Filmforum Archiv
Marko und Benny, zwei Wiener mit sogenanntem „Migrationshinter-grund“, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Redakteurin Marlene Weizenhuber, die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben.
Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren
eigenen… (diemigrantigen.at)
Nashville Film Festival 2017, Audience Choice Award
Publikumspreis beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis.
In Kooperation mit der Stadt Bregenz (Fachbereich Integration)
Die Filmreihe Migration hebt die facettenreichen Lebenswelten junger Männer mit Migrationshintergrund hervor, die von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt und mit oft schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert sind. Begrüßung durch Sandra Schoch (Vizebürgermeisterin).
Die junge Helene kommt mit ihrer Schwester Martha in das aufregende Berlin der wilden 20er Jahre. Während Martha sich im Party- und Drogenrausch verliert, will Helene Medizin studieren und Ärztin werden. In Karl findet sie die Liebe ihres Lebens. Die Tür zur Welt scheint für sie weit offen zu stehen. Mit Karls jähem Tod und dem gesellschaftlichen Umsturz durch die Nazis begegnet sie Wilhelm, der sich unsterblich in sie verliebt. Doch ihre Lebensenergie und ihr starker Wille vertragen sich nicht mit Wilhelms traditionellen Rollenbildern und ihrer Mutterschaft. Helene trifft eine ungeheuerliche Entscheidung.
Barbara Alberts Verfilmung von Julia Francks mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Bestsellers Die Mittagsfrau ist eine mitreißende Hommage an weibliche Körperlichkeit und Selbstermächtigung.
„Ein so spannendes wie mitreißendes Drama, das das Schicksal seiner ambivalenten Protagonistin über vier Jahrzehnte und zwei Weltkriege hinweg mitverfolgt – und das Publikum dabei an dem Mysterium knabbern lässt, wie es zu all dem überhaupt kommen konnte. Hauptdarstellerin Mala Emde entpuppt sich dabei als größter Trumpf des Films.“ (filmstarts.de)
Grace und ihr Partner Jackson haben beschlossen, ihr Leben im hektischen New York City hinter sich zu lassen und aufs Land nach Montana zu ziehen. Dort hat Jackson nämlich ein altes Haus von seinem verstorbenen Onkel geerbt. Das ist zwar arg renovierungsbedürftig, aber das stört die beiden nicht. Denn das ist der Ort, an dem sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen wollen. Grace ist nämlich schwanger. Doch die Geburt ihres Sohnes überschneidet sich mit Jacksons Job, der ihn mehrere Tage pro Woche nicht zu Hause sein lässt. Grace ist also oft alleine mit ihrem Baby und gerät schließlich zunehmend in einen emotionalen Ausnahmezustand zwischen Zärtlichkeit und innerer Zerrissenheit. Während sie zunehmend in ein Wechselspiel aus Liebe und psychischer Überforderung gerät, scheint Jackson jedoch die wachsende Distanz zwischen ihnen und ihre immer labiler werdende Verfassung kaum wahrzunehmen. (filmstarts.de)
„Lynne Ramsays Filme sind stockdunkel wie die tiefste Nacht. Und gleichzeitig visuell, schauspielerisch und inhaltlich dermaßen faszinierend, dass man ihnen nur zu Füßen liegen kann.“ (FM4)
Der wilde Sex des benachbarten Paares lässt bei Thomas und Anna die Bilder an den Wänden wackeln. Dies sorgt zwischen den beiden für zusätzliche Spannungen – sei es aus Übermüdung oder aus Eifersucht. Dabei gab es Zeiten, da konnten auch sie kaum die Finger voneinander lassen. Doch die eingeschlichene Routine und die regelmäßigen Streitigkeiten haben die vermeintlich unsterbliche Liebe in den Hintergrund verdrängt. Als Anna die Nachbarn auch noch zum Apéro einlädt und diese ihnen ein überraschend freizügiges Angebot unterbreiten, überschlagen sich die Ereignisse: Die Nacht wird zu einem Moment der Wahrheit… (Filmladen)
Dank des Humors und der Besetzung ist Die Nachbarn von oben eine sehr einladende Schweizer Komödie. Der Cast glänzt mit Spielfreude, wobei Roeland Wiesnekkers Tom mit seiner „Läck mi doch am Arsch“-Attitüde die meisten Lacher verbuchen kann. Das ist vor allem zu Beginn sehr lustig und später bei den ernsteren Themen dann auch recht ehrlich. (outnow.ch)
Die ORF-Dokumentation Die Rattenlinie begibt sich auf die Spuren führender Nazi-Größen des Dritten Reichs. Am Ende des Zweiten Weltkriegs stand bei vielen dieser Nazis vor allem eine Region auf ihrem Fluchtplan: Südtirol.
Ebenso wie Adolf Eichmann, Cheforganisator des Holocaust oder Martin Bormann, engster Vertrauter Adolf Hitlers, wählten viele NS-Funktionäre den Weg über die Dolomiten. Es war die sog. Rattenlinie.
Der Film greift neue Forschungsergebnisse auf und begleitet die Urenkelin von Martin Bormann bei ihrer Spurensuche. Die Gestalterin Karin Duregger hat ein halbes Dutzend Zeitzeugen ausfindig machen können und begibt sich mit ihnen zu den alten Schauplätzen.
Johannes Spiess von erinnern.at moderiert nach dem Film ein Publikumsgespräch mit Harald Walser.
In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Christentum und Sozialdemokratie (acus), dem Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen, dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, erinnern.at, dem ÖGB und der Johann-August-Malin-Gesellschaft
Martins einzige Sicherheit sind die Zahlen. Vor nicht allzu langer Zeit war er ein genialer Mathematiker auf Karrierekurs in einem großen Unternehmen, verdiente gut, hatte eine Freundin. Ein geordnetes Leben. Er arbeitete bis zur Erschöpfung – bis er zusammenbrach und die Welt in tausend Einzelteile zerfiel.
Nach der Entlassung aus der Psychiatrie verliert Martin seine Stelle, holt seine Sachen von der Exfreundin ab und isoliert sich. Er fühlt sich verfolgt und es fällt ihm immer schwerer, die Wirklichkeit mit seinen Zahlen zu bändigen.
Jenseits der Zahlenkolonnen, am Rande der Stadt trifft er auf einen geheimnisvollen Jungen, der nur russisch spricht. Gemeinsam flüchten sie in den Wald. Fern von den Zwängen des Alltags beginnen sie ein neues Leben, bauen eine Hütte, werden Freunde. Sie streifen durch den Wald, über Wiesen und am Seeufer entlang, erleben die in Millionen Farben glitzernde Wildnis. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis man Martin auch dort finden wird ...
Regisseur Hans Weingartner (Die fetten Jahre sind vorbei) zieht in seinem neuen Film alle Register des Psychodramas und wirft einen berauschend schönen, klaren Blick in den Grund des Aufbegehrens. (Wild Bunch)
Johannes Leinert reist mit seinem Doktorvater zu einem physikalischen Kongress ins Hotel Esplanade in den Schweizer Alpen. Ein iranischer Wissenschaftler soll hier einen bahnbrechenden Vortrag zur Quantenmechanik halten. Doch der Redner, von dem nichts weniger als eine Theorie von Allem erwartet wird, verspätet sich, und die feine Gesellschaft fristet die Zwischenzeit mit geistreichen Dinnerpartys und eleganten Ski-Ausflügen. Eine geheimnisvolle Pianistin zieht Johannes in ihren Bann, doch etwas stimmt nicht mit ihr. Sie weiß Dinge über ihn, die sie gar nicht wissen kann. Als einer der deutschen Physiker auf monströse Weise ums Leben kommt, treten zwei Ermittler auf den Plan, die einen Mord vermuten.
„Timm Kröger hat mit Die Theorie von Allem einen der bemerkenswertesten, schrägsten deutschsprachigen Genrefilme der letzten Jahre inszeniert. Ein im positiven Sinne frustrierendes, überwältigendes und bildgewaltiges Mystery-Rätsel gegen das Verdrängen.“ (filmstarts.de)
Filmfestspiele Venedig 2023, Bisato D’Oro – Bester Film
AT 2010 | 90 min | Regie: Andreas Prochaska
Horst kassiert seit zwei Jahren die Pension der verstorbenen Oma; kein Problem, bis sich ein Lokalpolitiker ansagt, um offiziell zum Geburtstag zu gratulieren. Kurz entschlossen "borgt" sich Freund Toni eine alte Dame aus dem Krankenhaus aus. Dass er dabei unbeabsichtigt die Frau Kammerschauspielerin Ott erwischt, ist der Beginn zahlreicher Verwicklungen und Verstrickungen.
"Der Film beinhaltet all die Ingredienzien, die man für eine klassisch-flotte Komödie braucht: Schnelle Dialoge, flinke Schnitte, ein starker Zug zum finalen Tor. Aber wir haben uns dazu entschieden, an einigen Stellen ungewöhnlich abzubiegen und das Genre von innen her zu bearbeiten… (Michael Ostrowski)
Jugendgästehaus Benger-Areal | Eintritt frei | Nur bei guter Witterung | Wetterhandy: 0650 - 9923321
AT 2010 | 90 min | R: Andreas Prochaska
Horst kassiert seit zwei Jahren die Pension der verstorbenen Oma; kein Problem, bis sich ein Lokalpolitiker ansagt, um offiziell zum Geburtstag zu gratulieren. Kurz entschlossen "borgt" sich Freund Toni eine alte Dame aus dem Krankenhaus aus. Dass er dabei unbeabsichtigt die Frau Kammerschauspielerin Ott erwischt, ist der Beginn zahlreicher Verwicklungen und Verstrickungen.
"Der Film beinhaltet all die Ingredienzien, die man für eine klassisch-flotte Komödie braucht: Schnelle Dialoge, flinke Schnitte, ein starker Zug zum finalen Tor. Aber wir haben uns dazu entschieden, an einigen Stellen ungewöhnlich abzubiegen und das Genre von innen her zu bearbeiten." Michael Ostrowski
In Kooperation mit dem Jugendservice Bregenz
Greta ist eine notorisch lügende Sekretärin und nebenbei laut, spontan und unberechenbar. Alexander ist ein Metzger, der kurz vor der Pleite steht, aber er ist auch Musikliebhaber und verkappter Intellektueller, der stets auf seine strikte Ordnung bedacht ist. An einer Bushaltestelle küsst Greta ihn in den Nacken, völlig unvermittelt, einfach so. Eine Verwechslung. Oder steckt doch ein Plan dahinter?
Auf alle Fälle ist es der Anfang einer elektrisierenden Liebesgeschichte, mit der beide noch fünf Minuten zuvor nicht gerechnet haben. Und so sehr sich Alexander auch sträuben mag – einer Naturgewalt wie Greta kann man sich nicht entziehen. Die unausweichliche Erkenntnis: Liebe ist immer eine Chance, mit der wir alle rechnen sollten. (Filmladen)
Die Unschärferelation der Liebeglänzt mit überragenden Schauspiel-Leistungen und einem romantischen Charme, der viel zwischen die Zeilen packt und ins Off verlegt. Lars Kraume gilt zwar gemeinhin nicht als Komödienexperte, zeigt aber in der Verfilmung des Theaterstücks von Simon Stevens ein Händchen für hintersinnigen Humor. (filmrezensionen.de)
(Bester Kurzfilm)
Eintritt frei!
AT 2022 | 27 min | R: Mark Gerstorfer
Eine Abschiebung in Wien mitten in der Nacht. Zwei Polizeibeamte haben den Auftrag eine Familie zu delogieren. Die Vorkommnisse der Nacht lassen alle Beteiligten im Trauma zurück.
Geboren in einer alternativen Hippiekommune, treffen sich vier Geschwister nach über zwanzig Jahren anlässlich des Todes ihres Vaters wieder. Mit einer Schwester haben sie nicht gerechnet: Kyra, die nach Auflösung der alternativen Wohngemeinschaft plötzlich verschwand. Als Kyra erfährt, dass ihre Existenz der damals neugeborenen Halbschwester Mizzi bis heute verschwiegen wurde, beginnen die Geschwister alten Geheimnissen nachzuspüren.
Auf zwei Zeitebenen erzählt, entwirft Die Vaterlosen das Bild einer zerfaserten Familienstruktur und kreist um die Frage, wie Zugehörigkeit zu definieren ist, wenn Familie kein festgeschriebener Begriff ist; es geht um das Hin- und Hergerissen sein zwischen Nähe und Distanz, Verbindlichkeit und Loslösung. Der Film feierte seine Welturaufführung auf der Berlinale im Panorama Special (Lobende Erwähnung) und wurde auf der Diagonale 2011 mit einem wahren Preisregen (Bester Film, Bester Darsteller, Beste Bildgestaltung) bedacht.
„Ein brillantes Ensemble“ profil













































































