Filmforum Archiv
Die alleinerziehende Nadine hat nicht mehr viel Zeit. Ihre Krebserkrankung ist unheilbar. Beim Gehen muss sie sich schon auf einen Stock stützen. Im Krankenhaus kann man nichts mehr für sie tun, also kehrt sie in ihre Wohnung zurück, um ihre Sachen zu packen und Abschied zu nehmen. Widerwillig bezieht sie ein Zimmer in einem Hospiz, tut sich aber schwer, sich in den dortigen Betrieb einzufinden. Schon am ersten Abend packt sie ihren Koffer und will nur noch weg, doch dann sagt ihr der freundliche Pfleger Nuri: „Die erste Nacht ist immer schlimm“ und kann sie umstimmen.
Ich sterbe. Kommst Du?sucht einen sensiblen und kraftvollen Weg, um mit dem Thema Tod und Sterben umzugehen. Hospize sind lebendige Ort. Es geht in ihnen um das Leben, das möglichst schmerzfrei und würdevoll seine letzte Phase finden kann. Tod und Sterben sind hier kein Sakrileg, über das nicht gesprochen wird, sondern es wird gemeinsam versucht einen unverkrampften und möglichst sicheren Umgang mit dem Thema „Tod“ zu finden.
Max Ophüls Preis 2025: Publikumspreis und Preis für den gesellschaftlich relevantesten Film
34. Kinofest Lünen: Publikumspreis, Schauspielpreis für Jennifer Sabel
Medienpartnerschaft: hospiz vorarlberg, Hospizzentrum Haus Broeg zum Engel, Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst Lindau und Westallgäu
Sebastian Zöllner ist ein echtes Ekelpaket. Der Kunstkritiker, der keine Ahnung von Kunst hat, ist ein Meister der Selbstüberschätzung. Kurz vor der Jahrtausendwende plant Zöllner eine sensationelle Biografie über den geheimnisumwitterten Maler Kaminski. Der war Schüler von Matisse, ein Freund Picassos und in den 60er-Jahren ein Weggefährte Andy Warhols. Furore machte er vor allem mit den Bildern, die er nach seiner Erblindung malte.
Regisseur Wolfgang Becker setzt seine Geschichte trickreich und manchmal slapstickhaft in Szene, wenn er Kaminski in alten Dokumentaraufnahmen an der Seite von Andy Warhol, den Beatles oder Woody Allen auftauchen lässt. Filmbilder verwandeln sich in Gemälde, Fotos werden zum Leben erweckt. Becker spielt mit Trugbildern. Am Ende, wenn sich der alte Mann und sein Biograf näherkommen, wird es leicht sentimental, und der Film verliert an Tempo und Biss. Aber bis dahin amüsieren wir uns glänzend über einen herrlich schmierigen Daniel Brühl, über pointierte Wortgefechte und absurd überdrehte Situationen. Eine skurrile Satire über eitle Karrieristen und die Kunst der Täuschung. Krischan Koch
Polen 1962. Anna wächst in einer Klosterschule auf, seit sie als Kind verwaist ist. Um sich ihren Wunsch, eine Nonne zu werden, zu erfüllen, muss sie, bevor sie ihr Gelübde ablegt, ihre einzige noch lebende Verwandte, Tante Wanda, besuchen. Von ihr erfährt Anna erstmals von ihrer jüdischen Herkunft und dass ihr ursprünglicher Name Ida war. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen Mädchens und der merkwürdig mondänen wie parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen für immer verändern.
Pawel Pawlikowskis (Last Resort, My Summer of Love) neuer Film ist nicht nur vielfach bei Festivals ausgezeichnet worden, sondern entwickelte sich in auch Frankreich und anderen Ländern zum Sensationserfolg beim Kinopublikum.
„Ein Juwel, zärtlich und rau, witzig und traurig“ (The Guardian)
„Der Film ist von einer Schönheit, bei der einem die Luft weg bleibt.“ (Le Nouvel Observateur)
Filmfestival Toronto 2013: Preis der Internationalen Filmkritik (Special Presentations)
Filmfestival London 2013: Bester Film
Filmfestival Warschau 2013: Bester Film
Filmfestival Gijón 2013: Bester Film
Filmfestival Les Arcs 2013: Bester Film
Harlem, Anfang der 70er Jahre: Tish und Fonny sind schon seit früher Kindheit die besten Freunde, als junge Erwachsene werden sie ein Liebespaar. Doch ihr gemeinsames Glück wird auf die Probe gestellt, als Fonny beschuldigt wird, eine puertoricanische Haushälterin am anderen Ende der Stadt vergewaltigt zu haben. Trotz vieler entlastender Beweise muss er bis zum Beginn des Prozesses in Unter-suchungshaft. Währenddessen setzt die schwangere Tish alles daran, um zu beweisen, dass Fonny unschuldig ist. Auch Tishs Eltern Sharon und Joseph bieten all ihre Kräfte im Kampf gegen das System auf, denn Fonnys Unschuld wird immer deutlicher.
1974 schrieb James Baldwin seinen gleichnamigen Roman, in dem er die fiktive Straße im New Yorker Stadtteil Harlem zum Symbol der afroamerikanischen Geschichte und Gegenwart macht. Jeder Schwarze, so schreibt Baldwin, der in Amerika geboren wurde, kennt Beale Street mit ihrem Rassismus, der Polizeiwillkür, den Vorurteilen und Versuchen, in einem von Weißen dominierten Land zu leben. Auch Jenkins Film spielt Anfang der 70er, könnte aber genauso gut eine Geschichte aus der Gegenwart erzählen. (www.leokino.at)
Oscar und Golden Globe für die beste Nebendarstellerin Regina King
Und 85 weitere internationale Filmpreise
Der Film begleitet den Pianisten bei der Erkundung seines „Lebens nach Beethoven“, bei der Suche nach den nächsten Herausforderungen, nach seiner Identität als Künstler und Mensch.
Wir beobachten Levit bei der Aufnahme neuer Werke, der Zusammenarbeit mit seinem kongenialen Tonmeister Andreas Neubronner, mit Dirigenten, Orchestern und Künstlern, seinem intensiven Eintauchen in die Musik. Und immer wieder auch bei seiner Hinwendung zum Publikum, diesem unwiderstehlichen Wunsch zu teilen. (Film.at)
Der Pianist Igor Levit gastierte bereits im Rahmen der Meisterkonzerte in Bregenz!
Eine Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Bregenz
Medienpartnerschaft mit der Musikschule Bregenz
Franz Michel Felder, ein weitsichtiger Bauer im 19. Jahrhundert, beobachtete sehr genau die sozialen Geschehnisse im Dorf und weit über die Grenzen hinaus, – las Bücher, – verlor sich in Träumereien und schrieb seine Gedanken nieder. Anfänglich hatte er nur seine geliebte Nanni mit der er sich austauschen konnte, denn nur sie wusste die besonderen Talente und Fähigkeiten dieses unruhigen Geistes zu schätzen. Diese Situation änderte sich wirkungsvoll, als Felder seinen Schwager Kaspar kennenlernte. Ohne diese Beiden hätte es Felder in dieser Art und Weise mit ziemlicher Sicherheit nicht gegeben.
Franz Michael und Kaspar versuchten gemeinsam die Gesellschaft zu verändern, sie sollte sozialer, aufgeklärter und selbstbewusster werden, wobei sie auch schon über das Frauenwahlrecht sprachen. Ihr sozial-kritisches Gedankengut war eigentlich nichts anderes, als die deutliche Sprache einer unterdrückten und ausgenützten Volksseele.
Dieser Film sollte auch die Gedanken anregen, wo stehen wir heute? (Tobe-films)
Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Dr. Kurt Greussing und dem Regisseur Tone Bechter statt.
Am Weihnachtsabend wird ein Radfahrer von einem Geländewagen von der Straße gedrängt und bleibt im Straßengraben liegen. In Rückblenden enthüllt DIE SÜSSE GIER die Ereignisse, die dazu führten. Jedes der Kapitel macht uns mit einem anderen Mitglied zweier Familien vertraut. Der Immobilienmakler Dino Ossola will die Beziehung seiner Tochter Serena mit dem Sohn des reichen Bankiers Giovanni Bernaschi dazu nutzen, die soziale Leiter emporzuklimmen. Doch hinter der Fassade der wohlhabenden Bernaschis lauern Abgründe. (filmladen)
In seinem Bestreben, den Kapitalismus und seine negativen Einflüsse vor allem auf das soziale Zusammenleben anzuprangern, legt Virzì eine ätzende Satire auf den Berlusconismus vor, auf den Glauben, dass zunächst das eigene Glück zählt, dann erst die Gemeinschaft. Erst im letzten Kapitel deutet er so etwas wie einen Ausweg an. Und der liegt, wie so oft, in der Liebe, nicht im Geld.
(nach: programmkino.de)
Ein beeindruckendes gesellschaftliches Panorama, in dessen Komplexität sich das ganze Drama eines Landes am Rande des Absturzes widerspiegelt. Ein Thriller, der auf leisen Sohlen daherkommt, dessen Wirkung aber noch lange nach dem Ende des Films anhält. (Programmkino Wels)
Der Filmwurde mit dem DAVID DI DONATELLO beim italienischen Filmpreis als bester Film ausgezeichnet. Der Film gewann in sechs weiteren Kategorien, u.a beste Darstellerin und bester Nebendarsteller.
Dies ist die Geschichte von Marco Carrera, genannt Der Kolibri. Anfang der 1970er-Jahre trifft er als Jugendlicher während eines Urlaubs am Meer zum ersten Mal auf Luisa Lattes. Die beiden werden nie ein Paar, doch erlöschen wird ihre Liebe nie wieder. Der sanftmütige Marco heiratet später, lebt mit seiner Frau und einer Tochter in Rom. Fatale Zufälle und Verluste prägen sein bewegtes Leben – und er muss
lernen, mit Unerwartetem und großen Veränderungen umzugehen.
Auf raffinierte Weise erzählt Il Colibri vom Schicksal eines sensiblen Mannes, von familiärem Unglück, der Kraft von Erinnerungen und von einer großen, unverbrüchlichen Liebe. Gekonnt pendelt der Film zwischen verschiedenen Zeitebenen, beginnend in den 1970er-Jahren bis in die nahe Gegenwart. Der Film basiert auf dem gleichnamigen, prämierten Roman von Sandro Veronesi. Die italienische Regisseurin Francesca Archibugi hat ein großartiges Schauspiel-Ensemble vor der Kamera versammelt, darunter Pierfrancesco Favino und Nanni Moretti. Entstanden ist eine unkonventionelle, entwaffnende und zutiefst berührende Familiengeschichte.
Medienpartnerschaft: Stadtbücherei Bregenz, Buchhandlung Rapunzel, Vorarlberger Landesbibliothek, Literatur Vorarlberg Netzwerk
In Das Geheimnis der Bäume erzählt er die Evolutionsgeschichte eines Urwalds und macht Bäume als Lebewesen begreifbar. Mit kuriosen Allianzen und überraschenden Täuschungsmanövern sichern sie seit Jahrhunderten ihre Existenz. Ameisen werden zu Untermietern und Verteidigern riesenhafter Bäume, Insekten lassen sich von Pflanzen an der Nase herumführen und Urwaldgewächse fungieren als Regengötter. Der Film erforscht die Weisheit der Bäume und führt hinein in die Tiefen des tropischen Dschungels, in denen die Tiere über den Raum und die Bäume über die Zeit herrschen.
Über Jahre hinweg hat Luc Jacquet das Publikum weltweit mit seinen intimen, aber spektakulären Geschichten aus der Natur verzaubert. Für den Macher des Kinoerfolgs Die Reise der Pinguine war die Begegnung mit dem botanischen Pionier und Ökologen Francis Hallé die Geburtsstunde einer außergewöhnlichen Erforschung des prähistorischen Regenwaldes – der großen grünen Lunge unseres Planeten. Die Dreharbeiten fanden vom Juni bis zum November 2012 in Peru, Gabun und Frankreich statt.
Das Beste liegt noch vor uns
IT 2023 | 96 min | OmU | R: Nanni Moretti
Giovanni, ein bekannter italienischer Filmemacher, steht kurz vor den Dreharbeiten zu seinem neuesten Film. Aber zwischen seiner kriselnden Ehe, seinem Koproduzenten am Rande des Bankrotts und der sich schnell verändernden Filmindustrie scheint alles gegen ihn und sein Vorhaben zu arbeiten. Vielleicht ist es für Giovanni an der Zeit, seine strenge Vorgehensweise zu überdenken. Moretti verwischt spielerisch die Grenzen zwischen dem Leben, den Filmen seiner Filmfigur sowie seiner eigenen Filmografie und Neurosen und lädt das Publikum ein innezuhalten und die wahre Freude und Magie des Kinos aufs Neue zu entdecken.
Der Film wurde in Cannes uraufgeführt und wurde in Österreich bei der Viennale gezeigt.
„So wie Giovanni noch einmal die Kurve kriegt, so schafft das auch Nanni Moretti mit seinem Film, der immer leichter und witziger wird. Ein paar Gesangs- und Tanzeinlagen sind ebenfalls dabei und wirken beinahe so kathartisch wie ein Regenguss nach einem langen, viel zu heißen Sommertag in Rom.“ (filmstarts.de)
Medienpartnerschaft: Volkshochschule Lindau (Bodensee)
Der junge und hoffnungsvolle Lucien widmet seine ganze Leidenschaft der Dichtkunst. Doch dort, wo er aufwächst, in ländlicher Umgebung und in einem geistig engen familiären Umfeld, wird sein Talent als nutzlos verpönt. Deshalb zieht es den Dichter in die große Stadt Paris! Er verlässt die familiäre Druckerei und versucht fortan, an der Seite einer Mäzenin in Paris Fuß zu fassen und in der Gesellschaft aufzusteigen. Doch ein Rückschlag folgt dem anderen, und bald lernt Lucien hinter den Kulissen die wahren Mechanismen der gesellschaftlichen Macht kennen: Profit, Schein und Fake News.
„Der Film erzählt von Karrieristen, von Korruption und davon, wie Medien die Öffentlichkeit auf Geheiß des jeweiligen Bestbieters manipulieren. Wie spannend und kurz zweieinhalb Kinostunden sein können, ist eine Erfahrung, die jede*r wirklich selber machen sollte.“ (Michael Omasta, Falter)
„Eine lohnende, mitreißende Erzählung über Liebe, Lust und literarischen Ehrgeiz“ (Hollywood Reporter)
Der Film wurde mit sieben Césars ausgezeichnet.
Ilse hat Alzheimer. Ihre Tochter Ulli begleitete sie mit der Kamera die letzten fünf Jahre ihres Lebens in den alltäglichen Situationen einer Demenzkranken. Sie lebt in Krems und wird betreut und versorgt von slowakischen Frauen. Durch die große Vertrautheit unter den Frauen kommt es zu fröhlichen und liebevollen Szenen.
Das Portrait von Ulrike Halmschlager zeigt den Alltag einer an Demenz erkrankten Frau sehr persönlich in allen Facetten und Phasen. Liebevoll und berührend gibt der Film Einblick in die Welt des Vergessens der Erkrankten und der Pflegenden und Angehörigen.
Er möchte vermitteln, wie man dem Menschen in seiner Krankheit wahrnehmen, integrieren und in Liebe begegnen kann. Durch Kinder-, Jugend- und Familienfotos sowie Super 8-Filmmaterial entsteht ein lebendiges Frauenportrait.
Im Anschluss an den Film laden die Veranstalter gemeinsam mit der Filmemacherin sowie Norbert Schnetzer, Pflegedirektor im LKH Rankweil und Projektleiter der Aktion Demenz, zu einem Gespräch mit dem Publikum. Moderation: Gabriela Paumgartner-Eccli
Eine Veranstaltung des Filmforums Bregenz, gemeinsam mit Aktion Demenz und Grüne Bildungswerkstatt.

















































































