay. Mit dem Filmticket können Sie bis 31. März 2026 um 5 Euro die Ausstellung im Vorarlberg Museum besuchen.
Medienpartner: Vorarlberger LehrerInnen-Initiative
Wer hätte gedacht, dass sich eine der bemerkenswertesten Dokus dieses Jahres auf eine abgelegene Bergregion tief im Balkan konzentriert, auf ein mazedonisches Dorf ohne Straßen, Strom und fließendes Wasser? Dort lebt Hatidze Muratova, die letzte in einer langen Reihe von Wildbienenzüchterinnen, die ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln wilden Honigs verdient, den sie in der nächsten Stadt in kleinen Portionen verkauft. Hatidze ist eine Frau mit unfassbarer Lebenskraft und trockenem Humor. Sie muss nicht nur sich selbst, sondern auch ihre 85-jährige kranke Mutter mit dem Erlös versorgen.
Die Filmcrew begleitete die Imkerin über drei Jahre lang mit leichter, unauffälliger Ausrüstung, ohne den türkischen Bergdialekt zu verstehen. Während dieser Zeit wird Hatidzes friedliches Dasein durch die Ankunft einer wandernden Familie mit ihren sieben wild lebenden Kindern und einer Rinderherde auf den Kopf gestellt. Voller Wärme und Humor und mit außerordentlich schönen Bildern ist der Film eine Parabel über die drohende Zerstörung der fragilen Beziehung zwischen Mensch und Natur. (nach: orf.at)
Der Film wurde mit 35 internationalen Dokumentarfilmpreisen ausgezeichnet und
ist nominiert für 2 Oscars.
In Kooperation mit Obst- & Gartenkultur Bregenz, bodensee akademie, Bio Austria – Vorarlberg
Mathieu, ein bekannter Pariser Schauspieler, kämpft mit einer Midlife-Crisis. Um Abstand zu gewinnen, reist er an die bretonische Westküste Frankreichs, wo er sich in ein Wellnesshotel in einem verlassenen Erholungsort einquartiert. Ganz in der Nähe lebt auch Klavierlehrerin Alice mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter. Vor 15 Jahren, lange noch bevor Mathieu berühmt wurde, waren die beiden ein Paar. Als es zu einem Wiedersehen kommt, erwachen alte Gefühle, die sie ihre bisherigen Lebens- und Liebesentscheidungen überdenken lassen. (polyfilm)
„Ein feinsinniges, meisterlich inszeniertes Drama, eingebettet in suggestive Landschaftspanoramen und elegant zwischen Melancholie und einem köstlichen Sinn für Humor changierend, der bisweilen an die Filme von Jacques Tati erinnert.“ (filmdienst.de)
„Canet und Rohrwacher liefern eine meisterhafte Performance: die Chemie zwischen den beiden ist zärtlich und spannungsgeladen zugleich.“ (deadline)
Wettbewerb Film Festival Venedig 2023
Mao erbt von ihrem Onkel ein abgetakeltes Hotel auf dem Land, und gemeinsam mit ihren stets gut gelaunten Loserfreunden, den Hobby-Rockstars Max und Jerry, versucht sie, den Spirit von Sex, Drugs & Rock'n'Roll dort wieder aufleben zu lassen. Doch bald schon müssen die Helden das Erbe gegen die feindliche Konkurrenz, das Großkapital, einen falschen Gärtner, einen walzenden Inspektor und ihre eigene Unfähigkeit verteidigen. Es beginnt eine fulminant-boulevardeske Tour de Force irgendwo zwischen Peter Alexander, Louis de Funès, Kebapaufstrich und Post-Punk-Iggy-Pop.
Michael Ostrowskis Fortführung und Beendigung von Michael Glawoggers Sex, Drugs & Rock'n'Roll-Trilogie, die mit Nacktschneckenund Contact High eröffnet wurde.
AT 2024 | 102 min | OF | R: Florian Pochlatko
Nach ihrer Entlassung aus der Psychiatrie zieht Pia zurück ins Elternhaus – doch statt Halt findet sie dort einen Kosmos aus Hilflosigkeit, Alltagsritualen und stillen Zumutungen. Während ihr Vater sie zur Arbeit drängt, die Therapeutin auf „mehr Teilhabe“ pocht und ihre Mutter sich in Fürsorge verliert, entgleitet Pia zunehmend der Wirklichkeit.
Visuell inspiriert von Graphic Novels und erzählerisch offen für Brüche, Absurdität und innere Zustände begleitet der Film seine Protagonistin durch eine Welt, in der psychische Gesundheit weniger Privatsache als politisches Terrain ist. Ohne Diagnosen zu reproduzieren, stellt er tiefgreifende Fragen an unsere Vorstellungen von Normalität, Anpassung und Identität – und zeigt, wie notwendig eine neue Sprache für das Unnormale geworden ist.
„Wer entscheidet, was normal ist? How to Be Normal ist eine melancholische und doch unbeschwerte Erkundung von Identität, Familie und Selbstfindung am Beispiel einer jungen Frau auf der Suche nach innerem Gleichgewicht und Sinn in einer unkontrollierbaren Welt.“ (Berlinale)
Eröffnungsfilm Diagonale 2025 - Festival des österreichischen Films
1971 segelte eine Gruppe von Hippies, Journalisten und Friedens-aktivisten aus Vancouver mit einem heruntergekommenen Fischkutter vor die Küste Alaskas, um dort US-amerikanische Atombomben-versuche zu verhindern. So nahm die Geschichte der bekanntesten Umweltschutzorganisation der Welt, Greenpeace, ihren Lauf. Doch ohne die Weltöffentlichkeit als Zeugin waren Aktionen wie diese wertlos. Von Anfang an setzten die Aktivisten deshalb auf die Macht der medial vermittelten Bilder, die „mind bombs“, wie Gründer Bob Hunter sie nannte – Aufnahmen, die sich in den Köpfen der Menschen festsetzen und so zu einer Bewusstseinsveränderung beitragen sollten.
Regisseur Jerry Rothwell bedient sich in How to Change the Worldeiner Fülle von bisher unveröffentlichtem, beeindruckendem Archivmaterial, lässt die ehemaligen Aktivisten zu Wort kommen, greift auf Tagebucheintragungen sowie Animationen zurück. Auch interne Auseinandersetzungen über die gemeinsamen Mittel und Ziele des Protests sowie die „Schattenseiten“ des Erfolgs, als Ende der 70er Jahre Greenpeace International gegründet wird, kommen zur Sprache. (leokino)
Sundance Film Festival 2015, Bester Schnitt
Wir zeigen den Film in Kooperation mit Greenpeace Vorarlberg.
In einem abgelegenen Tal in Island beobachten Nachbarn einander, als wäre Intimität die wertloseste Nebensache der Welt. Der erste offizielle Besuch von Kolbeinn bei der jungen Witwe Solveig wird folglich streng überwacht – aus Distanz und mit entsprechend vielen Ferngläsern. Solveigs Hengst Brúnn und Kolbeinns Stute Grána interessiert das wenig. Unter Beobachtung aller kommen die Isländer-Pferde zu genau der Sache, an die die frisch Verliebten kaum zu denken wagen…
Regisseur Benedikt Erlingsson entfaltet seine geschickt verknüpften Geschichten in der großartigen Landschaft Islands. Er entwirft einen faszinierenden Mikrokosmos, in welchem die Menschen nicht nur mit der rauen Natur, sondern auch mit ihren Bedürfnissen und Wünschen zu kämpfen haben. VON MENSCHEN UND PFERDEN besticht mit eindringlichen Dialogen, einem starken Schauspiel-Ensemble, großartigen Bildern einer einzigartigen Natur, skurrilem und manchmal auch derbem Humor. Der vielfach ausgezeichnete Film über das Pferd im Menschen und den Menschen im Pferd ist ein Film über die Liebe in allen ihren Formen, Irrungen und Wirrungen.
„Dieser Film verdient seinen Kultstatus!“ (The Guardian)
Verblüffende Bilder und köstlich trockener Humor.“ (Variety)
Filmfestival San Sebastian 2013: Bester Debütfilm
Filmfestival Tokyo 2013: Beste Regie
Filmfestival Göteborg 2013: Preis der Internationalen Filmkritik
Tallinn Black Nights Filmfestival 2013: Preis der Internationalen Filmkritik
Filmfestival Brüssel 2014: Bester Film
Nordic Council Award: Bester Film
In einem abgelegenen Tal Islands leben die zwei Brüder Gummi und Kiddi auf benachbarten Bauernhöfen. Sie hüten Schafe, sind meisterhafte, mit Preisen ausgezeichnete Schäfer – aber haben seit 40 Jahren nicht miteinander gesprochen. Plötzlich bricht eine mysteriöse Krankheit unter Kiddis Tieren aus und den Behörden fällt nichts Besseres ein, als den Plan auszugeben, alle Schafe in der Region zu töten. Für die Brüder und die anderen Bauern des Tals wäre ein Verlust ihrer Herden existenzvernichtend, da sie seit jeher von den Tiererzeugnissen leben. Also versuchen die Eigenbrötler, der Bedrohung auf ihre jeweils eigene Art zu begegnen: Gummi mit seinem Verstand und Kiddi mit der Waffe. Doch um der heiklen Lage wirklich Herr zu werden, wird den beiden bald bewusst, dass ihnen nur eine Chance bleibt: Sie müssen sich endlich wieder zusammenraufen.
„Ein Juwel des trockenen Humors“ (The Wallstreet Journal)
„Unprätentiös, präzise, wunderbar, bemerkenswert“ (Programmkino.de)
Cannes 2015, Un Certain Regard Award
Weitere Auszeichnungen bei den Festivals in Denver, Palic, Thessaloniki,
Valladolid und Zürich
Brenna tuat's schon lang
AT, DE 2015 | 95 min | R: Marcus H. Rosenmüller
Spätestens seit Veröffentlichung seines Erfolgsalbums ENTWEDERundODER (2011) ist Hubert von Goisern nicht nur im Kreis der Alpenrock-Fangemeinde ein fixer Begriff. Mit seinen tiefsinnigen und kritischen Texten wurde er plötzlich auch in der Mitte der Gesellschaft gehört. Seine Hits haben Kult-Status erlangt – in seiner Heimat Österreich sowie auch im süddeutschen Raum. Seine persönliche und künstlerische Entwicklung zwischen den Höhepunkten seiner Karriere hingegen ist weitgehend unbekannt. Die Frage: "Was hat Hubert von Goisern eigentlich zwischen seinen großen Erfolgen – Koa Hiatamadl und Brenna tuat's guat – gemacht?" bildet den Ausgangspunkt für die Gesamtschau auf Goiserns aufregendes und singuläres Künstlerleben. (film.at)
1931, unter den Dächern von Paris: Der 12-jährige Waisenjunge Hugo lebt alleine in den Gemäuern eines gigantischen Pariser Bahnhofs. Seit sein Vater, ein talentierter Uhrmacher, bei einem Brand ums Leben gekommen ist, versteckt sich Hugo auf dem Dachboden hinter einer großen Bahnhofsuhr.
Statt zur Schule zu gehen, muss er die Arbeit seines Onkels übernehmen: Täglich macht er einen Kontrollgang durch die großen Hallen, um alle Bahnhofsuhren in Schuss zu halten und aufzuziehen. Dabei muss er sich vor dem strengen Stationsvorsteher in Acht nehmen, der keine Chance auslässt, seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hugos einzige Erinnerungsstücke an seinen Vater sind ein rätselhaftes Notizbuch und ein kaputter Roboter – eine Art Aufziehfigur, die Hugos Vater vor seinem Tod in seiner Uhrmacherwerkstatt zu reparieren versuchte. So lebt Hugo zwischen tickenden Uhren und mysteriösen Notizen, bis er eines Tages die neugierige Isabelle trifft, die sein Leben auf sensationelle Weise verändern wird: Denn sie besitzt einen Schlüssel, der den Roboter zum Leben erwecken kann ...
National Board of Review 2011, Bester Film, Beste Regie Golden Globe 2012, Beste Regie 5 Oscars
3 Euro Aufpreis für 3D- Vorführung
HUMAN NATURE ist ein Film über einen der größten wissenschaftlichen Durchbrüche des 21. Jahrhunderts – CRISPR. Die Gen-Schere CRISPR-CAS9 ermöglicht in den Händen bahnbrechender Wissenschaftler heute eine nie dagewesene Kontrolle über die grundsätzlichsten Bausteine des Lebens. So öffnen sich Wege, um Krankheiten zu heilen, die gesamte Biosphäre umzugestalten und letztlich auch unsere eigenen Kinder zu designen. Die Setzung ethischer Grenzen hinkt diesem rasanten Fortschritt hinterher. Was bedeutet das für die menschliche Evolution? Wie weit darf Forschung gehen?
Der Film nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise von der entferntesten, menschlichen Vergangenheit bis hin zu ebenso spektakulären wie fragwürdigen Prognosen einer ungeklärten Zukunft. Denn ob es uns gefällt oder nicht: diese Zukunft ist bereits in vollem Gange.
„CRISPR. Nerdig? Schon. Aber jeder sollte HUMAN NATURE sehen.
Es geht um die Zukunft der Menschheit. Fesselnder geht es nicht.“
(Die Zeit)
Publikumspreis, Academia Film, Olmütz 2019




















































































