Filmforum Archiv
Acht Frauen einer mennonitischen Gemeinde treffen sich in einer Scheune. Sie haben wenig Zeit, bald sind die Männer zurück, über die sie hier entscheiden wollen. Jahrelang haben diese sie immer wieder betäubt und vergewaltigt, die Verbrechen als „wilde weibliche Fantasien” denunziert. So verschieden die Frauen, so divers ihre Argumente, so gebannt folgen wir dem von einem grandiosen Ensemble getragenen Diskurs. Der mag auf reale Ereignisse 2010 zurückgehen, aber das dort verhandelte Ende des Patriarchats ist zeit- und, so hoffen wir mit den Frauen, alternativlos. (nach: Viennale)
„(...) ein feinfühliges Drama, das einen intimen Einblick in eine aufgewühlte Gemeinschaft gibt. Größtenteils als Kammerspiel inszeniert, brilliert der Film in seinen herzzerreißenden Dialogen und lässt Jessie Buckley, Rooney Mara und Claire Foy mit tollen Schauspielleistungen glänzen. Dass dabei vor allem die Identität der Frauen, Gender-Rollen und Themen wie Victim Blaming im Zentrum stehen und nicht die Gewalt, die die Frauen erlebt haben, macht den Film facettenreich und spannend bis zur letzten Minute.“ (outnow.ch)
Nominiert für zwei Oscars: Best Motion Picture, Best Screenplay
sowie weitere 45 nationale und internationale Filmpreise
Medienpartnerschaft mit STOP – Stadtteile ohne Partnergewalt, Verein Amazon, Stadt Bregenz
Zanan-e bedun-e mardan
Jugendgästehaus Benger-Areal | Eintritt frei | Nur bei guter Witterung | Wetterhandy: 0650 - 9923321
DE, AT, FR 2009 | 99 min | OmU | R: Shirin Neshat,...
Vier Frauen erleben für einige wenige Tage im Sommer 1953 das Gefühl von Freiheit. Und dies mitten in einem der verhängnisvollsten Momente der iranischen Geschichte, als der erste demokratisch gewählte Premierminister Mohammed Mossadegh durch einen von den USA und Großbritannien unterstützten Staatsstreich gestürzt wurde und den Schah wieder an die Macht brachte.
Ein verwunschener Garten vor den Toren Teherans. Hier treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte – die kunstliebende Fakhri (AritaShahrzad), die junge Prostituierte Zarin (OrsiTóth), die politische Aktivistin Munis (ShabnamTolouei) und deren Freundin Faezeh (PegahFerydoni). Das Chaos, das nach einem Militärputsch in den Straßen Teherans herrscht, hat sie an diesem Ort zufällig zusammengeführt. Und die Flucht vor dem eigenen Schicksal.
Women withoutMen ist der erste Spielfilm der international renommierten Video-Künstlerin Shirin Neshat. Im September vergangenen Jahres erhielt sie hierfür beim 66. Internationalen Filmfestival von Venedig den Silbernen Löwen für die Beste Regie und den Preis der Unicef.
In Kooperation mit dem Jugendservice Bregenz
Wanda hat ein glückliches Leben. Sie ist erfolgreiche Oberärztin, Mutter einer 16-jährigen Tochter und einer Adoptivtochter aus Vietnam. Sie hat einen jüngeren Lebensgefährten und einen Ex-Mann, mit dem sie sich gut versteht. Und sie hat vor allem eines: Haltung. Schon in WG-Zeiten kämpften sie, ihr Ex Harald und ihre beste Freundin Elke für Frauenrechte, gegen Rassismus und die Auswüchse des Kapitalismus.
Wanda ist, wie könnte es anders sein, streng atheistisch. In diesem Haushalt gendern alle, und das gerne. Mit diesen Weltanschauungen wurden die Kinder zur Freiheit erzogen, und fast besteht das WG-Gefühl dank umfangreicher Patchwork-Familie noch immer: Ex-PartnerInnen, neue PartnerInnen und deren Kinder gehen ein und aus, und trotz gelegentlicher zwischenmenschlicher Strapazen klappt das für alle Beteiligten auch ziemlich gut. Genau deshalb zieht es Wanda so dermaßen die Schuhe aus, als ihr Tochter Nina bei der Familientherapie in aller Ruhe und Gelassenheit eröffnet, sie sei zum Islam übergetreten.
In Kooperation mit aha, Jugendservice Bregenz, Mädchenzentrum Amazone
Die Kunst des Widerstands
DE 2013 | 92 min | OmU | R u. B.: Désirée von Trotha
Im Januar 2011 fand das elfte internationale Festival au Désertin den Dünen vor Timbuktu (Mali) statt. Dazu eingeladen haben Tuareg oder besser gesagt Kel Tamaschek, wie sich die Sahara-Nomaden selbst nennen. Drei Tage und Nächte bietet das Festival eine ideale Plattform für die Begegnung mit diesem legendären Wüstenvolk, das sich nicht erst in Zeiten der Globalisierung zum Widerstand aufgerufen fühlt. Seit Beginn der Kolonialzeit finden sich die Kel Tamaschek in einer politischen Landschaft wieder, die ihre nomadische Lebensweise und damit den Fortbestand ihrer Jahrhunderte währenden Kultur gefährdet.
Die Republik Mali ist ein Vielvölkerstaat, zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt und wurde wiederholt von bewaffneten Aufständen heimgesucht. In diesem spannungsgeladenen Umfeld setzt sich das Festival au Désert für Völkerverständigung und dauerhaften Frieden ein.
Die Musik der Tuareg feiert in jüngster Zeit Erfolge und gewann auch Grammys. Im Film geht es um Musiker und Poeten, um die Macht der Frauen, um Kamelhirten, Ex-Rebellen, Drogenschmuggler und die drohende Gefahr durch militante Salafisten.
Nominierung für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2013
FESPACO 2013 – Ouagadougou, Burkina Faso
Das Streben nach Gewinnmaximierung und grenzenlosem Wachstum hat die Ressource Mensch entdeckt. Carmen Losmann hat einen zutiefst beunruhigenden Film über moderne Arbeitswelten gedreht. Die Grenzen zwischen Arbeit und Lifestyle sollen verschwinden. Bei Auswahl, Motivation und Training der Mitarbeiter von morgen wird nichts dem Zufall überlassen. Selbstoptimierung steht auf dem Programm. Der Film heftet sich an die Fersen einer High-Tech-Arbeiterschaft, die hochmobil und leidenschaftlich ihre Arbeit zum Leben machen soll. Der Druck der Unternehmer wird in die Köpfe und Seelen der Mitarbeiter verlagert.
„Dieser mehrfach preisgekrönte Film gehört zu den aktuell wichtigsten gesellschaftspolitischen Filmen.“(epd Film)
„Eine hochinteressante, hellsichtige und beunruhigende Bestandsaufnahme des ‚Kapitalismus als Religion’“. (FAZ)
DOK Festival Leipzig 2011: Preis der internationalen Filmkritik + Preis der ökumenischen Jury Dokumentarfilmfestival Kassel 2011: Goldener Schlüssel
Sebastian und Maria, Giorgos und Elise, Farris und Daphne: drei unterschiedliche Liebespaare aus drei Generationen. Sie stehen im Zentrum dieser packenden und bewegenden Liebesgeschichte über alle Alter und Zeiten hinweg, die mitten im Griechenland von heute angesiedelt ist, in der aufgewühlten Stadt Athen.
Regisseur und Schauspieler Christopher Papakaliatis versteht es vortrefflich, einerseits das Drama, das sich im südlichen Europa abspielt, in seinen Facetten und seiner Eigendynamik zu zeigen, andererseits von der ungebrochenen Kraft des antiken griechischen Liebesgottes Eros mit stupender Leichtigkeit zu erzählen. Da sind die Flüchtlinge, die gerne Richtung Norden weiterreisen möchten und in Griechenland festsitzen, da sind Griechen, die um ihr Auskommen bangen müssen oder es verlieren. Die Weltlage spielt nicht für die Einzelnen, und dennoch ist es ein Film voller Hoffnung, ein Liebesfilm, über alle Grenzen und Generationen hinweg, packend, bewegend und brennend aktuell.
Hellenic Film Academy Award 2016: Bester Nebendarsteller (Minas Hatzisavvas)
Schulmediziner erwähnen sie nicht, denn sie können kaum damit arbeiten. Die Wissenschaft spricht nicht darüber, denn sie kann noch nicht gemessen werden. In diesen Fällen ist die Rede von der Lebenskraft, derjenigen Kraft, die jedes Leben auf unserem Planeten möglich macht. Einer Kraft, die alles entscheidet und doch kaum erforscht ist. Bis jetzt. Denn Wunder der Lebenskraft hat es sich zur Aufgabe gemacht, aufzuklären. Dieser Film beleuchtet mit emotionalen und beeindruckenden Bildern sowohl das Wunder der Kraft selbst als auch wundersame Effekte, die derjenige erleben kann, der einen deutlichen Anstieg dieser Kraft erlebt. Bis hin zu Spontanheilungen gehen die Szenen, die der Regisseur und Filme-macher Stephan Petrowitsch bei den Dreharbeiten eingefangen hat.
Die Dokumentation geht der unsichtbaren Ur-Energie auf den Grund. Heiler, Heilige und Schamanen aus unterschiedlichen Regionen der Welt schildern, wie jeder Mensch seine Lebenskraft steigern kann, um ein glückliches Dasein zu führen.
Cosmic Angel Audience Award: Gewinner in der Publikumswertung
Mit aufwendigen Cinemascope-Aufnahmen erwacht das Hamburger Miniatur-Wunderland auf der großen Leinwand zum Leben. Als die Zwillingsbrüder Frederik und Gerrit Braun im Jahr 2000 ihren Lebenstraum verwirklichten, ahnten sie nicht, was sie erschaffen würden: das Miniatur Wunderland entwickelte sich nicht nur zur größten Modelleisenbahn der Welt, sondern mit 1,4 Millionen Besuchern im Jahr auch zu einer der größten Publikums-Attraktionen Europas.
Wunderlandbringt diese magische Traumwelt nun erstmals als Doku-Event auf die große Leinwand. Mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und aufwendigen Animationen, die die Erfinder durch ihr eigenes Miniatur Wunderland streifen lassen, nimmt der Film das Kinopublikum mit auf eine fantastische Reise. Die kleinste Welt der Welt wird wach. Und alles ist möglich. (kinocheck.de)
„Ein Dokumentarfilm über das Hamburger Miniaturwunderland, in das wir hier auf magische Weise eintauchen können.“ (spielfilm.de)
Wir zeigen den Film auf Wunsch und in Kooperation mit dem Modelleisenbahnclub Bregenz.
Medienpartner: Modelleisenbahnclub Bregenz
Der wohlhabende Mr. Earnshaw nimmt das Waisenkind Heathcliff in seine Familie auf. Dieser wächst von nun an auf dem abgelegenen Anwesen Sturmhöhe auf und wird zwar geduldet, aber nicht akzeptiert. Nur zu Cathy der Tochter des Hauses, kann er eine emotionale Beziehung aufbauen. Als Jahre später die erwachsene Cathy sich schließlich aus gesellschaftlichem Kalkül dazu entschließt, den wohlhabenden Edgar Linton zu heiraten, zerbricht für Heathcliff die Welt. Er lässt Sturmhöhe hinter sich zurück – und kehrt Jahre später zurück, innerlich verhärtet und getrieben von einem Racheplan, den er über lange Zeit mit eiskalter Konsequenz verfolgt.
Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Emily Brontë aus dem Jahr 1847.
„Emerald Fennell zeichnet hier für ein formalästhetisch wuchtiges, stark gespieltes und von großen Emotionen regelrecht überschäumendes Melodrama verantwortlich, das nicht zuletzt die Kraft des Kinos beschwört.“ (filmstarts.de)
„Nehmen Sie per Textnachricht an unserem Gewinnspiel teil. Hat Maryam Komijani es verdient, dass man ihr vergibt und sie begnadigt wird? Senden Sie 1 für Ja, 2 für nein.”
Die Kameras und Scheinwerfer sind alle auf Position. Ein letzter Blick des Moderators auf seine Notizen. Die letzten Sekunden des Intros ziehen vorbei – 5, 4, 3, 2, 1 – dann wird die Fernseh-Show live geschaltet – ausgerechnet am Yalda-Feiertag, der persischen Wintersonnenwende. An diesem Abend ist Maryam zu Gast, eine zum Tode verurteilte junge Frau. Ihr gegenüber im Studio sitzt Mona, die immer wie eine große Schwester für sie war. Maryam hat mit Monas Vater in einer Zeitehe gelebt. Jetzt ist sie des Mordes an ihm angeklagt. Vor laufender Kamera und Millionen von Zuschauern, muss Maryam um Vergebung und um ihr Leben kämpfen.
In Anspielung auf eine beliebte Iranische Fernsehshow, inszeniert Massoud Bakhshi das TV-Studio als Bühne für ein dramatisches Kammerspiel, das hinter dem persönlichen Schicksal seiner Hauptfiguren auch die gesellschaftliche Dimension der Geschichte offenlegt.
Sundance Filmfestival 2020, Großer Preis der Jury, World Cinema Competition
Filmfestival Sofia 2020, Bestes Drehbuch
Yaloms Anleitung zum Glücklichsein
CH 2014 | 77 min | Doku | R . B: Sabine Gisiger
Der 83-jährige Psychiater, Bestsellerautor und populäre Wissen-schaftler Prof. Irvin D. Yalom ist einer der einflussreichsten lebenden Psychotherapeuten. Er hat weltweit Millionen von Büchern verkauft, Kritiker beschreiben ihn als erstaunlich, inspirierend, fesselnd, bewusstseins- und lebensverändernd. Neben seinen Bestsellern Und Nietzsche weinte, Die Schopenhauer-Kur, Die rote Couchund Die Liebe und ihr Henkerhat er Lehrbücher und Geschichten aus der Psychotherapie geschrieben, die allesamt zu Klassikern geworden sind.
In Yalom's Curelässt er uns an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben und gibt uns Antworten auf Fragen, die uns alle bewegen: Wie lebe ich ein glückliches und erfülltes Leben? Wie führe ich eine harmonische Beziehung? Und wie kann ich alte Verhaltensmuster durchbrechen und mein eigenes Selbst finden? (film.at)
Ein einfacher Unfall
IR, FR, LU 2025 | 104 min | OmU | R: Jafar Panahi
Vahid, ein aserbaidschanischer Automechaniker, wurde einst vom iranischen Regime inhaftiert und dort immer wieder mit verbundenen Augen verhört. Eines Tages betritt ein Mann namens Eghbal seine Werkstatt. Das Quietschen seiner Beinprothese lässt Vahid glauben, in Eghbal einen seiner früheren Peiniger wiederzuerkennen.
Trotz seines langjährigen Berufsverbots ist es Jafar Panahi erneut gelungen, einen Film zu schaffen, in dem Humor und Ernsthaftigkeit eine Geschichte über den heutigen Iran und über jene erzählen, die es wagen, Widerstand zu leisten. Sein Gewinn der Goldenen Palme ist nicht nur ein künstlerischer Triumph, sondern auch ein bedeutender Sieg für die Meinungs- und Redefreiheit. Panahi hat in diesem Film auch seine eigene Haft-Erfahrung verarbeitet.
„Eine Erzählung von enormer politischer Wucht“ (Die Zeit)
Oscars 2026: Auf der Shortlist für Bester Internationaler Film | Golden Globes 2026: Nominierungen für Bester Film – Drama, Bester fremdsprachiger Film, Beste Regie (Jafar Panahi), Bestes Drehbuch (Jafar Panahi) | Cannes 2025: Goldene Palme (Bester Film) |
European Film Awards: Nominierungen für Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Lux Publikumspreis | Gotham Awards 2025: Beste Regie (Jafar Panahi), Bestes Originaldrehbuch (Jafar Panahi), Bester internationaler Film | u.a.
Medienpartner: Volkshochschule Lindau (Bodensee)














































































