Filmforum Archiv
Während die Ex-Opernsängerin Giovanna empört ist, dass man sie für tot erklärt, will die niedergeschlagene Jugendliche Marie-Cerise sterben. Dumm nur, dass sie während ihres Selbstmordversuchs entführt wird. Aber auch Stuntman Mike, Kettenraucherin Dolorès und True-Crime-Experte Edouard müssen sich in dieser turbulenten Großstadtkomödie mit ihrer Sterblichkeit auseinandersetzen. (Filmfest München)
„Eine episodenhafte Tragikomödie mit schwarzhumorigen Spitzen, die tonal einige (zu) wilde Haken schlägt, mit ihrem internationalen Top-Cast aber als amüsante und unkonventionelle Erzählung über Todessehnsucht und Lebenssinn gut unterhält.“ (filmstarts.de)
Wie viele Runden muss man auf dem Tanzparkett drehen, bis alle Träume sich erfüllt haben? Eugène, Gino, Christiane und ihre Freunde haben die sogenannten besten Jahre bereits hinter sich gelassen. Das hindert sie aber nicht daran, auf der Suche nach Liebe und Sex einen ähnlichen Eifer an den Tag zu legen wie Menschen, die Zahnspangen statt Jackett-Kronen tragen.
Fast täglich treffen sie sich in Paris zum Tanztee in schummrigen Clubs, die Memphisoder Chalet du Lacheißen. Dort geben sie beim Tanz ihren Sehnsüchten nach einem erfüllten Leben in Zweisamkeit Ausdruck. Und wenn der Traumprinz doch zu lange auf sich warten lässt, leisten sich die betuchteren Damen hin und wieder den "Taxiboy" Michel. Michel tanzt mit ihnen gegen Geld und benimmt sich auch noch wie ein richtiger Gentleman.
Auf der Suche nach Liebe überwinden die Männer und Frauen fast jedes Hindernis, auch wenn sie danach ihrem Ziel nicht immer wesentlich näher gekommen sind.
„In ihrem sehenswerten Dokumentarfilm zeigt die deutsche Regisseurin Bettina Blümner (Prinzessinenbad) auf, dass es auf das Massaker des Alters auch taktvolle Antworten gibt.“ (Der Standard)
Cécile hat sich mit ihrem Sieg bei der Kochshow „Top Chef“ einen Namen gemacht. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Sofiane plant sie, in Paris ein eigenes Gourmetrestaurant zu eröffnen. Doch als ihr Vater Gérard einen Herzinfarkt erleidet, verschiebt sich ihr Fokus. Cécile reist zurück in ihr Heimatdorf, um im Familienbetrieb L’Escale auszuhelfen, den ihre Eltern führen. Zusätzlich stellt eine ungeplante Schwangerschaft ihr Leben auf den Kopf.
Während Gérard sich erholen soll, denkt er nicht daran, sich aus der Küche zurückzuziehen – Céciles Unterstützung wird daher länger benötigt als gedacht. Inmitten ländlicher Ruhe trifft sie auf ihre Jugendliebe Raphaël, der nie aus dem Dorf weggezogen ist. Gemeinsam verbringen sie unbeschwerte Stunden und alte Gefühle flammen wieder auf. Als Sofiane plötzlich in der Provinz auftaucht und von Raphaëls Rolle in Céciles Leben erfährt, steht sie vor einer schwierigen Entscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft, Herz und Verstand. (filmstarts.de)
Eröffnungsfilm bei den Filmfestspielen von Cannes 2025
Rom, in der Nacht des 2. November 1975: Der große italienische Poet und Filmemacher Pier Paolo Pasolini wird ermordet. Das Symbol der Kunstbewegung, die gegen die Mächtigen kämpft, ist tot. Seine Werke waren skandalös, seine Filme wurden zensiert. Viele Leute liebten ihn, viele Leute hassten ihn. Seine letzten Stunden verbrachte er mit seiner geliebten Mutter und seinen besten Freunden. Bis er in die Nacht ging, mit seinem Alfa Romeo auf der Suche nach einem Abenteuer durch die Stadt fuhr und später an einem Strand in Ostia tot aufgefunden wurde. Eine Rekonstruktion, teilweise Realität, teilweise Traum, was in seinen letzten Stunden passierte.
„Pasolini hat nichts dem Zufall überlassen – auch nicht seinen Tod. Willem Dafoe präsentiert uns keinen Helden, er spielt Pasolini auch am Fußballplatz. Am Ende ist das Spiel aus, gerade auf einem Fußballplatz: auf dem in Idroscalo am Strand von Rom. Pasolini selbst hat ihn für das Endspiel gewählt. Susanna Pasolini beweint ihren Sohn und mit dem Barbier von Sevilla, gesungen von Pasolinis großer Liebe, der Callas, beendet Ferrara seinen Pasolini unspektakulär. Keine Spekulationen, er lässt den jungen Pelosi seine Spaghetti fressen, wie es eben nur ein hungriger Gassenjunge tun kann.” (Helmut Groschup, Dolomiten)
Dem deutschen Filmemacher Tomas ist am letzten Tag seines Drehs in Paris die Anspannung anzumerken. Mit pedantischer Härte erklärt er seinen Kompars:innen, wie sie ihre Hände zu halten oder mit welcher Motivation sie eine Treppe herunterzugehen haben, bis endlich die Schlussklappe fällt. Auf der Abschlussparty fällt Tomas erst in die Arme seines britischen Ehemannes Martin, dann lernt er die junge Grundschullehrerin Agathe kennen. Aus einem Tanz entwickelt sich ein Flirt, aus dem eine leidenschaftliche Nacht wird. Am nächsten Morgen erzählt Tomas Martin stolz, dass er mit einer Frau geschlafen hat. Als sich aus dem One-Night-Stand mehr entwickelt, beginnt sich die Männerbeziehung zu verändern. Es entspinnt sich eine Beziehungsgeschichte, die von Leidenschaft, Eifersucht und Narzissmus geprägt
ist und in der es wenig Gespür für die Bedürfnisse der anderen gibt.
Ira Sachs (...), beweist in seinem neuesten Film einmal mehr sein Talent für genau beobachtete Beziehungsdramen. Der Wind des französischen Kinos und ein Hauch von Fassbinder umwehen die drei, deren persönliche Verletzungen die Machtverhältnisse untereinander immer wieder neu bestimmen. (Berlinale 2023)
Atlántida Film Fest 2023, Publikumspreis
Medienpartnerschaft: Stadt Bregenz, GoWest - Verein für LGBTQIA+
Im Alter von zwölf Jahren wandert Nora mit ihrer Familie von Seoul nach Toronto aus. Zwölf Jahre später lebt die mittlerweile Erwachsene in New York und ist ambitionierte Schriftstellerin. Aus einer spontanen Laune heraus nimmt sie wieder Kontakt mit ihrer Jugendliebe Hae Sung auf. Schnell scheint alles wieder so wie früher und viele Skype-Sitzungen folgen. Um sich auf ihre beruflichen Ambitionen zu fokussieren, will Nora nur wenige Zeit später allerdings eine Kontaktpause. Aus der Pause werden erneut zwölf Jahre bis Hae Sung die inzwischen verheiratete Nora in New York besucht und die beiden sich mit ihren Gefühlen und Lebensentscheidungen konfrontieren.
„Am Ende werden vielen die Tränen in die Augen schießen! Und das ohne einen einzigen kitschigen Moment! Celine Song hat direkt mit ihrem Spielfilmdebüt einen der wahrhaftigsten, erwachsensten, ehrlichsten, berührendsten, klarsichtigsten und klügsten Romantikfilme überhaupt abgeliefert.“ (filmstarts.de)
Hollywood Critis Association 2023, Best Indie Film, Best Actress, Best Screenplay
Paterson arbeitet als Busfahrer in einer Kleinstadt, die genauso heißt wie er selbst: Paterson im US-Bundesstaat New Jersey. Jeden Tag geht er dort seiner Routine nach – er fährt dieselbe Route, beobachtet dabei das Geschehen außerhalb seiner Windschutzscheibe und hört Bruchstücke von Gesprächen seiner Passagiere. In seiner Mittagspause setzt er sich in einen Park und schreibt Gedichte in sein kleines Notizbuch. Am Abend geht er mit seinem Hund spazieren, bindet ihn vor einer Bar an und trinkt exakt ein Bier. Anschließend kehrt er nach Hause zurück, zu seiner künstlerisch ambitionierten Frau Laura (Golshifteh Farahani), die im Gegensatz zu ihm immer wieder neue Projekte startet – vom Muffin-Backen über E-Gitarre-Spielen bis hin zum Umdekorieren des Hauses, in dem überall ihr schwarz-weißes Lieblingsmuster zu finden ist…
Der neue Jim Jarmusch Film, ein Anti-Amerikanischer Traum, mutet wie eine zenbuddhistische Übung in Langsamkeit, ritualisierter Wiederholung und Geduld an, in der die kleinen und subtilen Momente große Bedeutung erhalten. Die Wiederholung der alltäglichen Abläufe lässt feine Variationen und Veränderungen erkennen, ohne dass diese in dramatischen Handlungsverläufen geschildert werden müssen.
Cannes 2016, Palm Dog für Nellie
Paulette ist eine ruppige 80-jährige Dame, die weiß, was sie will – und was sie nicht will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Nur ihre allzu schmale Pension bringt sie auf die Palme. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Sie wird Haschisch-Dealerin!
Als ehemalige Konditor-Meisterin bringt sie für diesen Job neben einem ausgeprägten Geschäftssinn und echten Giftzwerg-Qualitäten auch grandiose Back-Künste und hilfreiche Freundinnen vom Nachmittagstee mit – Vorteile, die ihrer Lederjacken tragenden Konkurrenz im Viertel eindeutig abgehen. Plötzlich gibt es nicht nur einen neuen Dealer im Quartier. Paulette wird bald zur Königin des kultivierten Drogenhandels. Erst als die mächtigen Hintermänner der lokalen Drogenversorgung Paulettes Talent für sich nutzen wollen und sogar ihren Enkelsohn als Geisel nehmen, wird die Sache ungemütlich...
Der Millionenhit aus Frankreich überzeugt nicht nur mit seiner grandiosen Hauptdarstellerin, der inzwischen verstorbenen Nouvelle Vague-Ikone und César-Preisträgerin Bernadette Lafont, sondern auch mit viel Witz, Esprit und meisterhaft geschliffenen Dialogen.
Matilda wird erlaubt, das Gefängnis in dem sie einsitzt, für einen Tag zu verlassen, damit sie der Beerdigung ihrer Mutter beiwohnen kann. Ins Gefängnis zurückzukehren plant sie jedoch nicht und organisiert ihre Flucht aus dem Land. Doch bevor sie fliehen kann, müssen alte Rechnungen beglichen werden – der Aufbruch in ein neues Leben wird zur Konfrontation mit dem alten.
Perifericist eine unsentimentale Studie über das heutige Rumänien, über die Peripherie Europas und eine Frau, die versucht, darin einen Platz zu finden. Das zentrale Ereignis dieses Films ist die faszinierende Ana Ularu in der Rolle Matildas, eine Schauspielerin von ungeheurer Präsenz und Sensibilität. Filmladen
Als Matilda einen Tag Freigang aus dem Gefängnis erhält, beschließt sie, das Land zu verlassen. Bis zum Abend muss sie ihre Flucht organisiert haben. Mit wilder Entschlossenheit konfrontiert sie sich mit ihrer Familie, ihrem ehemaligen Freund, ihrem kleinen Sohn. Ihre ganze Energie, ihr Überlebenskampf, ihre Liebe fließen in diesen einzigen Tag, als wäre er ihr letzter.
"Der Film verwandelt die Geschichte über eine spezifische Gemeinschaft in eine universelle Erzählung von Kampf und Überleben, getragen von einer unerschütterlichen Hauptfigur, in einer intensiven Darbietung porträtiert von einer charismatischen Hauptdarstellerin." (Begründung der Jury des FIPRESCI-Preises, Viennale 2010)
FIPRESCI Preis Viennale 2010
Die Amerikanerin Maureen hasst ihren Job. Sie arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für einen Star. Eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. So wartet sie auf ein Zeichen ihres Zwillingsbruders Lewis, zu dem sie ein inniges Verhältnis hatte und der an einer seltenen Herzkrankheit verstarb. Da erhält sie eines Tages seltsame Nachrichten von einem Unbekannten. Der eifrige SMS-Schreiber scheint Maureen nicht nur bestens zu kennen, er muss auch in ihrer Nähe sein und sie ständig beobachten. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt, oder der Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat?
Kristen Stewart brilliert in der Rolle der jungen Amerikanerin, die inmitten der oberflächlichen Flüchtigkeiten der modernen Welt auf der Suche nach Spiritualität und Wahrheit ist. Personal Shopper ist ein komplexer Genre-Mix und verbindet raffiniert Aspekte des Gruselfilms, der Fashion-Satire und des Psychothrillers.
„Ein auf interessante Art verwirrendes Stück Gegenwartskino von Olivier Assayas, das mit seiner Auflösung der Grenzen zwischen poetischem Realismus und Genreelementen den Finger am Puls der Zeit hat.“ (epd-film, 5 von 5 Sternen)
Cannes 2016, Preis für die beste Regie | Online Film Critics Award 2017
Der Dokumentarfilm von Jean Michel Vecchiet zeigt die außergewöhnliche Geschichte eines Mannes, der zu den größten Fotografen des 20. Jahrhunderts zählt. Neben außergewöhnlichen Einblicken in Peter Lindberghs tägliche Arbeit erzählt der Film eine sehr persönliche und emotionale Lebensgeschichte, die grundlegende Fragen aufwirft: Wie und warum wird man zum Künstler? Woher kommt diese kreative Kraft, die jeder Logik trotzt und sich der Analyse widersetzt?
Peter Lindbergh gelang es, Frauen wie Naomi Campbell, Linda Evangelista oder Cindy Crawford unter einem völlig anderen Blickwinkel abzubilden und sie zu den größten Topmodels der Welt zu machen. Jean Michel Vecciets Film ist ein einfühlsames Porträt, von Lindberghs Kindheit – die geprägt war von den Spuren des 2. Weltkriegs – bis hin zu dem Künstler und Starfotografen, der bis heute von den größten Marken weltweit gebucht wird. Regie führte Jean Michel Vecchiet (Vies et morts d’Andy Warhol; Basquiat, Une vie).
„Statt die Biografie chronologisch abzuarbeiten, überträgt Jean-Michel Vecchiet die überbordende Lebens- und Schaffensenergie des Modefotografen Peter Lindbergh ganz direkt in seine Filmbilder.”
(epd-film)
In Kooperation mit Kunst Vorarlberg | Kollektiv – Verein zurFörderung und Vernetzungunabhängiger Kunst-und Kulturschaffender | Verein Amazone










































































