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In „Kajillionaire“ entwirft die vielseitige Performance-Künstlerin, Schauspielerin, Schriftstellerin und Regisseurin Miranda July erneut eine kunstvolle, in sich geschlossene Welt. In schmeichelnden Pastellfarben erkundet sie mit dem ihr eigenen, versponnenen Sinn für die Magie des Alltags die Dynamik einer amüsant dysfunktionalen Familie.
Der dritte Spielfilm der renommierten Performancekünstlerin und Autorenregisseurin Miranda July ist eine ebenso originelle wie sehr bewegende Komödie über eine Familie gewitzter Schwindler. Die Trickbetrüger Theresa und Robert haben ihre einzige Tochter Old Dolio 26 Jahre lang darauf trainiert, jede Gelegenheit zum Betrügen und Stehlen zu nutzen. Der perfekt durchgeplante Alltag der Lebenskünstler und sehr speziellen Familie gerät aus den Fugen, als die Eltern für einen geplanten Coup die unbekannte Melanie ins Team holen. Mit ihrem temperamentvollen und liebenswerten Wesen wirbelt Melanie Old Dolios von ihren Eltern stark geprägtes Familien- und Weltbild durcheinander. Während sich die emotional vernachlässigte Old Dolio nach der Wärme einer traditionellen Familie sehnt, genießt die behütete Melanie die prickelnde Aufregung des Schwindleralltags. Mit dem verspielten Esprit von Miranda July entfaltet „Kajillionaire“ eine ganz besondere Coming-of-Age-Geschichte.
„Die Familien-Tragikomödie ist derart bizarr, dass es einen am Ende tatsächlich überrascht, wie sehr das Schicksal der superskurrilen Figuren trotzdem berührt.“ (filmstarts.de)
„Es bebt unter der quietschbunten Fassade dieses kleinen Juwels – manchmal buchstäblich, wenn ein Erdbeben die Figuren in die Schockstarre zwingt. Aber aus den Trümmern kann, befreit vom konsumistischen Ballast, vielleicht auch Neues wachsen.“ (Der Standard)
L’Etrange Festival, Paris 2020, Publikumspreis bester Spielfilm
Kansas City Film Critics Circle Award 2021
Andreas und Stefan leben als glückliches und leidenschaftliches Paar zusammen. Gemeinsam mit ihrem geliebten Kater Moses bewohnen sie ein schönes altes Haus in den Weinbergen von Wien. Sie arbeiten gemeinsam in demselben Orchester, der eine als Musiker, der andere als Disponent, sie sind interessiert an Kultur und haben einen großen Freundeskreis. Bis ein plötzlicher, unerklärlicher Gewaltausbruch ihre Beziehung erschüttert… – "der blinde Fleck, den wir in uns tragen". (film.at)
Das homosexuelle Liebesdrama Kater(…) wurde beim 40. Hongkong Film Festival (…) mit dem Preis der Jury in der Sparte Young Cinema Competition ausgezeichnet. Die österreichische Produktion wurde für ihren Blick auf die Fragilität menschlicher Beziehungen geehrt.
Nach seinem preisgekrönten Debütfilm Märzinszeniert Händl Klaus in seinem zweiten Werk die Vertreibung zweier Liebender aus dem Paradies. Mit viel Feingefühl für die männliche Seele und den blinden Fleck, den wir in uns tragen, erzählt diese musisch-poetische Ballade von der Fragilität der Liebe. Die Darsteller Philipp Hochmair und Lukas Turtur sind zwei Theatertiere, die mit ihrem naturalistischen Schauspiel zu beeindrucken wissen. (Berlinale)
Berlinale 2016, Teddy Award, Hong Kong Jury Preis, Young Cinema
Auf Filmfestivals wurde die integrale, aus sechs Teilen bestehende Fassung dieses episodischen Dokumentarfilms präsentiert. Im regulären Kinoprogramm sind vier der sechs Teile zu sehen: Die Berliner Symphonie (Regie: Wim Wenders); die Russische Nationalbibliothek (Regie: Michael Glawogger); das Halden-Gefängnis in Norwegen (Regie: Michael Madsen) und das Centre Pompidou in Paris (Regie: Karim Ainouz).
Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Kathedralen der Kulturbietet überraschende Antworten auf diese Frage. Das 3D-Filmprojekt über die Seele von Bauwerken lässt vier sehr unterschiedliche Architektur-Ikonen für sich selbst sprechen und erkundet, wie sie unsere Kultur reflektieren und unser kollektives Gedächtnis bewahren. Vier renommierte Filmemacher bringen ihren eigenen Stil und ihre unverwechselbare Handschrift in das Projekt ein. Die Architekten der Bauwerke kommen dabei ebenso zu Wort wie die Menschen, die in den Gebäuden arbeiten.
Die Studie über die Russische Nationalbibliothek ist das letzte vollendete Werk des viel zu früh verstorbenen österreichischen Regisseurs Michael Glawogger.(filmladen)
Tausende von Katzen streifen täglich durch die Straßen von Istanbul. Sie gehören niemandem und sind doch ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Frei, unabhängig und stolz leben sie seit vielen Jahren inmitten der Menschen, schenken ihnen Ruhe und Freude, aber lassen sich nie besitzen. Ceyda Toruns faszinierender Dokumentarfilm begleitet sieben von ihnen durch den Alltag, jede einzelne von ihnen ist einzigartig und von außergewöhnlichem Temperament. Die Kamera folgt ihnen durch lebhafte Märkte, sonnige Gassen, Häfen und über die Dächer der Stadt – und fängt ihre besondere Beziehung zu den Menschen ein, deren Leben sie nachhaltig beeinflussen.
„Für Katzenfans dürfte das verspielte Konzept absolut funktionieren. Die Hoffnung der Regisseurin scheint allemal aufzugehen, wonach ihre flauschige Doku sich für den Zuschauer anfühlt, als hätte sich gerade unerwartet eine inbrünstig schnurrende Katze auf seinen Schoß gekuschelt.“ Programmkino.de
Fußballplatz Achsiedlung, gegenüber „Westend“, Sitzgelegenheit (Decke, Liegestuhl, ...) bitte selbst mitbringen! Wetterhandy ab 17.00 Uhr: +43 (0650) 9923321
AT 2009 | 95 min | R + B: Hüseyin
Das Leben - ein Spiel. Orhan, Serkan und Hansi fiebern dem Homeless World Cup in Australien entgegen. Sie spielen für Österreich bei der Fußball-WM für Obdachlose, Asylwerber und ehemalige Alkohol- sowie Drogenabhängige. Kick Offbegleitet sie und ihre Teamkollegen bei der Vorbereitung auf das Turnier in Melbourne und gleichzeitig bei der Neuordnung ihres Lebens: Mutige Männer, die in ihrem früheren Leben die rote Karte gesehen haben und die sich jetzt vom Abseits auf den Platz zurückkämpfen. Männer, die um den Sieg spielen, aber auch um Selbstvertrauen, Motivation und Lebensfreude. Männer, denen es nicht um Geld und Ruhm geht, sondern um Respekt.
Kick Offvon Regisseur Hüseyin Tabak kommt ihnen Schritt für Schritt näher, stellt eine emotionale Verbindung zwischen ihnen und dem Publikum her. Kick Offist ein packender Fußballfilm, doch wie Hans Krankl sagen würde: “Alles andere ist primär.” (filmladen)
Der Junge und der Reiher
JP 2023 | 124 min | OmU |R: Hayao Miyazaki
Ein Junge, der sich nach seiner Mutter sehnt, wagt sich in eine geheimnisvolle Welt, die von den Lebenden und den Toten geteilt wird. Dort findet der Tod ein Ende und das Leben einen neuen Anfang.
Der Junge und der Reihervon Meisterregisseur Hayao Miyazaki ist eine teils autobiografische Fantasie über Leben, Tod und Schöpfung und nicht zuletzt eine Hommage an die Freundschaft.
„Fantasievoll, bezaubernd, emotional und wunderschön.“ (Outnow)
„Eine Offenbarung: künstlerisch gewagt und dabei überaus persönlich …Miyazaki erzählt von Freundschaft, Mut und Mitgefühl und zeigt, was für ein Glücksfall es sein kann, in fremde Welten zu stürzen: Man trifft dort auf die absonderlichsten Wesen – und auf sich selbst.“ (Der Spiegel)
Der Film wurde bislang mit 19 internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.
Golden Globe 2024: Bester Animationsfilm
New York Filmfestival 2023: Eröffnungsfilm
National Board of Review Award: einer der zehn besten Filme des Jahres
Medienpartnerschaft: aha – Jugendinfo Vorarlberg
Der Film erzählt drei unterschiedliche Geschichten: Von einem getriebenen Mann, der versucht, die Kontrolle über sein Leben zu erlangen; von einem beunruhigten Polizisten, dessen auf See vermisste Frau nach ihrer Rückkehr ein anderer Mensch zu sein scheint; und von einer entschlossenen Frau, die jemanden finden muss, der dazu bestimmt ist, ein großer spiritueller Führer zu werden. (film.at)
„Der neue Film von Yorgos Lanthimos (The Favourite, Poor Things) bietet viel schwarzen Humor und eine herrlich unvorhersehbare Handlung. Plus gut aufgelegte Stars wie Emma Stone, Jesse Plemons, Willem Dafoe und Margaret Qualley gleich im Dreierpack.“ (outnow.ch)
Cannes Film Festival 2024: Bester Schauspieler - Jesse Plemons
WINTERSCHLAF spielt in der großartigen Naturkulisse des Hochlands von Kappadokien, einem abgelegenen Teil Zentralanatoliens. Dort betreibt der pensionierte Schauspieler Aydin ein kleines Hotel, in dem er mit seiner deutlich jüngeren Frau Nihal und seiner gerade geschiedenen Schwester Necla wohnt. Er schreibt belehrende Kolumnen für eine Regionalzeitung und arbeitet an einem Buch über die Geschichte des türkischen Theaters. Während die Kälte des Winters unaufhaltsam in die bescheidenen Unterkünfte dringt, wachsen die Spannungen zwischen Aydin und seinem Umfeld. In der Konfrontation mit den Dorfbewohnern geht es um Geld und Ehre, die eher theoretischen Dispute mit seiner Schwester drehen sich um philosophische Fragen, und der Konflikt mit seiner Frau, die ein örtliches Wohltätigkeitsprojekt betreut, wächst sich aus zu einer fundamentalen Auseinandersetzung über Liebes- und Lebensentwürfe. (leokino.at)
Der Film, ein Kammerspiel vor einer grandiosen Tuffhöhlenlandschaft, in dem es um große Fragen geht, um Liebe und Macht, Gesellschaft und Moral. Die unermüdlich geführten präzisen Dialoge werfen einen Blick auf Menschen am Rande der Welt und dringen auf diese Weise tief ins Herz der Gesellschaft ein. In dem ästhetisch ausgereiften Film entwirft Regisseur Ceylan eine profunde Charakterstudie und gleichzeitig ein subtiles Sittenbild seiner türkischen Heimat, in der Meinungsfreiheit und -vielfalt bedroht sind. Inspiriert ist sein Film von den Werken Tschechows und den Filmen Ingmar Bergmans. Einen tonalen Rahmen findet er in Schuberts Klaviersonate in A-Dur. (aus: www.kinokult.de)
„Es gibt Filme, in denen man kaum zum Atemholen kommt, so schnell, so laut, so übermächtig ist alles, was man sieht. Und es gibt Filme, die das Herz höher schlagen lassen durch die Schönheit ihrer Bilder. Nuri Bilge Ceylans WINTERSCHLAF ist so ein Film.” (faz.net)
Cannes 2014: Goldene Palme
Kurztext:
„Es gibt Filme, die das Herz höher schlagen lassen durch die Schönheit ihrer Bilder. Nuri Bilge Ceylans WINTERSCHLAF ist so ein Film.” (faz.net)
Die quirlige jüdische Großmutter Berta und ihre nicht weniger leidenschaftliche Enkelin Shira streiten inniglich über die Liebe und darüber, was Frau darf und was nicht. Vor allem als sich ihre geliebte Enkeltochter ausgerechnet für Maria, eine Deutsche, entscheidet. Die beiden jungen Frauen machen richtig ernst – sie wollen heiraten. Das Chaos ist perfekt als die Eltern von Maria aus Deutschland auf die Mischpoke in Jerusalem treffen. So unterschiedlich beide Familien sind, so einig sind sich alle in einem Punkt: Die Hochzeit muss geplant werden! Nur eine versucht mit allen Mitteln diesen Bund des Lebens zu verhindern – Berta. Für sie ist eine Ehe zwischen einer Israelin und einer Deutschen ein Ding der Unmöglichkeit. Obwohl auch sie mit dem Palästinenser Ibrahim ein recht unkonventionelles Liebesglück gefunden hat, das sie im Gegensatz zur lebensfrohen Enkeltochter vor der Familie verheimlicht.
Am Ende der turbulenten Familienfehde wird geheiratet – so wie es sich für jede romantische Komödie gehört – wer aber am Ende wen kriegt, das wird sich zeigen! Ein witziger, temporeicher Culture-Clash über Liebe, Vorurteile und verrückte Familien.
„Man kann rundherum Spaß haben an diesem Aufeinandertreffen der Kulturen und Dickschädel und den gar nicht „kosheren“ Sprüchen zum Thema Juden und Deutsche.“ (ndr)
Jahrelang war er den Feinschmeckern von Los Angeles zu Diensten – doch jetzt reicht es Gourmetkoch Carl Casper (Jon Favreau): Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) lässt ihm keine kreative Freiheit, seine Ehe mit Inez (Sofía Vergara) ist gescheitert, die Beziehung zu seinem 11-jährigen Sohn Percy (Emjay Anthony) liegt brach, und dann muss er seine Kochkünste auch noch von einem snobistischen Kritiker (Oliver Platt) verreißen lassen.
Am Nullpunkt angekommen, besinnt sich der Sternekoch auf seine kulinarischen Wurzeln und kauft in Miami einen heruntergekommenen Imbisswagen, um noch einmal neu durchzustarten. Zusammen mit Percy und seinem Sous-Chef Martin (John Leguizamo) begibt er sich auf einen kulinarischen Road Trip durch den amerikanischen Süden und begeistert die Massen mit seiner exotisch-kreativen Küche. Endlich spürt er wieder, was ihn wirklich glücklich macht: Freunde, Familie und die Lust am Kochen… (film.at)
Rick ist ein Getriebener im System Hollywood. Er braucht den Erfolg und leidet gleichzeitig an der Leere seines Lebens. Er ist zu Hause in der Welt des Scheins und sucht das wahre Dasein. Wie die Titel gebende Tarotkarte ist Rick schnell gelangweilt, braucht die Stimulation von außen. Doch der Knight of Cups ist auch ein Künstler, Romantiker und Abenteurer.
Auch in Terrence Malicks siebtem Film begleitet eine schwebende Kamera die Suchbewegungen eines zerrissenen Helden. Wieder legt sich eine innere Stimme über Bilder, die ebenfalls auf der Suche nach ihrer Eigentlichkeit sind. Wieder scheint Malick die Welt aus den Angeln zu heben. Sein symphonischer Bilderreigen kontrastiert eine kalte, auf Funktionalität ausgerichtete Architektur mit der archaischen Schönheit der Natur. In Ricks inneren Monolog mischen sich die Stimmen der Frauen, die seinen Weg kreuzen. Auch sie stehen für verschiedene Lebensprinzipien: Die eine lebt in der Realitiät, die andere verkörpert Schönheit und Sinnlichkeit. Welchen Weg wird Rick einschlagen? Wird er in der Stadt der Engel und den Wüsten, die sie umgeben, seinen eigenen finden?
Vor dem Hintergrund der jüngeren historischen Entwicklungen in ihrer polnischen Heimat erzählen Małgorzata Szumowska und Michał Englert die epische Geschichte einer queeren Selbstermächtigung über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren. Im Geiste des großen Regisseurs Andrzej Wajda ergreift Frau aus Freiheit Partei für die Marginalisierten des Landes und für eine offene Gesellschaft, in der Transmenschen frei leben können. Das bewegend gespielte Figurenporträt, das der in Polen noch weit verbreiteten Queerfeindlichkeit einen Spiegel aus mitreißenden Filmbildern vorhält, wurde im Wettbewerb von Venedig gefeiert. Ein Film, der daran glaubt, dass Kino die Kraft der Veränderung in sich trägt. (filmladen)
„(...) einer der visuell herausragendsten Filme aus Osteuropa der
letzten Jahre.“ (outnow.ch)
Empathisch, mit wenig Dialog und poetischer Bildsprache erzählte Lebens- und Liebesgeschichte einer Transfrau vor der Folie der polnischen Geschichte von den 1970ern bis in die Gegenwart. (epd-film)
In Kooperation mit der Abteilung LGBTIQ+ der Landeshauptstadt Bregenz.
Medienpartner: Verein Amazone