Filmforum Archiv
Familie Kim lebt in ärmlichen Verhältnissen ganz unten auf der sozialen Leiter. Im wahrsten Sinne des Wortes: im Keller. Die Eltern Ki-taek und Chung-sook sind arbeitslos, die fast erwachsenen Kinder, der Sohn Ki-woo und die Tochter Ki-jung unterstützen die Familie mit Gelegenheitsjobs. Das Glück wendet sich, als ein Freund Ki-woo eine Tutorenstelle am anderen Ende der Stadt, am anderen Ende der sozialen Leiter vermittelt. Im mondänen, modernistischen Haus der Familie Park soll er der Tochter Englischstunden geben. Es ist der Beginn einer parasitären Beziehung der beiden Familien, denn bald arbeiten alle Kims für die Parks: Die Tochter kümmert sich um den Sohn, der Vater wird Chauffeur, die Mutter schließlich Haushälterin.(nach: kino-zeit.de)
„In Parasitegeht es um Arm und Reich, es gibt Thriller- und Horrorelemente und Regisseur Bong Joon-ho ist wieder ein spannender, komischer und intelligenter Film gelungen, der auch visuell virtuos gemacht ist. Was bleibt, sind viele verstörend schöne Bilder und der Eindruck eines teils absurd anmutenden, bei näherer Betrachtung aber gleichsam alltäglichen Humors. Ein Humor allerdings, der nicht bemäntelt und beschönigt, sondern Lebensverhältnisse anschaulich bloßlegt.” (Jens Nicklas, 20er) (leokino.at)
Filmfestspiele Cannes 2019, Goldene Palme
ICS Cannes Award, Beste Regie
Filmfestspiele Sydney, Bester Film
Für die Kinoleinwand erzählt jetzt Regisseur Sven Taddicken die Geschichte zweier Seelen, die sich verloren haben und auf dem Weg in ein besseres Leben ihre Welt aus den Angeln heben müssen.
Wo ist nur das Glück geblieben? In jeder ihrer schlaflosen Vorstadtnächte stellt sich Helene Brindel die gleiche Frage. Gefangen in der scheiternden Ehe mit ihrem Mann Christoph, scheint selbst ihr geheimer Komplize Gott sie verlassen zu haben. Bis sie im Radio den Ratgeberautoren Eduard E. Gluck hört, der Helene mit seiner kurzweiligen Theorie über das Glück fasziniert. (film.at)
„Eine Frau zwischen zwei Männern und auf der Suche nach gleißendem Glück: Sven Taddicken verfilmt den Roman Gleißendes Glückvon A. L. Kennedy, die Geschichte einer Provinz-Frau, die in einer gewalttätigen Ehe gefangen ist und sich einem hochintelligenten Neuropsychologen annähert, der sich aber auch als Wichser herausstellt. Ach, eigentlich eine einfache Geschichte – aber so kraftvoll, so zart, so intensiv, so wahrhaftig erzählt!" (kino-zeit.de)
Film by the Sea Festival 2016: Film and Literature Award
Auf alles was uns glücklich macht
IT 2020 | 135 min | OmU | R: Gabriele Muccino
Seine Hauptpersonen sind vier ganz normale Menschen, die er über einen Zeitraum von beinahe 40 Jahren auf ihrer Suche nach dem Glück begleitet. Gabriele Muccino ist ein wunderbar liebenswertes Filmepos gelungen, noch dazu mit einem hinreißenden Soundtrack – alles in der großen Tradition des italienischen Erzählkinos.
Der Film geht der Frage nach, was uns als Menschen wirklich ausmacht, wohin uns unsere Wege führen und welche Werte wir an unsere Kinder weitergeben. Eine wunderbare Erzählung über Freundschaft, Liebe und die Suche nach dem eigenen Lebensweg.
2020 gelang Gabriele Muccino mit Auf alles was uns glücklich macht ein kleines cineastisches Wunder: Rund 1 Mio. Zuschauer begeisterte die Komödie mit dem renommierten Cast rund um Pierfrancesco Favino, Claudio Santamaria, Kim Rossi Stuart und Micaela Ramazzotti vor und nach dem ersten Lockdown in Italien und zählte damit dort zu den besucherstärksten Filmen des vergangenen Jahres.
„Ein wunderbarer Film voll unbändiger Lebensfreude, der für außergewöhnlich gute Laune sorgt.“ (programmkino.de)
Nino Manfredi Award des National Syndicate of Film Journalists 2020
Global Homeist eine Dokumentation über die Generation Couch-Surfing. Auch wenn das Internet gewiss viele Risiken birgt, was den Verlust der Privatsphäre angeht, es sind auch viele Chancen offensichtlich. So kann man über geeignete Plattformen weltweit kostengünstige bis kostenlose Schlafgelegenheiten bekommen, Stichwort Couch-Surfing.
Regisseurin Eva Stotz ist für ihre Dokumentation Global Homequer über die Kontinente gereist und hat dabei zahlreiche interessante Personen kennengelernt. So erhält sie Einblicke in den Alltag eines musikbegeisterten Tuareg in Mali, eines Wildnis-Enthusiasten in Tokio, eines Ökologen in Palästina, eines Tanz-Fans in der Türkei oder eines Visionärs in den USA. Die Welt wächst zusammen und wir können hautnah dabei sein.
"Ganz am Anfang stand eine Sehnsucht nach „mehr Echtheit“. Mir fiel irgendwann auf, dass ich immer mehr Zeit am Computer saß. An manchen Tagen hatte ich mit dreißig Menschen kommuniziert, aber mit keinem einzigen „echt“ gesprochen." (Eva Stotz)
In Zusammenarbeit mit „Projekte der Hoffnung“.
Gloria ist 58 Jahre alt, lebt in einem kleinen Appartement mitten in Santiago de Chile, hat einen Job, zwei Kinder, einen Ex-Mann und viel Lust auf etwas Neues. Eine Frau mitten im Leben, eine Frau mit einer Vergangenheit. Genaueres erzählt der Film uns darüber nicht. Dafür lässt er uns teilhaben – an ihrem Alltag, an ihrem Leben. Jede Kamera-Einstellung behält sie im Blick. Wie sie sich Lippenstift auflegt und nochmals loszieht, in die Bars, ganz alleine, zum Tanzen, zum Flirten. Wie sie die nächtliche Randale des liebeskummerkranken Nachbarn nicht hören will und sich die Decke über die Ohren zieht. Wie sie im Auto lauthals lossingt. Aus diesen losen Beobachtungen entsteht Sympathie für diese Frau, für ihre Spontanität, ihren Humor, ihre Verletzlichkeit.
Ein älterer Mann, der eine lange Haftstrafe verbüßt hat, sucht wieder Anschluss an seine Familie und will vor allem seine neugeborene Enkeltochter kennenlernen. Er trifft auf eine angespannte Lage: Seine Exfrau, die mit einem neuen Partner zusammenlebt und als Putzfrau arbeitet, versucht so gut es geht, der seit der Geburt überforderten Tochter und ihrem Mann unter die Arme zu greifen, doch wegen diverser Widrigkeiten wird die materielle Basis immer dürftiger. Die Schwester der jungen Mutter und ihr Mann könnten helfen, sind aber reichlich egoistisch. Der Großvater hilft bei der Betreuung des Babys, kann jedoch ansonsten nicht viel tun – bis sich die Lage dramatisch zuspitzt. (moviemento)
„Robert Guédiguian setzt seinen Kampf für eine bessere Welt unbeirrt fort – und man guckt ihm weiterhin gern dabei zu, weil seine Protagonisten nie zu einem Mittel zum Zweck verkommen, sondern eine Wärme ausstrahlen, die so viel mehr wert sein sollte als alles Geld der Welt. Leider ist sie das aber nicht – und genau das ist der Stoff, aus dem diese zutiefst melancholische, auf niemals kitschige Weise zu Herzen gehende Tragödie gestrickt ist.“ (filmstarts.de)
Filmfestspiele Venedig 2019, Beste Schauspielerin: Ariane Ascaride
Venedig um 1800: Im Kollegium Sant'Ignazio, einer alten Musikschule für mittellose Mädchen, lebt Teresa, von allen nur „die Stumme“ genannt. Niemand ahnt etwas von dem außergewöhnlichen Talent dieser einfachen Magd. Während sich im Kollegium alles um den bevorstehenden Besuch des frisch inthronisierten Papstes dreht macht Teresa in der Abstellkammer eine Entdeckung: ein wunderschönes Instrument – ein Pianoforte.
Um Teresa und die revolutionäre „Musikmaschine“ versammelt sich ein außergewöhnliches Quartett von jungen Frauen. Gegen den Willen des Kapellmeisters entwickeln sie ihre eigene Vision von Musik. Es entsteht ein revolutionärer, femininer Sound, den die Welt ganz sicher nicht erwartet hat …
Mit ihrem berührenden wie mitreißenden Regiedebüt setzt die Regisseurin Margherita Vicario all den vielen vergessenen Komponistinnen ein Denkmal, die wie gepresste Blumen zwischen den Seiten der Geschichte verborgen sind.
Seattle International Film Festival 2024: Großer Preis der Jury – Bester Spielfilm
Golden Globes Italien 2024: Bester Erstlingsfilm, Beste Musik
Medienpartner: Musikschule Bregenz
Als der Bahnarbeiter Tsanko Petrov mehrere Millionen Lew auf den Schienen findet, beschließt er, diese allesamt der Polizei zu übergeben. Dankbar belohnt ihn der Staat mit einer neuen Armbanduhr, die allerdings bald nicht mehr funktioniert. In der Zwischenzeit verliert die PR-Leiterin des Transportministeriums seine alte Uhr. Hier beginnt Tsankos verzweifelter Kampf, nicht nur seine eingetauschte Uhr zurückzubekommen, sondern auch seine Würde. (film.at)
Eine bitterböse Satire über die bulgarische Gesellschaft.
„(...) ist die raue, teils dokumentarisch anmutende Mischung aus satirischer Komödie und dreckigem Drama ein kleiner Höhepunkt im neuen Filmjahr.“ (film-rezensionen.de)
Der Film wurde als bulgarischer Beitrag für den Auslands-Oscar 2017 eingereicht
Art Film Festival 2017, Bester Film ; Edinburgh International Film Festival 2017,
Bester Spielfilm; und 30 weitere Filmpreise
Bei Familie Gabriel läuft es schon seit einer Weile nicht mehr rund. Die Mutter ist vor einiger Zeit gestorben, nun ist auch Tochter Sabrina an einer unheilbaren Lungenkrankheit erkrankt. Die anderen versuchen nun jeder auf seine Weise mit der Situation umzugehen. Während sich Vater Stefan neben seiner Arbeit als Bademeister als Sterbebegleiter engagiert, hat sich die zwölfjährige Jessica eine ganze Reihe von Ritualen ausgedacht, um das Böse fernzuhalten. Viel gebracht hat es nicht, Sabrinas Zustand verschlechtert sich zunehmend. Als Außenseiter Jessi an der Schule Ärger bekommt, soll ein Therapeut ihr wieder zurück ins Leben helfen.
Der Film hält beeindruckend die Balance zwischen dem Komischen und dem Tragischen. Denn natürlich ist es irgendwo witzig, wenn Jessi die eigenartigsten Zwänge auslebt, vom Reiben ihrer überlangen Strümpfe bis hin zum Mantra-ähnlichen Aufsagen von Zahlen. Aber es ist eben auch wahnsinnig traurig, wenn sie mit kindlicher Logik und zunehmend verzweifelten und kuriosen Mitteln versucht, den Tod ihrer Schwester zu verhindern. So als müsste sie nur den Schlüssel des Universums finden, um dieses bestimmen zu können. (www.leokino.at)
Polarnacht am Rande des Eismeers – zwei Monate lang übersteigt die Sonne nicht den Horizont. Inmitten von Schnee, Eis und Dämmerung startet eine deutsche Auswandererfamilie hoffnungsvoll den Neuanfang: Niels, Maria und Sohn Markus.
Schon nach kurzer Zeit spüren Niels und Maria, dass auch das neue Umfeld die erkaltete Beziehung nicht retten kann: Niels stürzt sich in seine Arbeit als Ingenieur und beginnt eine Affäre. Maria schiebt Überstunden im Hospiz und Markus muss an der Schule seinen Platz finden. Aber dann passiert in eisiger Nacht ein schrecklicher Unfall, der alles in Frage stellt.
Die anfängliche Erstarrung weicht, und wie durch ein Wunder wird dieses Unglück für die kleine Familie zum Wendepunkt: Das Geheimnis, das Maria und Niels fortan teilen, zwingt sie zur Auseinandersetzung – und führt sie auf einen Weg zu Erlösung und Gnade. (Alamode Filmverleih)
Wettbewerb Berlin 2012
Der junge Johnny bewirtschaftet die Farm seines kranken Vaters im englischen Yorkshire. Die Kommunikation zwischen Vater und Sohn ist den widrigen Lebens- und Arbeitsumständen angepasst: Knapp und rau werden meist Worte der Kritik oder Bevormundung an den Sohn gerichtet. Frustriert geht der isolierte Johnny seinem harten Tagesgeschäft nach, hat unverbindlichen Sex mit Männern oder betrinkt sich im lokalen Pub. Als im Frühjahr der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien als Aushilfe für die Saison anheuert, begegnet Johnny dem Fremden zunächst mit Misstrauen. Die anfänglichen Spannungen zwischen den Männern weichen jedoch bald einer intensiven Beziehung, die Johnny neue Perspektiven eröffnet, ihn aber auch vor weitere Herausforderungen stellt.
Francis Lee zeigt in seinem Langfilmdebüt den entbehrungsreichen Farm-Alltag in authentischen Bildern. Er konzentriert sich dabei auf Blicke und Gesten seiner Charaktere und ihre unmittelbare Körperlichkeit. Die archaische Landschaft von God’s Own Country, wie die Einheimischen die ehemalige Grafschaft nennen, wird zum Spiegelbild innerer Tumulte.
Edinburgh International Film Festival 2017: Auszeichnung als Bester britischer Film |
San Francisco International Film Festival 2017: Nominierung für den Golden Gate Award New Directors Prize – Narrative films (Francis Lee) | Sundance Film Festival 2017: Auszeichnung für die Beste Regie mit dem World Cinema Dramatic Special Jury Award
Regisseurin ColineSerreau kehrt zu ihren dokumentarischen Wurzeln zurück und zeigt in ihrem entlarvenden und informativen Film lokale Alternativen zum globalen Raubbau an unseren Ressourcen auf. Dabei setzt sie auf die Kraft akribisch recherchierter Fakten und verzichtet weitgehend auf Horror-Bilder - wenngleich Aufnahmen von industriell zu Tode gepflügter Erde im Gegensatz zu lockerer, von Mikroben bevölkerter Erde den Wahnsinn moderner Massenproduktion hautnah vermitteln. Serreau zeigt aber nicht mit den Fingern auf die Schuldigen. Von Frankreich nach Indien über Brasilien, die Ukraine, Schweiz und Marokko führt die Reise. In den Interviews mit engagierten Bauern, Wirtschaftsphilosophen, Pionieren der ökologischen Landwirtschaft, Ernährungswissenschaftlern, Agraringenieuren, Umweltwissenschaftlern, Kolchosenleitern oder Repräsentanten der Landlosenbewegung MST zeigt sie Alternativen auf. Die Wiederherstellung der Saatenvielfalt und Verbesserung der Bodenqualität ist eine Überlebensfrage für die Menschheit, wie auch der individuelle oder kollektive Widerstand gegen weltweit agierende Konzerne.
Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit Projekte der Hoffnung – Alternative Nobelpreisträger in Bregenz.














































































