Filmforum Archiv
Lars Eidinger ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Schauspieler. Auf der Bühne überzeugt er durch seine körperliche Präsenz, sein variationsreiches Spiel und seine Emotionalität. Dadurch verleiht er seinen Charakteren Tiefe und Glaubwürdigkeit und sorgt für ausverkaufte Theater auf der ganzen Welt. Der rastlose Star dreht Filme mit internationalen Stars wie Juliette Binoche, Isabelle Huppert und Adam Driver. Sein Leben hat er voll und ganz der Kunst verschrieben, sei es als Schauspieler, Regisseur, Fotograf oder DJ.
„Dass ein Film über das veritable Schauspiel-Monster Lars Eidinger Sein oder nicht sein betitelt ist, passt. Schließlich geht er jederzeit aufs Ganz, über die Grenzen und schont sich dabei nicht. In dieser Dokumentation ist dies gut zu beobachten.
Es ist vor allem die Entschiedenheit, mit der Eidinger Emotionalität weniger projiziert als lebt, die seinem Spiel die enorme Wucht verleiht. ‚Die Kunst ist mein Zuhause‘, sagt er – und lässt uns mal einen Blick hineinwerfen.“ (Alexandra Seitz, Viennale)
Einführende Worte durch Stephanie Gräve (Intendantin des VLT).
Medienpartnerschaft mit dem Vorarlberger Landestheater
Karl-Tizian-Platz vor dem Kunsthaus | Eintritt frei
BE, CH 2023 | 84 min | OmU | R: Delphine Lehericey
Seit dem plötzlichen Tod seiner geliebten Frau fühlt sich der 75-jährige Germain von seinen Kindern bevormundet. Daher verschweigt er seiner Familie das ungewöhnliche Versprechen, das er seiner Frau kurz vor ihrem Tod gegeben hat: Germain soll ihren Platz bei einem modernen Tanzensemble einnehmen. Die heimlichen Proben und das Doppelleben, das Germain führt, sorgen für zahlreiche Missverständnisse − ein bewegendes und humorvolles Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben im Alter.
"eine warmherzige Tragikomödie um übergriffige Familien, ungewohnte Körperbewegungen und wie sich Leute gegenseitig Halt geben können" (film-rezensionen.de)
Locarno Film Festival 2022: Special Prize - Bester Film
Malage French Film Festival 2022: Publikumspreis
Wir zeigen den Film in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz als Open-Air-Veranstaltung auf dem Karl-Tizian-Platz bei freiem Eintritt.
Das Licht, aus dem die Träume sind
Vorstellung wird wegen schlechter Wetterprognose auf Montag vorverlegt! Honululu Garden | Montfortstraße 13
FR, IN 2021 | 112 min | OmU | R: Pan Nalin
Samays erster Kinobesuch mit seinem Vater wird zu einem Schlüsselerlebnis. Der 9-jährige beschließt daraufhin, dass er selbst einmal Filme machen will. Doch der technische Fortschritt wird zur Bedrohung seines Traums.
In warmen, nostalgischen Bildern lässt der Spielfilm die ersten Berührungspunkte mit der großen Liebe zum Kino auferstehen. Regisseur Pan Nalin ist ein zärtlicher und bewegender Liebesbrief an die Kraft des Kinos und des Geschichtenerzählens auf der großen Leinwand gelungen. Ein kraftvoller Film, der in eine wunderbare Welt aus Licht und Zelluloid entführt und beweist, dass der Traum des Kinos nie zu groß geträumt werden kann.
„So unvergesslich wie der erste Kinobesuch.“ (Kino-Zeit)
Eintritt frei
Silent Cinema: Kopfhörer werden bereitgestellt. Eigene Steckkopfhörer können angedockt werden.
Fingerfood und warme Decken gibt es vor Ort.
Die Aufführung findet nur bei trockenem Wetter statt.
Infos auf Social Media und auf unserer Website.
In Kooperation mit dem Honolulu Hotel und der stattcooperative
Srulik ist knapp neun Jahre alt, als ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Um den deutschen Soldaten zu entkommen, flieht er in das riesige, unwegsame Waldgebiet Kampinoski und muss dort lernen, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt in der Wildnis zu überleben. Von einem unerschütterlichen Überlebensinstinkt getrieben, übersteht er die ersten Monate seiner Flucht. Doch die eisige Kälte des Winters und die unerträgliche Einsamkeit treiben den Jungen in die Zivilisation zurück. Wie kann er erkennen, wem er vertrauen kann und wem nicht? Nur wenige Menschen sind bereit, ihr Leben zu riskieren für einen kleinen fremden Jungen, der ein Jude sein könnte. Erst als er eines Tages an die Tür der alleinstehenden Bäuerin Magda Janczyk klopft, deren Mann und Söhne sich den Partisanen angeschlossen haben, lernt Srulik die wohl wichtigste und zugleich schmerzlichste Lektion, um zu überleben.
„Eine fesselnde und bewegende Erzählung. Keine einzige Minute ist überflüssig.“ (Süddeutsche Zeitung)
Publikumspreis Filmfest Cottbus 2013
Laurence und seine Freundin Fred sind seit zwei Jahren ein Paar, lieben sich bedingungslos und genießen ihr gemeinsames Leben. Bis Laurence sich eingestehen muss, dass er sich im falschen Körper gefangen fühlt und lieber als Frau leben möchte. Als er sich Fred offenbart, ändert das alles. Oder vielleicht nicht? Denn Laurences Gefühle für Fred sind immer noch dieselben. Auch Fred liebt Laurence weiterhin, weiß aber nicht, wie sie damit umgehen soll und ob ihre gemeinsame Liebe stark genug ist.
Das Thema Transsexualität wurde künstlerisch bereits aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. Während das Leben in der fremden Haut früher als Bedrohung, sittliche Verfehlung oder Krankheit betrachtet wurde, haben Filmemacher wie Rainer Werner Fassbinder oder Pedro Almodóvar den Wandel der Geschlechter als Versuchsanordnung zum Thema Identität benutzt. "Wunderkind" Xavier Dolan führt seine Arbeit fort und spielt sich damit nach I killed my motherendgültig in die erste Riege großer Autorenfilmer.
(filmstarts.de)
Die drei Vereine Integration Vorarlberg, Füranand und Reiz Selbstbestimmt Leben machen Programm im rollstuhlgerechten Saal 1
Ein paar Dutzend Bauern und Landarbeiter schuften unter der Herrschaft der Marchesa Alfonsina de Luna auf einem abgeschiedenen Stückchen Land. Sie wissen nicht, dass ihre Versklavung längst illegal ist, so wie unklar bleibt, wann und wo genau sie ihre Fronarbeit verrichten müssen. Lazzaro, der Glückliche, ist einer von ihnen. Seine Geschichte ist ein Märchen oder ein Mythos, zwischen Erde und Himmel, zwischen Magie und Realismus.
„Überbordend italienisch, wie schon lange kein Film mehr. Das gibt dem Film dieses große Atmen, dieses Gefühl, man finde darin für kurze Zeit eine Heimat, werde daraus vertrieben, und nehme die Erinnerung daran aber mit nach Hause. Paradox, sentimental, verspielt und wirkungsvoll.“ (Sennhausers Filmblog)
„Alice Rohrwacher erzählt in ihrem wunderbaren Film Lazzaro felice eine eigenwillige Heiligengeschichte, die aus der Zeit gefallen scheint, aber doch das Herz der Gegenwart trifft. Lazzaro felice ist der nächste Schritt im Werk dieser großartigen, erst 36 Jahre alten Filmemacherin, ein Gleichnis auf eine lange Geschichte der Unterdrückung und der sozialen Ungleichheit in Italien und der Welt überhaupt, im Geiste Pier Paolo Pasolinis.“ (Süddeutsche Zeitung)
Filmfestival Cannes 2018: Bestes Drehbuch
und viele weitere internationale Auszeichnungen
Das Blau des Kaftans
FR, MA, BE 2022 | 118 min | OmU | R: Maryam Touzani
Halim und Mina betreiben eine traditionelle Schneiderei in der Medina von Salé, einer der ursprünglichsten in Marokko. Um den Anforderungen der anspruchsvollen Kundschaft gerecht zu werden, heuern sie einen talentierten jungen Mann namens Youssef als Lehrling an. Mit der Zeit jedoch bemerkt Mina, wie sehr die Anwesenheit Youssefs ihren Mann berührt und er sich zu ihm hingezogen zu fühlen scheint …
Das Blau des Kaftans lief bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes in der Sektion Un certain Regard und gewann dort den FIPRESCI Preis der internationalen Filmkritik.
Er wurde auch auf der Liste der Beiträge für den besten internationalen Filme für die Oscarverleihung 2023 vorgeschlagen.
Mit Rucksack, Stock und einer warmen Jacke ausgestattet, zieht es ihn immer wieder tief hinein in die Stille des Waldes, zu einem ganz besonderen Ort: einer Tanne, die zu seinem Versteck geworden ist. Unter ihren Ästen scheint der alte Mann mit der Natur zu verschmelzen. Über achthundert Nächte hat er dort verbracht, lauschend, beobachtend – immer auf der Suche nach Füchsen, Rehen, Hirschen, Luchsen und dem geheimnisvollen König der Wälder: dem Auerhahn.
Sein Sohn Vincent teilt die Faszination des Vaters seit seinem zwölften Lebensjahr. Von ihm hat er gelernt, die Spuren der Tiere zu lesen, kennt die Plätze, an denen sie fressen, wo sie jagen, ihre Nester bauen und schlafen. Gemeinsam mit Vincents Sohn Simon begibt sich das Familien-Trio auf eine Reise in die atemberaubende Schönheit der Natur. (votivkino)
„Ein intimer, besinnlicher Film von erstaunlicher Kraft.“ (liberation)
„Ein Film zum Durchatmen.“ (outnow.ch)
César 2026: Bester Dokumentarfilm, Beste Musik
Lumiere Awards: Beste Musik
Medienpartner: Volkshochschule Lindau (Bodensee), Naturschutzbund
Der Himmel wird warten
FR 2016 | 90 min | OmU | R: Marie-Castille Mention-...
Sylvie (Clotilde Courau) lebt allein mit ihrer Tochter Mélanie (Naomi Amarger), zu der sie ein enges Verhältnis pflegt. Darauf ist Sylvie sehr stolz ist, denn mit ihrer Tochter kann sie über alles reden, seien es Jungs, die Schule oder Klamotten. Doch dann lernt Mélanie im Internet einen Jungen kennen, der ihr erst Komplimente macht und sie später fragt, wie sie es mit Religion halte. Eines Tages ist sie dann verschwunden, und auf der Suche nach ihr verschlägt es Sylvie nach Syrien. Auch Catherine (Sandrine Bonnaire) und Samir (Zinedine Soualem) erleben eine böse Überraschung, als ihr Haus von der Polizei gestürmt wird und ihre erst 17-jährige Tochter Sonia (Noémie Merlant) festgenommen wird. Denn wie sich herausstellt, hatte sie einen Anschlag geplant, um ihrer Familie einen „Platz im Paradies“ zu sichern …
"Mit glaubwürdigen Schauspielern und emotional zupackenden Momenten unternimmt Der Himmel wird warten dennoch einen spannenden, in die Breite erzählten Einblick in die Mechanismen der IS-Anwerbung." (programmkino.de)
Das Schwein von Gaza
FR, DE, BE 2011 | 98 min | OmU | Regie und Drehbuch:...
Nach einem Sturm findet der palästinensische Fischer Jafaar aus Gaza zufällig ein Schwein in seinem Netz, das aus einem Frachter gefallen war. Obwohl er dieses unreine Tier möglichst rasch los werden will, versucht er es zu verkaufen, um seinen kläglichen Lebensunterhalt aufzubessern. So gerät der arme Jafaar in einen ebenso unglaublichen wie wenig empfehlenswerten Handel...
"Das Schwein von Gazaist ein irrwitziger Film, der einen ausweglosen Konflikt auf die Essenz einkocht. Je märchenhafter und metaphorischer seine auf Malta gedrehten Szenen daherkommen, desto besser gelingt es ihm, die Abgründe der Völkerverständigungskomödie zu umschiffen und durchblicken zu lassen, wie es sich anfühlen muss, in Gaza zu leben.“ (taz)
César 2012 - Bester Erstlingsfilm,
Tokyo International Filmfestival 2011 - Publikumspreis
Die kanadische Reiseerzählt die Geschichte des 33-jährigen Mathieu, der seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat. Eines Tages erhält er einen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen. Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte. In Montreal erwartet ihn Pierre, ein Freund des Verstorbenen. Er will die Existenz von Mathieu geheim halten, ein Versteckspiel beginnt ... (film.at)
„Lioret und seine Koautorin Nathalie Carter flechten in wenigen Handlungstagen ein dichtes Netz zugeneigter Verantwortung. Aus einer Krise entsteht eine ungekannte, noch fragile Geborgenheit, die nach Fortdauer verlangt. Lioret gelingt – dank der eigenen erzählerischen Diskretion und seiner einnehmenden Hauptdarsteller – eine Gratwanderung: Er erkundet komplizierte Familienbeziehungen nach den Regeln eines Thrillers, der den Zuschauer erst allmählich in seine Mysterien einweiht. Ein heikler Pakt des Vertrauens wird zwischen Publikum und Film geschlossen. Der emotionale Suspense löst sich in der Beredsamkeit des Ungesagten auf. Zwei Blicke in die Rückspiegel eines Autos genügen Lioret, um uns zu einfühlenden Mitwissern werden zu lassen.”
(epd-film.de)
„Ein wunderschöner Film!” (Variety)
Der Junge mit dem Fahrrad
BE, FR, IT 2010 | 87 min | OmU | R u. B: Jean-Pierre...
Der zwölfjährige Cyril hat nur einen Wunsch: seinen Vater wiederzufinden, der ihn auf unbestimmte Zeit in einem Kinderheim untergebracht hat. Doch der Vater ist aus seiner Wohnung ausgezogen und meldet sich nicht mehr bei ihm. Bei seiner verzweifelten Suche trifft er auf Samantha, der Besitzern eines Friseursalons, die sich bereit erklärt, ihn an den Wochenenden bei sich aufzunehmen. Zunächst ist Cyril allerdings kaum in der Lage, die Liebe zu erkennen, die Samantha ihm entgegenbringt, und ihre Gutmütigkeit muss manche schwere Probe bestehen. Dabei ist es doch gerade diese Liebe, die Cyril am nötigsten hat, um seinen Zorn zu besänftigen.
Der Junge mit dem Fahrradist ein modernes Kinomärchen, das von Hoffnung und entwaffnender Menschlichkeit erzählt. Das neue, warmherzige Meisterwerk der Brüder Dardenne gewann auf den Filmfestspielen in Cannes den großen Preis der Jury und eröffnete anschließend das Filmfest München. (Thimfilm)
Cannes Film Festival 2011, Großer Preis der Jury
Europäischer Filmpreis 2011, Bestes Drehbuch













































































