Filmforum Archiv
Das Leben von Kareem und Lod, östlich von Tel Aviv, ist geprägt von herben Verlusten. Sein Vater starb bei einem Autounfall und seine Mutter ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Im Hip-Hop und bei seiner Freundin Manar findet der junge Mann Zuflucht und eine Passion, die dem ziellosen Alltag zwischen verschiedenen Bürojobs und Freunden, die mit Drogen dealen, einen Sinn gibt.
Als Kareen und Manar nach rassistischen Übergriffen in ihrer konfliktbeladenen Gegend mit ihrer Musik Stellung beziehen, geraten sie zwischen die Fronten des Konflikts zwischen JüdInnen und PalästinenserInnen.
Der Film basiert auf dem realen Leben des palästinensischen Rappers Tamer Nafar, der auch die Rolle des Kareen übernommen hat. Er ist der charismatische Frontman der Combo DAM, der ersten palästinensischen Rap-Gruppe.
Berlinale 2016, Panorama Publikumspreis | Tribeca Film Festival 2015, Jury Award
Awards of the Israeli Film Academy, Best Music, Best Sound
Eine Filmvorführung in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems zur aktuellen Ausstellung A Place of Our Own.
Einfach das Ende der Welt
CN, FR 2016 | 99 min | OmU | R: Xavier Dolan
Nach zwölf Jahren Abwesenheit kehrt Schriftsteller Louis (34) wieder in seinen Heimatort zurück. Er ist todkrank, hat nicht mehr lange zu leben und will seine Familie davon in Kenntnis setzen. Doch die Zeit seiner Abwesenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und ihn von seiner Familie emotional entfremdet. Alte Wunden reißen wieder auf, und niemand hört Louis zu...
„In dem bewegenden Familiendrama brillieren Marion Cotillard, Léa Seydoux, Vincent Cassel, Gaspard Ulliel und Nathalie Baye als zerrissene Familie, in deren schmerzvoll gescheiterter Kommunikation ein Ruf nach Liebe steckt." (weltkino)
„Beim dysfunktionalen Familientreffen, dem unerfreulichsten Genre des Kinos, hat Dolan einen Weg gefunden, sein Publikum gleichermaßen zu verärgern und zu erschöpfen, aber er hat auch eine unerwartete Katharsis am Ende dieser qualvollen 90 Minuten geschaffen." (Variety)
Cannes 2016: Großer Preis der Jury und Preis der Ökumenischen Jury
Filmfest Hamburg 2016: Bester Film
I Killed My Mother
CA 2009 | 100 min | OmU | Regie und Drehbuch: Xavier...
Hubert Minel, ein frecher 17-jähriger, verabscheut seine Mutter. Er sieht nur ihre altmodischen Pullover, die kitschige Deko und die widerlichen Krümel, die an ihren schmatzenden Lippen kleben - und straft sie mit Verachtung. Hinter diesen nervigen Äußerlichkeiten lauern zwei Fertigkeiten, die seine Mutter zu höchster Blüte kultiviert hat: Manipulation und Schuldzuweisung.
Hubert, verwirrt und zerrissen von einer Hassliebe, die täglich mehr Besitz von ihm ergreift, macht eine Adoleszenz durch, die zugleich ungewöhnlich und typisch ist, geprägt von der Selbstentdeckung als Künstler, Offenheit für Freundschaften, Ausgrenzung und Sex. Und immer verzehrt ihn dabei die alles verschlingende Verachtung für diese Frau, die er irgendwie einst liebte ...
Der erste Streich des kanadischen Wunderkinds Xavier Dolan, der
J´aituémamèremit 17 schrieb, mit 19 drehte und damit die Festivals weltweit im Sturm eroberte.
„Ein Meisterwerk - hier ist tatsächlich ein Wunderkind am Werk!“
(ZEIT ONLINE)
Prix RegardJeunesseQuinzaine Cannes 2009
Bester frankophoner Film Lumiere 2010
Der kleine Minato beginnt, sich merkwürdig zu verhalten. Seine Mutter spürt, dass etwas nicht stimmt. Als sie entdeckt, dass eine Lehrkraft für das Verhalten ihres Sohnes verantwortlich ist, stürmt sie auf der Suche nach Aufklärung in die Schule. Während die Geschichte aus Sicht der Mutter, der Lehrkraft und des Kindes erzählt wird, kommt allmählich die Wahrheit ans Licht.
Ein multiperspektivischer Ansatz, der nachdenklich stimmt: Was macht einen Menschen zum Monster? Und wer darf das entscheiden?
„In der verzwickten, mysteriösen Story, die viel Aufmerksamkeit fordert und mit spannenden Wendungen und Überraschungen auftrumpft, ergründet Koreeda das Monster innerhalb der Gesellschaft. Erneut gelingt ihm ein meisterhaft inszeniertes Drama.“ (filmstarts.de)
Cannes Film Festival 2023: Bestes Drehbuch
Chicago Film Festival 2023: Gold Hugo – Bester Film
Stockholm Film Festival 2023: FIPRESCI-Preis
Vancouver Film Festival 2023: Publikumspreis
Medienpartnerschaften: Vorarlberger Familienverband, Montessori Vorarlberg, Bodenseeakademie, Unabhängige Bildungsgewerkschaft
Little Trouble Girls
SI, IT, HR, RS 2025 | 89 min | OmU | R: Urška Djukic
Die introvertierte 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei und schließt dort Freundschaft mit der beliebten und leichtherzigen Ana Maria. Als der Chor für ein intensives Probenwochenende in ein Kloster auf dem Land fährt, weckt ein vor Ort tätiger Restaurator Lucijas Interesse und sie ist bereit, die Freundschaft mit Ana Maria und den anderen Mädchen aufs Spiel zu setzen. Angesichts der ungewohnten Umgebung und ihrer erwachenden Sexualität beginnt Lucija, ihren Glauben und ihre Werte infrage zu stellen. Neue Triebe brechen sich Bahn. Die Harmonie im Chor zerbricht. (filmladen)
„Das Coming-of-Age-Drama ist einfühlsam und ruhig erzählt, schön bebildert und nutzt den Chor als stimmiges Bild für die innere Unruhe.“ (film-rezensionen.de)
Berlinale 2025, FIPRESCI Preis Perspektiven
Jerusalem Filmfestival 2025, Bestes Debut
gleich 5 nationale Filmpreise in Slowenien
Medienpartnerin: Verein Amazone
In „Kajillionaire“ entwirft die vielseitige Performance-Künstlerin, Schauspielerin, Schriftstellerin und Regisseurin Miranda July erneut eine kunstvolle, in sich geschlossene Welt. In schmeichelnden Pastellfarben erkundet sie mit dem ihr eigenen, versponnenen Sinn für die Magie des Alltags die Dynamik einer amüsant dysfunktionalen Familie.
Der dritte Spielfilm der renommierten Performancekünstlerin und Autorenregisseurin Miranda July ist eine ebenso originelle wie sehr bewegende Komödie über eine Familie gewitzter Schwindler. Die Trickbetrüger Theresa und Robert haben ihre einzige Tochter Old Dolio 26 Jahre lang darauf trainiert, jede Gelegenheit zum Betrügen und Stehlen zu nutzen. Der perfekt durchgeplante Alltag der Lebenskünstler und sehr speziellen Familie gerät aus den Fugen, als die Eltern für einen geplanten Coup die unbekannte Melanie ins Team holen. Mit ihrem temperamentvollen und liebenswerten Wesen wirbelt Melanie Old Dolios von ihren Eltern stark geprägtes Familien- und Weltbild durcheinander. Während sich die emotional vernachlässigte Old Dolio nach der Wärme einer traditionellen Familie sehnt, genießt die behütete Melanie die prickelnde Aufregung des Schwindleralltags. Mit dem verspielten Esprit von Miranda July entfaltet „Kajillionaire“ eine ganz besondere Coming-of-Age-Geschichte.
„Die Familien-Tragikomödie ist derart bizarr, dass es einen am Ende tatsächlich überrascht, wie sehr das Schicksal der superskurrilen Figuren trotzdem berührt.“ (filmstarts.de)
„Es bebt unter der quietschbunten Fassade dieses kleinen Juwels – manchmal buchstäblich, wenn ein Erdbeben die Figuren in die Schockstarre zwingt. Aber aus den Trümmern kann, befreit vom konsumistischen Ballast, vielleicht auch Neues wachsen.“ (Der Standard)
L’Etrange Festival, Paris 2020, Publikumspreis bester Spielfilm
Kansas City Film Critics Circle Award 2021
1962, Deutschland: Die zwölfjährige Karla stellt sich mutig einer Welt entgegen, in der Kinder schweigen sollen. Sie widersetzt sich der Macht ihres Vaters, dem Schweigen ihrer Familie und einer Gesellschaft, die lieber wegsieht als zuhört. Doch Karla bleibt nicht stumm – sie spricht, klagt an und verändert damit mehr, als sie je für möglich gehalten hätte.
Inspiriert von einem wahren Gerichtsfall erzählt der Film von einem jungen Mädchen, das den Mut findet, für sich selbst einzustehen – und dadurch auch anderen eine Stimme gibt. Elise Krieps berührt in ihrer ersten Rolle mit stiller Kraft und unerschütterlicher Präsenz. Rainer Bock und Imogen Kogge verstärken das eindrucksvolle Ensemble mit großer Tiefe.
„Ein Film von eindringlicher Intensität und feiner Abstimmung.“ (arechock)
„Elise Krieps ist in ihrer ersten großen Rolle nicht weniger als
sensationell.“ (epd-film.de)
München Film Festival 2025: Young German Cinema Award für Regie und Drehbuch
Thessaloniki Film Festival 2025: Bestes Drehbuch, Publikumspreis, FIPRESCI-Preis
Medienpartner: ifs Kinderschutz Vorarlberg, Verein Amazone, Kinder- und Jugendanwaltschaft Vorarlberg
Andreas und Stefan leben als glückliches und leidenschaftliches Paar zusammen. Gemeinsam mit ihrem geliebten Kater Moses bewohnen sie ein schönes altes Haus in den Weinbergen von Wien. Sie arbeiten gemeinsam in demselben Orchester, der eine als Musiker, der andere als Disponent, sie sind interessiert an Kultur und haben einen großen Freundeskreis. Bis ein plötzlicher, unerklärlicher Gewaltausbruch ihre Beziehung erschüttert… – "der blinde Fleck, den wir in uns tragen". (film.at)
Das homosexuelle Liebesdrama Kater(…) wurde beim 40. Hongkong Film Festival (…) mit dem Preis der Jury in der Sparte Young Cinema Competition ausgezeichnet. Die österreichische Produktion wurde für ihren Blick auf die Fragilität menschlicher Beziehungen geehrt.
Nach seinem preisgekrönten Debütfilm Märzinszeniert Händl Klaus in seinem zweiten Werk die Vertreibung zweier Liebender aus dem Paradies. Mit viel Feingefühl für die männliche Seele und den blinden Fleck, den wir in uns tragen, erzählt diese musisch-poetische Ballade von der Fragilität der Liebe. Die Darsteller Philipp Hochmair und Lukas Turtur sind zwei Theatertiere, die mit ihrem naturalistischen Schauspiel zu beeindrucken wissen. (Berlinale)
Berlinale 2016, Teddy Award, Hong Kong Jury Preis, Young Cinema
Auf Filmfestivals wurde die integrale, aus sechs Teilen bestehende Fassung dieses episodischen Dokumentarfilms präsentiert. Im regulären Kinoprogramm sind vier der sechs Teile zu sehen: Die Berliner Symphonie (Regie: Wim Wenders); die Russische Nationalbibliothek (Regie: Michael Glawogger); das Halden-Gefängnis in Norwegen (Regie: Michael Madsen) und das Centre Pompidou in Paris (Regie: Karim Ainouz).
Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Kathedralen der Kulturbietet überraschende Antworten auf diese Frage. Das 3D-Filmprojekt über die Seele von Bauwerken lässt vier sehr unterschiedliche Architektur-Ikonen für sich selbst sprechen und erkundet, wie sie unsere Kultur reflektieren und unser kollektives Gedächtnis bewahren. Vier renommierte Filmemacher bringen ihren eigenen Stil und ihre unverwechselbare Handschrift in das Projekt ein. Die Architekten der Bauwerke kommen dabei ebenso zu Wort wie die Menschen, die in den Gebäuden arbeiten.
Die Studie über die Russische Nationalbibliothek ist das letzte vollendete Werk des viel zu früh verstorbenen österreichischen Regisseurs Michael Glawogger.(filmladen)
Tausende von Katzen streifen täglich durch die Straßen von Istanbul. Sie gehören niemandem und sind doch ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Frei, unabhängig und stolz leben sie seit vielen Jahren inmitten der Menschen, schenken ihnen Ruhe und Freude, aber lassen sich nie besitzen. Ceyda Toruns faszinierender Dokumentarfilm begleitet sieben von ihnen durch den Alltag, jede einzelne von ihnen ist einzigartig und von außergewöhnlichem Temperament. Die Kamera folgt ihnen durch lebhafte Märkte, sonnige Gassen, Häfen und über die Dächer der Stadt – und fängt ihre besondere Beziehung zu den Menschen ein, deren Leben sie nachhaltig beeinflussen.
„Für Katzenfans dürfte das verspielte Konzept absolut funktionieren. Die Hoffnung der Regisseurin scheint allemal aufzugehen, wonach ihre flauschige Doku sich für den Zuschauer anfühlt, als hätte sich gerade unerwartet eine inbrünstig schnurrende Katze auf seinen Schoß gekuschelt.“ Programmkino.de
Fußballplatz Achsiedlung, gegenüber „Westend“, Sitzgelegenheit (Decke, Liegestuhl, ...) bitte selbst mitbringen! Wetterhandy ab 17.00 Uhr: +43 (0650) 9923321
AT 2009 | 95 min | R + B: Hüseyin
Das Leben - ein Spiel. Orhan, Serkan und Hansi fiebern dem Homeless World Cup in Australien entgegen. Sie spielen für Österreich bei der Fußball-WM für Obdachlose, Asylwerber und ehemalige Alkohol- sowie Drogenabhängige. Kick Offbegleitet sie und ihre Teamkollegen bei der Vorbereitung auf das Turnier in Melbourne und gleichzeitig bei der Neuordnung ihres Lebens: Mutige Männer, die in ihrem früheren Leben die rote Karte gesehen haben und die sich jetzt vom Abseits auf den Platz zurückkämpfen. Männer, die um den Sieg spielen, aber auch um Selbstvertrauen, Motivation und Lebensfreude. Männer, denen es nicht um Geld und Ruhm geht, sondern um Respekt.
Kick Offvon Regisseur Hüseyin Tabak kommt ihnen Schritt für Schritt näher, stellt eine emotionale Verbindung zwischen ihnen und dem Publikum her. Kick Offist ein packender Fußballfilm, doch wie Hans Krankl sagen würde: “Alles andere ist primär.” (filmladen)
Der Junge und der Reiher
JP 2023 | 124 min | OmU |R: Hayao Miyazaki
Ein Junge, der sich nach seiner Mutter sehnt, wagt sich in eine geheimnisvolle Welt, die von den Lebenden und den Toten geteilt wird. Dort findet der Tod ein Ende und das Leben einen neuen Anfang.
Der Junge und der Reihervon Meisterregisseur Hayao Miyazaki ist eine teils autobiografische Fantasie über Leben, Tod und Schöpfung und nicht zuletzt eine Hommage an die Freundschaft.
„Fantasievoll, bezaubernd, emotional und wunderschön.“ (Outnow)
„Eine Offenbarung: künstlerisch gewagt und dabei überaus persönlich …Miyazaki erzählt von Freundschaft, Mut und Mitgefühl und zeigt, was für ein Glücksfall es sein kann, in fremde Welten zu stürzen: Man trifft dort auf die absonderlichsten Wesen – und auf sich selbst.“ (Der Spiegel)
Der Film wurde bislang mit 19 internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.
Golden Globe 2024: Bester Animationsfilm
New York Filmfestival 2023: Eröffnungsfilm
National Board of Review Award: einer der zehn besten Filme des Jahres
Medienpartnerschaft: aha – Jugendinfo Vorarlberg








































































