Filmforum Archiv
Der unverhoffte Charme des Geldes
CA 2018 | 127 min | OmU | Regie und Buch: Denys Arcand
Was passiert, wenn ein eingefleischter Kapitalismusgegner buchstäblich an Säcke voller Kohle kommt, zeigt der neue Film des Oscar-prämierten Regisseurs von Die Invasion der Barbaren.
Nach einigen anfänglichen, nicht ausschlagbaren Annehmlichkeiten stellt sich für den Protagonisten Pierre-Paul bald die Frage: Wohin mit dem vielen Geld? Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt, sondern auch zwei gewiefte Polizisten haben ein verdächtig großes Interesse an seinem neuen Reichtum. Doch mithilfe eines gerade erst aus dem Knast entlassenen Finanzgenies, eines Offshore-Bankers und einer neuen, teuren Freundin gelingt es ihm, ein System auszutricksen, in dem alles nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist.
Wie von Arcand gewohnt, verbindet auch Der unverhoffte Charme des Geldesgeschickt Gesellschaftskritik mit einer großen Portion Humor. Herausgekommen ist ein intelligentes Heist-Movie, das Spaß macht und am Ende auf berührende Weise zeigt, welche Werte wirklich wichtig sind.
„Eine ebenso sardonische wie erfrischende Komödie mit einem ernsthaften Zweck“ (variety)
Filmfestival Valladolid: Preis der internationalen Filmkritik
Im The Grill in Manhattan ist Hochbetrieb und aus der Kasse ist Geld verschwunden. Alle Köche ohne Papiere werden befragt und Pedro ist der Hauptverdächtige. Er ist ein Träumer und Unruhestifter und verliebt in Julia, eine Kellnerin aus New York, die sich nicht auf eine Beziehung mit ihm einlassen kann. Rashid, Besitzer von „The Grill“, hat versprochen, Pedro bei seinen Papieren und damit aus der Illegalität zu helfen. Doch ein schockierendes Geständnis von Julia provoziert Pedro zu einer Tat, die das Fließband der Küche ein für alle Mal zum Stillstand bringen wird.
Der gefeierte mexikanische Regisseur Alonso Ruizpalacios bringt mit La Cocina eine packende Adaption von The Kitchen, dem ikonischen Theaterstück von Arnold Wesker auf die große Leinwand. In eindrucksvollen Schwarzweißbildern taucht das Publikum tief in das Innenleben der Großküche mit all ihren Dramen, Absurditäten, Momenten der Verzweiflung, sowie Menschlichkeit und Solidarität ein.
„Regisseur Alonso Ruizpalacios gibt den hier Schuftenden ihre Würde durch die Kraft betörender Schwarz-Weiß-Bilder zurück. Er lässt sie als Menschen aufscheinen, die mehr verdient haben als den Kommandoton auszehrender Herrschaftsverhältnisse.“ (film-rezensionen.de)
Havanna Filmfestival 2024: Beste Kamera | Stockholm Filmfestival 2024: Bestes Drehbuch
Mallorca Filmfestival 2024: Beste Regie, Beste Kamera
Die Kordillere der Träume
CL 2019 | 85 min | Doku | OmU | R: Patricio Guzmán
Der Chilene Patricio Guzmán beschließt seine „topografische Trilogie“ über seine Heimat mit einem Erinnerungspanorama und Plädoyer gegen das Vergessen, in dem die Kordilleren (Anden) eine symbolträchtige Rolle spielen. Sie werden zu stummen Zeugen einer Leidensgeschichte, die Chile unter der Militärdiktatur Pinochets von 1973 bis 1988 erfahren musste. Ein Bildwerk über ein Kapitel schmerzhafter Zeitgeschichte. (cineman.ch)
„Die Bilder aus den Anden sind atemberaubend schön. Ein preisgekrönter Film, dank dem man begreift, warum Chilenen heute auf die Strasse gehen.“ (Züritipp)
Cannes 2019, Golden Eye, Bester Dokumentarfilm
Eine Frau mit berauschenden Talenten
FR 2020 | 106 min | OmU | R: Jean-Paul Salomé
Als Dolmetscherin im Drogendezernat übersetzt Patience abgehörte Telefonate der Drogenszene und ist dafür massiv unterbezahlt. Als das kostspielige Pflegeheim ihrer Mutter wegen unbezahlter Rechnungen droht, die alte Dame auszuquartieren, gerät Patience unter Handlungsdruck. Der Zufall will es, dass gerade eine Drogenlieferung auf dem Weg nach Paris ist. Patience entscheidet sich spontan gegen die Ehrlichkeit und sabotiert die Beschlagnahmung der Drogen. In Eigenregie fahndet sie nach dem hochwertigen Hasch – und wird fündig. Patience macht sich sofort fröhlich ans Werk und zeigt sich von ihrer besten Seite: Als begnadete Verkäuferin mischt sie den Pariser Drogenmarkt auf. Patience ist die neue Drogen-Autorität der Stadt und für die Polizei ein Phantom, das die Nerven ihrer ahnungslosen Kollegen sichtlich strapaziert. Doch die Drogendiva muss sich sputen, denn ausgerechnet ihr Verehrer Philippe, Leiter des Drogendezernats, hat einen Verdacht, wer hinter dem Phantom wirklich steckt…
„Yeah! Isabelle Huppert goes Breaking Bad. Die mittlerweile 67-jährige Schauspielerin zieht in dieser One-Woman-Show mal wieder alle Register und zeigt, warum sie eine Art Lebensversicherung ist für Produzenten mittelmässiger Filme. La daronne ist so weder besonders originell noch besonders spektakulär inszeniert, bietet aber 100 Minuten gute Unterhaltung mit einigen Schmunzlern. Eine Standard-Krimikomödie mit einer Nicht-Standard-Hauptdarstellerin.“ (Outnow.ch)
Alessandro und Arturo sind in „La dea furtuna“ seit mehr als fünfzehn Jahren ein Paar. Und obwohl das Feuer und die Leidenschaft der ersten Jahre von einer tieferen Zuneigung und Zusammenhalt abgelöst wurde, läuft es seit einiger Zeit nicht mehr ganz rund. Als jedoch Alessandros beste Freundin Annamaria ihre beiden Kinder für einige Tage zur Betreuung bringt, bricht die ungeliebte Routine auf, und plötzlich ändert sich alles…
Der türkisch-italienische Regisseur Ferzan Ozpetek („Männer al dente“, „Hamam“) trifft mit diesem vielschichtigen und emotionalen Porträt einer bedingungslosen Liebe mitten ins Herz. In Italien war sein Film ein Publikumsliebling mit über einer Million Kinobesucher*innen. An beeindruckenden Originalschauplätzen in Rom, dem antiken Heiligtum der Fortuna Primigenia nahe Palestrina und in der Villa Valguarnera bei Palermo gedreht, strahlen die sonnendurchfluteten Bilder Ozpeteks typische italienische „eleganza“ aus und erinnern an die Filme Luca Guadagninos. (Polyfilm)
„Bezaubernd und manchmal herzzerreißend.“ (The New York Times)
„Sinnlich und zart“ (KinoCulture)
David di Donatello Awards 2020, Beste Schauspielerin, Bester Song
Jacques pflegt zu seinen Weinen eine innigere Beziehung als zu Menschen. Nicht von ungefähr hat der mürrische Mittfünfziger ein Alkoholproblem und steht mit seiner kleinen Weinhandlung kurz vor der Pleite. Da betritt die charmante Hortense seine Weinhandlung – und sein Leben. Hortense ist lebensfroh, warmherzig, aber einsam. Schnell finden die zwei unterschiedlichen Charaktere zueinander. Aber ebenso schnell stellen sich auch die Probleme ein. Das Chaos ist vorprogrammiert. Missverständnisse, nicht bewältigte Vergangenheit…, vieles, was es zu lösen gilt.
Eine zärtliche französische Komödie über die Liebe im fortgeschrittenen Alter.
Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Nathalie und François kennenlernen. Sie werden schnell ein Paar, heiraten und verleben eine wundervolle Zeit. Doch das Glück ist nicht von Dauer. François kommt bei einem Unfall ums Leben, und Nathalies perfekte Welt bricht zusammen. Sie stürzt sich die nächsten Jahre in ihre Arbeit, verschließt sich ihrer Umwelt, versucht, über ihren Verlust hinwegzukommen. Bis sie eines Tages aus heiterem Himmel ausgerechnet dem unscheinbarsten Mitarbeiter ihres Teams um den Hals fällt und ihn leidenschaftlich küsst. Markus, der nicht weiß, wie ihm geschieht, verliebt sich Hals über Kopf in seine Chefin. Als die von dem Kuss nichts mehr wissen will, beschließt Markus, ihr so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen – um sich zu schützen. Das wiederum lässt Nathalie nicht zu, denn sie fühlt, dass Markus auf dem besten Weg ist, ihr Herz zu erobern. Doch das ungleiche Paar hat so einige Hindernisse im Kollegen- und Freundeskreis zu überwinden. Um ihrer ungewöhnlichen Liebe eine Chance zu geben, bleibt ihnen nur die Flucht - zurück in die Vergangenheit, und damit nach vorn.
Verstehen Sie die Béliers?
FR 2014 | 105 min | OmU | Regie: Éric Lartigau
Die Béliers sind eine ungewöhnliche Familie. Die Eltern und der kleine Bruder sind gehörlos. Nur Paula kann hören und sprechen, sie fungiert als Bindeglied zwischen der Familie und der Außenwelt. Als ihr Musiklehrer sie ermutigt, in Paris Gesang zu studieren, bereitet sie sich heimlich auf die Aufnahmeprüfung vor und gerät so in einen Konflikt zwischen persönlichem Lebenstraum und familiärer Verantwortung.
In Frankreich hatte Éric Lartigaus Komödie über die Familie Bélier in sechs Wochen fünf Millionen Kinogänger – dank einer ausgewogenen Mischung aus Humor und Tiefgang sowie einem stimmigen Ensemble, aus dem Newcomerin Louane Emera im schwierigen Abnabelungsprozess herausragt. (nach: filmladen.at; kino.de)
“Der besondere Charme und Zauber dieses Films liegt in den Figuren, deren alltägliche Sorgen und Freuden mit viel Humor, ohne billige Effekte und mit großer Empathie gezeigt werden. Louane Emera, die 18-jährige Darstellerin der Paula, überzeugt in ihrem Auftritt in der Rolle eines unsicheren Mädchens zwischen Pflicht und eigenen Wünschen. Die Musik des Films, darunter die wunderschönen Chansons von Michel Sardou, rundet die Familiengeschichte ab” (FBW)
César 2015 für die beste Nachwuchsdarstellerin Louane Emera
Das unbekannte Mädchen
BE 2016 | 106 min | OmU | R: Jean-Pierre und Luc...
Der zehnte Spielfilm der Brüder Dardenne erzählt die Geschichte der jungen Ärztin Jenny. Als es eines Abends nach Sprechstundenende an der Tür ihrer Praxis klingelt und eine junge Frau um Hilfe bittet, antwortet Jenny nicht, weil sie zur gleichen Zeit den neuen Kollegen vorgestellt wird. Am nächsten Tag erfährt sie von der Polizei, dass eine nicht identifizierte, junge Frau tot aufgefunden wurde.
Von Schuldgefühlen geplagt, stellt Jenny private Nachforschungen an, um mehr über die Identität der Verstorbenen herauszufinden …
“Adéle Haenel begeistert” (Spiegel Online)
“Ergreifend und absolut lohnend” (Hollywood Reporter)
„Perfekt austarierte Bildfolgen und beinahe unauffällige, aber immens wirkungsvolle Fokussierungen lenken die Aufmerksamkeit gekonnt auf die Figuren, während sich der Film im Rahmen eines Thrillers bewegt.“ (ORF Online)
Online Filmcritics Society Award 2017
Raf (Valeria Bruni Tedeschi) und Julie (Marina Fois), ein Paar am Rande der Trennung, finden sich am Abend einer Pariser Gelbwesten-Demonstration in einer Notaufnahme wieder, wo sie fast ersticken. Ihre Begegnung mit Yann (Pio Marmai), einem wütenden und verletzten Demonstranten, wird die Gewissheiten und Vorurteile der beiden erschüttern. Draußen steigt die Spannung. Das Krankenhaus steht unter Druck und muss seine Türen schließen. Das Personal ist überwältigt. Es wird eine lange Nacht werden...
Unnahbar, wunderschön und scheinbar endlos erstrecken sich die Schneelandschaften der Antarktis. Doch das Jahrtausende alte Eis hütet ein Geheimnis: Unzählige eingeschlossene Luftbläschen aus Urzeiten zeugen vom Klima vergangener Zeiten und seiner Veränderung durch den Menschen. Luc Jacquet blickt zurück auf die ersten Expeditionen des französischen Wissenschaftlers Claude Lorius, der bereits als junger Mann unter extremsten Bedingungen das Eis erforscht hat. Ihm gelang es, erstmals die Klimageschichte unseres Planeten bis 800.000 Jahre zurückzuverfolgen und eine bittere Wahrheit aufzudecken.
Mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und spektakulärem Archivmaterial erzählt Oscar®-Preisträger Luc Jacquet (Die Reise der Pinguine) die abenteuerliche Geschichte des Polarforschers Claude Lorius, der sein Leben dem Eis gewidmet hat. Der eindrucksvolle Dokumentarfilm ist bildgewaltiges Naturerlebnis, spannendes Antarktisabenteuer und bewegendes Plädoyer für den Klimaschutz.
Bergen International Film Festival 2015: University of Bergen Award
Eine Kooperation mit der Klimakampagne Vorarlberg (klimakampagne.at)
Medienpartnerschaft: Die Grünen – Generation plus Vorarlberg
Verpfiffen und verraten
"Die Rattenlinie" entfällt wegen Corona und wird zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt
RU 2020 | 98 min | OmU | R: Corneliu Porumboiu
Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) lässt sich mit der Mafia ein und fliegt auf. Nun folgen ihm verdeckte Ermittler auf Schritt und Tritt und hören seine Wohnung ab. Daher gibt sich die schöne Gilda (Catrinel Marlon) als seine Geliebte aus und drängt ihn zu einer Reise nach La Gomera. Cristi soll die geheime Pfeifsprache der Inselbewohner lernen, damit er trotz Überwachung mit der Gaunerbande kommunizieren kann. Pfeifend versuchen sie den Matratzenfabrikanten Zsolt (Sabin Tambrea) aus dem Gefängnis zu befreien, denn der ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen des letzten Coups versteckt sind. Doch alle Beteiligten spielen ein doppeltes Spiel und bald geraten die Ereignisse außer Kontrolle.
Der preisgekrönte Regisseur Corneliu Porumboiu (12:08 East of Bucharest) gilt als einer der Wegbereiter des neuen rumänischen Kinos.
„(...) ein erstaunlich leichter Film – trotz seinen wilden Zeitsprüngen und der nicht-chronologischen Erzählweise. Dank seiner zahlreichen Referenzen auf Filmhistorisches und die deutlichen Vorbilder, derer sich Porumboiu angenommen hat, macht das Werk einfach Spaß.“ (kino-zeit.de)
Sevilla Film Festival 2019, Bestes Drehbuch















































































