Filmforum Archiv
Joschka und Herr Fischer ist ein deutsches Filmportrait aus dem Jahr 2011. Im Zentrum steht der ehemalige grüne Außenminister Joschka Fischer. Der Regisseur Pepe Danquart verwebt einen umfangreichen Monolog des Politikers mit Interviews und Schilderungen zur deutschen Geschichte nach 1945.
Wesentliche Aspekte dieses Filmwerks sind Fischers Jugend in der Kleinstadt Langenburg bei Schwäbisch Hall, die Radikalisierung der Studentenbewegung in Frankfurt und Berlin und seine Zeit als erster grüner Umweltminister in der hessischen Landesregierung unter Holger Börner ab 1985.
Als Drehorte nutzt der Film den Spreepark im Plänterwald, den neuen Tresor und einschlägige Lokale der Frankfurter Politszene.
"Fischers Selbstdarstellung entspricht ganz dem Bild eines seriösen Seniorchefs, zum Beispiel der Beraterfirma Joschka Fischer & Company GmbH." (filmgazette.de)
Joyerzählt die Geschichte einer jungen Nigerianerin, die im Teufelskreis von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung gefangen ist. Sie arbeitet in Wien als Prostituierte, um sich von ihrer Zuhälterin, der Madame, freizukaufen, ihre Familie in Nigeria zu unterstützen und ihrer kleinen Tochter eine Zukunft zu sichern. Obwohl die Freiheit für Joy in greifbarer Nähe ist, scheint ein Ausbruch aus dem perfiden Kreislauf des Menschenhandels unmöglich. Opfer, Komplizin, Ausbeuterin, die Rollen sind fließend in diesem gnadenlosen System der Ausbeutung.
Sudabeh Mortezai öffnet mit ihrem Film sensibel ein Fenster in eine fremde Welt mitten in Europa. Für die beiden Hauptdarstellerinnen Joy Alphonsus und Precious Sanusi ist es die erste Rolle in einem Kino-Spielfilm. (film.at)
2018 ausgezeichnet auf den Festivals in Venedig, London, Chikago, Wien, Marrakesch und Saarbrücken
Haider, ein Tagträumer, ist der jüngste Sohn einer konservativen pakistanischen Großfamilie. Während seine zielstrebige Frau Mumtaz als Kosmetikerin Geld verdient, kümmert er sich um seine Nichten und pflegt seinen Vater – doch ohne Einkommen und ohne Nachwuchs entspricht Haider in keiner Weise den Vorstellungen seiner Familie.
Als er eines Tages unverhofft zu einem Job kommt, ändert sich Haiders Leben schlagartig: Heimlich tritt er nachts als Background-Tänzer in der Show der charismatischen Transfrau Biba auf. Aus anfänglicher Faszination entwickeln sich schnell tiefere Gefühle, und Haider gerät in ein moralisches Dilemma – denn seine Familie erwartet einen Enkel von ihm, während er von seiner Freiheit träumt… (filmladen)
„Auf respektvolle Weise gibt der Film ungewöhnliche Einblicke in die pakistanische Gesellschaftsordnung, beleuchtet die Stellung der Frau und die Dynamik zwischen den Geschlechtern. Indem er auf eine schematische Aufteilung der Akteure in Gut und Böse verzichtet, schafft es der Regisseur Saim Sadiq, einen realen, differenzierten Diskurs anzuregen.“ (outnow.ch)
Cannes Film Festival 2022: Queer Palm, Un Certain Regard
London Film Festival 2022: Sutherland Award
Zagreb Film Festival 2022: Bester Film und viele weitere internationale Preise
Medienpartnerschaft: Stadt Bregenz
Es gibt Sekt & Fingerfood, einen kultigen Überraschungs-Kurzfilm und Musik von DJane Nasty Nessa. Tanzen erwünscht!
Wir freuen uns auf euch!
Eintritt frei
Fingerfood und warme Decken vor Ort
Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt!
Infos auf Social Media und auf unserer Website
In Kooperation mit dem Honolulu Hotel und der stattcooperative
Eine Frau auf der Suche nach ihrer Tochter und nach sich selbst… Für seinen 21. Langspielfilm, hat Pedro Almodóvar drei Erzählungen von Alice Munro zu einem komplexen Melodram um tatsächliche und eingebildete Schuld verwoben und mit inszenatorischer Opulenz in sinnliche Bilder umgesetzt: ein farbensatter Film mit starken Gefühlen und umwerfenden Frauengesichtern. (nach: filmstarts.de)
„Almodovár schwelgt einmal mehr in atemberaubendem Farbdesign, erzählt allein durch den Einsatz von mal grell roten, dann kühl blauen Kostümen und Accessoires alles über den Wandel von Julietas Gemütszustand und betont zudem immer wieder den Gegensatz zwischen Madrid und Meer. Bei aller äußeren filmischen Brillanz geht es Almodóvar jedoch wie stets um einen Blick in die Psyche der Menschen, vor allem die der Frauen, ihrer Rolle in der Gesellschaft, den Vorwürfen, denen sie ausgesetzt sind. (…)
Mit Emma Suárez und Adriana Ugarte hat Almodóvar gleich zwei hervorragende Darstellerinnen zur Verfügung. Auf deren Gesichtern spielt sich die Handlung ab, zeichnen sich die Spuren von Vorwürfen und eingebildeter Schuld ab, die sich weniger in einer äußeren Handlung entwickelt, sondern in der Psyche der Hauptfigur.” (leokino.at)
ICS-Award, Cannes 2016
Das Leben von Kareem und Lod, östlich von Tel Aviv, ist geprägt von herben Verlusten. Sein Vater starb bei einem Autounfall und seine Mutter ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Im Hip-Hop und bei seiner Freundin Manar findet der junge Mann Zuflucht und eine Passion, die dem ziellosen Alltag zwischen verschiedenen Bürojobs und Freunden, die mit Drogen dealen, einen Sinn gibt.
Als Kareen und Manar nach rassistischen Übergriffen in ihrer konfliktbeladenen Gegend mit ihrer Musik Stellung beziehen, geraten sie zwischen die Fronten des Konflikts zwischen JüdInnen und PalästinenserInnen.
Der Film basiert auf dem realen Leben des palästinensischen Rappers Tamer Nafar, der auch die Rolle des Kareen übernommen hat. Er ist der charismatische Frontman der Combo DAM, der ersten palästinensischen Rap-Gruppe.
Berlinale 2016, Panorama Publikumspreis | Tribeca Film Festival 2015, Jury Award
Awards of the Israeli Film Academy, Best Music, Best Sound
Eine Filmvorführung in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems zur aktuellen Ausstellung A Place of Our Own.
Einfach das Ende der Welt
CN, FR 2016 | 99 min | OmU | R: Xavier Dolan
Nach zwölf Jahren Abwesenheit kehrt Schriftsteller Louis (34) wieder in seinen Heimatort zurück. Er ist todkrank, hat nicht mehr lange zu leben und will seine Familie davon in Kenntnis setzen. Doch die Zeit seiner Abwesenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und ihn von seiner Familie emotional entfremdet. Alte Wunden reißen wieder auf, und niemand hört Louis zu...
„In dem bewegenden Familiendrama brillieren Marion Cotillard, Léa Seydoux, Vincent Cassel, Gaspard Ulliel und Nathalie Baye als zerrissene Familie, in deren schmerzvoll gescheiterter Kommunikation ein Ruf nach Liebe steckt." (weltkino)
„Beim dysfunktionalen Familientreffen, dem unerfreulichsten Genre des Kinos, hat Dolan einen Weg gefunden, sein Publikum gleichermaßen zu verärgern und zu erschöpfen, aber er hat auch eine unerwartete Katharsis am Ende dieser qualvollen 90 Minuten geschaffen." (Variety)
Cannes 2016: Großer Preis der Jury und Preis der Ökumenischen Jury
Filmfest Hamburg 2016: Bester Film
I Killed My Mother
CA 2009 | 100 min | OmU | Regie und Drehbuch: Xavier...
Hubert Minel, ein frecher 17-jähriger, verabscheut seine Mutter. Er sieht nur ihre altmodischen Pullover, die kitschige Deko und die widerlichen Krümel, die an ihren schmatzenden Lippen kleben - und straft sie mit Verachtung. Hinter diesen nervigen Äußerlichkeiten lauern zwei Fertigkeiten, die seine Mutter zu höchster Blüte kultiviert hat: Manipulation und Schuldzuweisung.
Hubert, verwirrt und zerrissen von einer Hassliebe, die täglich mehr Besitz von ihm ergreift, macht eine Adoleszenz durch, die zugleich ungewöhnlich und typisch ist, geprägt von der Selbstentdeckung als Künstler, Offenheit für Freundschaften, Ausgrenzung und Sex. Und immer verzehrt ihn dabei die alles verschlingende Verachtung für diese Frau, die er irgendwie einst liebte ...
Der erste Streich des kanadischen Wunderkinds Xavier Dolan, der
J´aituémamèremit 17 schrieb, mit 19 drehte und damit die Festivals weltweit im Sturm eroberte.
„Ein Meisterwerk - hier ist tatsächlich ein Wunderkind am Werk!“
(ZEIT ONLINE)
Prix RegardJeunesseQuinzaine Cannes 2009
Bester frankophoner Film Lumiere 2010
Der kleine Minato beginnt, sich merkwürdig zu verhalten. Seine Mutter spürt, dass etwas nicht stimmt. Als sie entdeckt, dass eine Lehrkraft für das Verhalten ihres Sohnes verantwortlich ist, stürmt sie auf der Suche nach Aufklärung in die Schule. Während die Geschichte aus Sicht der Mutter, der Lehrkraft und des Kindes erzählt wird, kommt allmählich die Wahrheit ans Licht.
Ein multiperspektivischer Ansatz, der nachdenklich stimmt: Was macht einen Menschen zum Monster? Und wer darf das entscheiden?
„In der verzwickten, mysteriösen Story, die viel Aufmerksamkeit fordert und mit spannenden Wendungen und Überraschungen auftrumpft, ergründet Koreeda das Monster innerhalb der Gesellschaft. Erneut gelingt ihm ein meisterhaft inszeniertes Drama.“ (filmstarts.de)
Cannes Film Festival 2023: Bestes Drehbuch
Chicago Film Festival 2023: Gold Hugo – Bester Film
Stockholm Film Festival 2023: FIPRESCI-Preis
Vancouver Film Festival 2023: Publikumspreis
Medienpartnerschaften: Vorarlberger Familienverband, Montessori Vorarlberg, Bodenseeakademie, Unabhängige Bildungsgewerkschaft
Little Trouble Girls
SI, IT, HR, RS 2025 | 89 min | OmU | R: Urška Djukic
Die introvertierte 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei und schließt dort Freundschaft mit der beliebten und leichtherzigen Ana Maria. Als der Chor für ein intensives Probenwochenende in ein Kloster auf dem Land fährt, weckt ein vor Ort tätiger Restaurator Lucijas Interesse und sie ist bereit, die Freundschaft mit Ana Maria und den anderen Mädchen aufs Spiel zu setzen. Angesichts der ungewohnten Umgebung und ihrer erwachenden Sexualität beginnt Lucija, ihren Glauben und ihre Werte infrage zu stellen. Neue Triebe brechen sich Bahn. Die Harmonie im Chor zerbricht. (filmladen)
„Das Coming-of-Age-Drama ist einfühlsam und ruhig erzählt, schön bebildert und nutzt den Chor als stimmiges Bild für die innere Unruhe.“ (film-rezensionen.de)
Berlinale 2025, FIPRESCI Preis Perspektiven
Jerusalem Filmfestival 2025, Bestes Debut
gleich 5 nationale Filmpreise in Slowenien
Medienpartnerin: Verein Amazone
In „Kajillionaire“ entwirft die vielseitige Performance-Künstlerin, Schauspielerin, Schriftstellerin und Regisseurin Miranda July erneut eine kunstvolle, in sich geschlossene Welt. In schmeichelnden Pastellfarben erkundet sie mit dem ihr eigenen, versponnenen Sinn für die Magie des Alltags die Dynamik einer amüsant dysfunktionalen Familie.
Der dritte Spielfilm der renommierten Performancekünstlerin und Autorenregisseurin Miranda July ist eine ebenso originelle wie sehr bewegende Komödie über eine Familie gewitzter Schwindler. Die Trickbetrüger Theresa und Robert haben ihre einzige Tochter Old Dolio 26 Jahre lang darauf trainiert, jede Gelegenheit zum Betrügen und Stehlen zu nutzen. Der perfekt durchgeplante Alltag der Lebenskünstler und sehr speziellen Familie gerät aus den Fugen, als die Eltern für einen geplanten Coup die unbekannte Melanie ins Team holen. Mit ihrem temperamentvollen und liebenswerten Wesen wirbelt Melanie Old Dolios von ihren Eltern stark geprägtes Familien- und Weltbild durcheinander. Während sich die emotional vernachlässigte Old Dolio nach der Wärme einer traditionellen Familie sehnt, genießt die behütete Melanie die prickelnde Aufregung des Schwindleralltags. Mit dem verspielten Esprit von Miranda July entfaltet „Kajillionaire“ eine ganz besondere Coming-of-Age-Geschichte.
„Die Familien-Tragikomödie ist derart bizarr, dass es einen am Ende tatsächlich überrascht, wie sehr das Schicksal der superskurrilen Figuren trotzdem berührt.“ (filmstarts.de)
„Es bebt unter der quietschbunten Fassade dieses kleinen Juwels – manchmal buchstäblich, wenn ein Erdbeben die Figuren in die Schockstarre zwingt. Aber aus den Trümmern kann, befreit vom konsumistischen Ballast, vielleicht auch Neues wachsen.“ (Der Standard)
L’Etrange Festival, Paris 2020, Publikumspreis bester Spielfilm
Kansas City Film Critics Circle Award 2021
1962, Deutschland: Die zwölfjährige Karla stellt sich mutig einer Welt entgegen, in der Kinder schweigen sollen. Sie widersetzt sich der Macht ihres Vaters, dem Schweigen ihrer Familie und einer Gesellschaft, die lieber wegsieht als zuhört. Doch Karla bleibt nicht stumm – sie spricht, klagt an und verändert damit mehr, als sie je für möglich gehalten hätte.
Inspiriert von einem wahren Gerichtsfall erzählt der Film von einem jungen Mädchen, das den Mut findet, für sich selbst einzustehen – und dadurch auch anderen eine Stimme gibt. Elise Krieps berührt in ihrer ersten Rolle mit stiller Kraft und unerschütterlicher Präsenz. Rainer Bock und Imogen Kogge verstärken das eindrucksvolle Ensemble mit großer Tiefe.
„Ein Film von eindringlicher Intensität und feiner Abstimmung.“ (arechock)
„Elise Krieps ist in ihrer ersten großen Rolle nicht weniger als
sensationell.“ (epd-film.de)
München Film Festival 2025: Young German Cinema Award für Regie und Drehbuch
Thessaloniki Film Festival 2025: Bestes Drehbuch, Publikumspreis, FIPRESCI-Preis
Medienpartner: ifs Kinderschutz Vorarlberg, Verein Amazone, Kinder- und Jugendanwaltschaft Vorarlberg




































































