Filmforum Archiv
Abendland, der neue Kinofilm von Nikolaus Geyrhalter, durchmisst in einer großen assoziativen Reise ein nächtliches Europa in vielen Facetten. Pulsierende Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft, Bollwerk der Sicherheit und Ausgrenzung, urbane Zivilisation, hedonistischer Vergnügungstempel, beflügelt und belastet zugleich von Geschichte, Tradition, Hochkultur. Nachtarbeit, Selbstvergessenheit, Lärm und Stille, Sprachverwirrung und Übersetzungsprobleme, erste Schritte ins Leben, Krankheit, Tod und verzweifelte Versuche, Grenzen zu überschreiten: All dies entfaltet sich durch Geyrhalters Kamera und in Wolfgang Widerhofers kongenialer Montage zu einem bildmächtigen Essayfilm über einen Kontinent und über das Prinzip „Abendland“, von dem man manchmal den Eindruck gewinnt, es würde langsam veratmen. „Einst in Europa“: So betitelte vor zehn Jahren der Schriftsteller und Essayist John Berger eine (Foto-) Erzählung, in der sich unter anderem die Frage nach der „Ungerechtigkeit des Zufalls des Geborenwerdens“ stellte.
Filmfestival Warschau 2011, Millenium Award für den außergewöhnlichsten Kinodokumentarfilm
Eröffnungsfilm der Diagonale 2011-06-02
Die apathische Piroska arbeitet als Krankenschwester auf der Sterbestation. Eines Tages wird eine neue Patientin eingeliefert. Piroska ist betroffen, als sie den Namen hört - AdriennPál. Der Name ihrer besten Schulfreundin. Doch die Patientin ist eine alte Frau, die kurz darauf vestirbt. Piroska begibt sich auf die Suche nach der Freundin, zu der sie lange den Kontakt verloren hat. Eine Selbstentdeckungsreise durch die verwinkelten Wege der Erinnerung.
63. Internationale Filmfestspiele von Cannes - UnCertainRegard
Audience Award Crossing Europe Linz
Auszeichnung der Ungarischen Filmkritiker für beste Regie des Jahres
Auszeichnung der Ungarischen Filmkritiker für beste Kameraführung des Jahres
Omar verliebt sich in die Jüdin Hadir, Malek braucht dringend Geld für seine schwer kranke Mutter und der Bruder von Polizist Dando ist spurlos verschwunden. Sie alle wohnen in Ajami, einem Aussenquartier Tel Avivs. Doch wenn dieses Babel der Gegenwart aus verfeindeten Nachbarn besteht, wird das Zusammenleben zum Ausnahmezustand. Der differenzierte und energiegeladene Thriller aus Israel erzählt von einem menschlichen Beziehungsgeflecht mit fatalen Konsequenzen in einer rauen Wirklichkeit. Ein aussergewöhnlich aufrichtiger Film mit Laiendarstellern, die wissen, wovon sie sprechen - eine Wucht!
Nur selten erlebt das Kino eine so intensive Erzählung von der unauflöslichen Spirale aus Schuld, Rache und Gewalt. Zwischen Drogenhändlern, mächtigen Rache-Kommandos und heimlichen Liebespaaren erzählt Ajamieine kraftvolle menschliche Tragödie. In einer kunstvollen Montage zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelingt dem jüdisch-arabischen Regie-Duo ScandarCopti und Yaron Shani ein überwältigendes Meisterwerk mit so herzzerreißenden wie schockierenden Einsichten in die Tragik.(filmz.de)
Eine Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems.
Nominiert für den Oscar als bester fremdsprachiger Film 2010 | Bester Film, Beste Regie, Bester Musik, Bester Schnitt, International Film Festival Jerusalem 2009
Als die Eltern beschließen, sich zu trennen, soll der fünfjährige Natan mit seiner Mutter von Mexiko zurück nach Rom übersiedeln. Zum Abschied nimmt ihn der Vater mit auf eine Reise hinaus auf ein Korallenriff, wo der Großvater als Fischer lebt. Alamar erzählt die Geschichte dreier Generationen und die einer Initiation. Ein Wunder von einem Film, leicht, schwebend und zugleich voll Melancholie. Ganz am Meer, mit den Fischern, beim Tauchen, mit den Vögeln und den Elementen ist das Kind noch einmal, vielleicht ein letztes Mal, ein Wilder, ein Abenteurer, ein Entdecker, ein durch und durch strahlender Mensch, an den man lange träumend zurückdenkt. (film.at)
Das Chinchorro-Riff ist eines der größten Korallenriffe der Erde. Noch zählt es nicht zum offiziellen Weltnaturerbe. Der Film von Pedro González-Rubio weist auch darauf hin, welchen Bedrohungen es ausgesetzt ist.
Miami Film Festival 2010: Grand Jury Prize
Rotterdam International Film Festival 2010: Tiger Award
Toulouse Latin America Film Festival 2010: FIPRESCI Prize
Morelia International Film Festival 2009: Audience Award
Koli ist ein gut aussehender junger Mann, der in Tirana glücklich lebt und studiert. Doch er wird aus dem Stadtleben gerissen und in sein Heimatdorf geholt, weil sein Vater im Sterben liegt. Leider lastet auf der Familie die Gefahr einer Blutrache, für die Koli büßen soll. Erst versteckt er sich aus Angst zu sterben, doch bald kehrt er nach Tirana zurück, um sein Leben normal weiter zu führen. Doch die Angst geht mit.
Willkommen in Deutschland
DE 2011 | DF | 97 min | R +B: Samdereli Schwestern
Alptraum Einbürgerung: Erst ballern brutal die Stempelkissen auf die Papiere, dann verabreicht der Beamte Eisbein mit Sauerkraut und schließlich fordert er dich auch noch auf, künftig alle zwei Jahre Urlaub auf Mallorca zu machen - so wie jeder anständige Deutsche. Nein, was da als innerer Film vor den Augen des deutschtürkischen Opa Hüseyin (Vedat Erincin) abläuft, ist natürlich nicht Realität auf deutschen Ämtern. Aber es beschreibt ganz gut, wo beim alten Herrn der Schuh drückt: Um sich sein letztes bisschen Türkenidentität zu retten, fährt er alle Klischees auf, die man so gegen den teutonischen Spießer anbringen kann.
Luitgard Koch von Programmkino.de schreibt in ihrer Kritik von einem „türkischdeutschen Kinohighlight“, einem „leichtfüßigen, aber doch gefühlvollen Porträt über Identität und Integration“ und einer „wohldosierten Mixtur aus Komödie und Tragödie“.
Deutscher Filmpreis 2011: Silber in der Kategorie Bester Film
Deutscher Filmpreis für das Beste Drehbuch
Wir zeigen die Filmreihe VALIE EXPORT in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz. Die Künstlerin gibt an diesem Abend persönlich eine inhaltliche Einführung ins Programm.
AT 2010/1984 | VALIE EXPORT
Anagrammatische Komposition mit Würfelspiel (nach W.A. Mozart Klavier) für Sopransaxophon von VALIE EXPORT
2010 | Video | Farbe | Ton
In einem zeitlich intensiven Prozess hat VALIE EXPORT die Komposition erwürfelt und die verschiedenen Abläufe auf Papier notiert. Diese Aufzeichnungen wurden dann in Mozarts Diagram der Zahlentafel übertragen.
Die Praxis der Liebe
1984 | Spielfilm | 90 min | Farbe | Ton | 35 mm
Die Journalistin Judith recherchiert einen ungeklärten tödlichen Unfall in einer Wiener U-Bahn-Station und stößt dabei auf eine internationale Waffenschmuggelorganisation. Während der darin verwickelte Industrielle Alfons Schlögel versucht, ihre Bekanntschaft für seine Zwecke auszunutzen, setzt die Beziehung zum Arzt Dr. Fischoff Judiths aggressive Phantasien frei.
Ein Jahr im Leben von Tom und Gerri. Beide um die sechzig und seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Ein Jahr voller Alltag und Gartenarbeit, Abendessen, Grillpartys, Freundes- und Familienkrisen. Statt sich gepflegter Langeweile und zermürbenden Krankheiten und Gebrechen hinzugeben, legen die Senioren bei Mike Leigh einen unverdrossenen Optimismus an den Tag, der auch die Nöte ihrer Freunde und Familienmitglieder überstrahlt und allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder hoffnungsvolle und komische Wendungen zeigt.
Mit Charme und Herzenswärme und seinem besonderen Gespür für die Komik und Tragik des Alltäglichen lässt Mike Leigh den Vorruhestand optimistische Funken schlagen und zeigt seine beiden Helden als Paradebeispiel für eine ganze Generation unternehmungslustiger und tatkräftiger Menschen in fortgeschrittenen Jahren. Berührend und gleichzeitig humorvoll feiert ANOTHER YEAR das kleine Glück einer intakten Familie in der tiefsten englischen Vorstadttristesse.
„Man möchte auf die Knie fallen vor diesen Darstellern.“ (Die Zeit)
„Leighs Film strahlt eine Wärme aus, von der man noch lange zehrt, nachdem man das Kino verlassen hat.“ (spiegel.de)
Stell dir vor, in deinem Haus würden kleine Wesen leben. Manchmal borgen sie sich heimlich etwas aus. Ein Stück Zucker etwa. Oder eine Stecknadel, die du vor langer Zeit irgendwo verlegt hast. Normalerweise verstecken sie sich so gut, dass du sie nicht sehen kannst. Doch eines Tages entdeckst du sie doch. Eine zauberhafte Geschichte, und ein Fest für alle Sinne, für große und kleine Kinder gleichermaßen.
Der 19-jährige Roman Kogler verbüßt in einer Sonderstrafanstalt für Jugendliche eine achtjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Er könnte nach der Hälfte der Zeit auf Bewährung entlassen werden. Doch er hat schlechte Karten: Verschlossen, einzelgängerisch, mit Hang zu jähen Wutausbrüchen scheint er für eine Resozialisierung nicht in Frage zu kommen. Mehrere Versuche, ihn in Betrieben außerhalb der Haftanstalt unterzubringen, scheiterten bereits nach wenigen Tagen.
Ein dummer Streich bringt alles ins Rollen. Ein Mithäftling klebt Roman eine Stellenanzeige ans Zellenfenster: "Bestattung Wien sucht Mitarbeiter für den Abholdienst". Der Täter bleibt anonym, doch Roman nimmt den Spaß für Ernst. Walter Fakler, ein Sozialarbeiter, fährt mit ihm zum Vorstellungsgespräch, und Roman bekommt den Job. Eines Tages glaubt er, seine tote Mutter vor sich zu haben, doch bald stellt sich das als Irrtum heraus, den er aber zum Anlass nimmt, zum ersten Mal in seinem Leben nach ihr zu suchen.
Sarajevo Filmfestival 2011: Bester Film, Bester Schauspieler
Österreichischer Filmpreis 2012: Bester Spielfilm, Bester männlicher Darsteller, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Musik, Bester Schnitt
USA, UK 2010 | 87 min | OmU | Regie und Buch: Banksy
Banksy ist ein Phantom. Obwohl (oder gerade weil) seine Kunst Fassaden und Mauern auf der ganzen Welt ziert, weiß niemand, wer hinter dem gefeierten Street-Art-Künstler eigentlich steckt. Bis sich ein verrückter Franzose namens Thierry Guetta zum Ziel gesetzt hat, Banksy aufzuspüren, um einen Film über ihn zu drehen. Was ihm durch gute Kontakte und ein bisschen Zufall sogar gelingt. Aber dann kommt alles anders als geplant …
Der erste Film des berühmten Street-Art-Künstlers Banksy spielt virtuos mit den Ebenen Realität und Fiktion und entpuppt sich als hintergründige Satire über die Mechanismen von Kunst und Kommerz.
AT 1973/1979 | VALIE EXPORT
Bewegte Bilder über sich bewegende Personen
1973 | 6 min | s/w | ohne Ton | 16 mm
Menschenfrauen
1979 | Spielfilm | 124 min | Farbe | Ton | 16 mm
Am Beispiel von vier Protagonistinnen versucht dieser Film, die psychischen und sozialen Bedingungen der Frau sowie ihre Entwicklungsmöglichkeiten in der heutigen Gesellschaft aufzuzeichnen: Eine Lehrerin, die den Freitod wählt, eine Kellnerin auf der Suche nach einer neuen Beziehung, sowie eine Grafikerin und eine Kindergärtnerin, die gemeinsam in Holland ein anderes Leben beginnen.
Wir zeigen die Filmreihe VALIE EXPORT in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz.
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